Ein Jahr nach Spatenstich

So hat sich das Fernwärmenetz in Weißenhorn entwickelt

Roland Schipf (r.) erläutert bei der Weinstube Hinträger die Fernwärmeübergabestation. Foto: LRA Neu-Ulm / Kerstin Weidner
Roland Schipf (r.) erläutert im Keller der Weinstube Hinträger den Fernwärmeanschluss. Foto: LRA Neu-Ulm / Kerstin Weidner
Die erste Heizperiode ist vorüber. Nun werteten die Projektpartner die Ersparnisse durch das Fernwärmenetz für alle Beteiligen aus.

Am 5. Mai 2017 wurde mit den Spatenstich der Startschuss für den ersten Bauabschnitts des Wärmenetzes in Weißenhorn gegeben. Die Investitionssumme belief sich auf 8,75 Millionen Euro. Im Bauabschnitt 1 wurden gut fünf Kilometer Fernwärmeleitungen vom Müllheizkraftwerk in der Daimlerstraße bis zur Stiftungsklinik und Grundschule Nord verlegt.

PERI hilft aus

Im Müllheizkraftwerk wurde ein großer Wärmetauscher (Heizkondensator) mit den zugehörigen Sicherheitseinrichtungen gebaut. Durch diesen kann die Wärme aus dem Dampfkreislauf des Kraftwerks ins Fernwärmenetz geleitet werden. Am Bahnübergang in der Daimlerstraße errichtete die FWW GmbH neben dem Entsorgungs- und Wertstoffzentrum des AWB ein Stationsgebäude. Hier befinden sich sämtliche für den Betrieb des Fernwärmenetzes nötigen Aggregate wie Pumpen, Druckhaltung und Leittechnik. Außerdem wurde das Fernwärmenetz in der Adolf-WolfStraße mit dem Biomasse-Heizkraftwerk von PERI verbunden. Für den Fall, dass vom Müllheizkraftwerk keine Wärme zur Verfügung gestellt werden kann, übernimmt das Kraftwerk der Firma automatisch.

18 Gebäude erschlossen

Ab Oktober 2017 wurden nach und nach die Kunden an das Fernwärmenetz angeschlossen. Am 24. Oktober 2017 wurde der erste Kunde mit Wärme aus dem Fernwärmenetz versorgt. Bis zum 31. Dezember 2017 waren elf Objekte an das Fernwärmenetz angeschlossen. In den ersten Monaten dieses Jahres gingen weitere sieben Objekte ans Netz. Insgesamt werden 18 Gebäude, von kleinen Einfamilienhäusern bis zu Großabnehmern wie der Stiftungsklinik, versorgt. Die Wärmeversorgung über die erste Heizperiode erfolgte ohne größere Störungen. Die Kundenstationen werden 24 Stunden sieben Tage über eine Leitwarte überwacht.

750 Tonnen CO2 eingespart

Seit Beginn der Wärmelieferung Ende Oktober 2017 wurden knapp 2,5 Millionen Kilowattstunden Wärme aus dem Müllheizkraftwerk in das Fernwärmenetz eingespeist. Dies entspricht einer eingesparten Menge von etwa 250.000 Litern Heizöl oder 250.000 Kubikmetern Erdgas. Die CO2-Einsparung liegt bisher bei circa 750 Tonnen.

5,4 Millionen Euro für nächsten Bauabschnitt

Acht weitere Objekte sind nun zusätzlich angeschlossen und werden in den nächsten Tagen auf Fernwärme umgestellt. Bei vier Objekten erfolgt in den nächsten Wochen der Anschluss der Rohrleitungen ans Fernwärmenetz, so dass im Bauabschnitt 1 insgesamt 30 Objekte im ersten Jahr angeschlossen werden. Anfang Mai begann zudem der zweite Bauabschnitt. Vom Bestandsnetz in der Günzburger Straße erfolgt die Verlegung der Fernwärmeleitungen zum Gymnasium und von dort bis zur Erschließung des Neubaugebietes Mittlere Platte. Die geplanten Kosten für den 2. Bauabschnitt betragen 5,4 Millionen Euro.

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