Rückblick und Prognose

Metall- und Elektroindustrie Ulm: „Für 2019 wächst die Skepsis“

Stefan Halder, Mario Trunzer, und Götz Maier. Foto: Südwestmetall
2018 hat die regionale Metall- und Elektroindustrie (kurz M+E) in Ulm erneut ein enormes Umsatzwachstum hingelegt. Die Aussichten für 2019 sind allerdings trüber.

10,1 Prozent Wachstum erzielte die M+E Indusrie letztes Jahr in der Region Ulm. Damit wurde das Vorjahr nochmals übertroffen. Auch die Zahl der Beschäftigten steigerte sich um 3,9 Prozent. „Unsere Unternehmen konnten in 2018 ein schönes Wachstum verzeichnen. Für 2019 wächst allerdings die Skepsis“, erklärte Mario Trunzer, Geschäftsführer der Liebherr Werk Ehingen GmbH und Vorsitzender der Südwestmetall Bezirksgruppe Ulm, dennoch. Das ist das Ergebnis der jährlichen Wirtschaftsumfrage, die der Arbeitgeberverband Südwestmetall jüngst unter seinen Mitgliedsfirmen durchgeführt hat.

Firmen investierten 400 Millionen Euro 2018

Haupttreiber des Umsatzwachstums auf 12,24 Milliarden Euro war das Inland. Die Exportquote lag bei 50,8 Prozent und ist damit um knapp einen Prozentpunkt zum Vorjahr gesunken. „Die Firmen haben in 2018 mit 400 Millionen Euro auf stabilem Niveau investiert“, so Mario Trunzer weiter. Die für 2019 geplanten Investitionen sinken um 7 Prozent auf 497,3 Millionen Euro bei einem stabilen Auslandsanteil. „Ein insgesamt hoher Wert, wenn auch sinkend. Dies zeige, dass die Firmen vorsichtiger werden.“

Fast 1.000 Arbeitsplätze für 2019 geplant

Vorsicht lassen die Unternehmen auch bei den Mitarbeiterzahlen walten. „Die Zahl der Zeitarbeiter und befristeten Beschäftigten ist ebenfalls gestiegen, weil die Firmen vorsichtshalber für Puffer sorgen, um auf konjunkturelle Schwankungen vorbereitet zu sein“, sagte Trunzer. Die Zahl der Beschäftigten in der regionalen M+E-Industrie ist laut Frühjahrsumfrage in der Vergleichsgruppe auf nunmehr 57.662 Mitarbeiter gewachsen. Diese Instrumente seien für die Flexibilität der Unternehmen enorm wichtig. „Damit wäre die geplante Einschränkung der sachgrundlosen Befristung von Arbeitsverhältnissen ein schwerer Schlag für unsere Unternehmen“, bekräftigte Trunzer. Der Anstieg der Zeitarbeit und der Befristungen habe die Stammbelegschaft aber nicht verdrängt. Vielmehr ist sie um 900 Personen gewachsen. Für 2019 planen die Unternehmen sogar weitere fast 1.000 Arbeitsplätze aufzubauen. Probleme bereite jedoch weiterhin der Fachkräftemangel.

645 offene Stellen bei M+E

„Das Fachkräfte-Einwanderungsgesetz ist für unsere Unternehmen wichtig, um dem Engpass an Fachkräften zu begegnen“, bekräftigte Götz Maier, Geschäftsführer von Südwestmetall in Ulm. Durch den Wegfall der Beschränkung auf Engpassberufe und der Vorrangprüfung würde der Zugang für Fachkräfte aus Nicht-EU-Staaten zum deutschen Arbeitsmarkt deutlich erleichtert werden. Mit 645 offenen Arbeitsplätzen ist die Anzahl der verfügbaren Stellen in der Region nach wie vor hoch. Dies gelte auch für unbesetzte Ausbildungsplätze, führte Maier weiter aus. Die Zahl der Ausbildungsstellen mit Ausbildungsbeginn 2019 ist um 6,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.

„2020 schätzen die Firmen wieder positiver ein“

„Die aktuelle Auftragslage ist auf einem guten Niveau, aber insgesamt geringer als im Vorjahr“, erklärt Maier weiter. „Für 2019 besteht unter den Firmen eine wachsende Skepsis hinsichtlich Umsatz- und Auftragsentwicklung“, fügte Stefan Halder, geschäftsführender Gesellschafter der Erwin Halder KG in Achstetten/Bronnen und stellvertretender Vorsitzender von Südwestmetall Ulm hinzu und ergänzt: „2020 schätzen die Firmen wieder positiver ein.“ Über die Hälfte der an der Umfrage teilnehmenden Firmen rechnet für 2020 mit einer Auftragssteigerung.

Weitere Artikel zum Gleichen Thema
Rückblick und Prognose

Metall- und Elektroindustrie Ulm: „Für 2019 wächst die Skepsis“

Stefan Halder, Mario Trunzer, und Götz Maier. Foto: Südwestmetall
2018 hat die regionale Metall- und Elektroindustrie (kurz M+E) in Ulm erneut ein enormes Umsatzwachstum hingelegt. Die Aussichten für 2019 sind allerdings trüber.

10,1 Prozent Wachstum erzielte die M+E Indusrie letztes Jahr in der Region Ulm. Damit wurde das Vorjahr nochmals übertroffen. Auch die Zahl der Beschäftigten steigerte sich um 3,9 Prozent. „Unsere Unternehmen konnten in 2018 ein schönes Wachstum verzeichnen. Für 2019 wächst allerdings die Skepsis“, erklärte Mario Trunzer, Geschäftsführer der Liebherr Werk Ehingen GmbH und Vorsitzender der Südwestmetall Bezirksgruppe Ulm, dennoch. Das ist das Ergebnis der jährlichen Wirtschaftsumfrage, die der Arbeitgeberverband Südwestmetall jüngst unter seinen Mitgliedsfirmen durchgeführt hat.

Firmen investierten 400 Millionen Euro 2018

Haupttreiber des Umsatzwachstums auf 12,24 Milliarden Euro war das Inland. Die Exportquote lag bei 50,8 Prozent und ist damit um knapp einen Prozentpunkt zum Vorjahr gesunken. „Die Firmen haben in 2018 mit 400 Millionen Euro auf stabilem Niveau investiert“, so Mario Trunzer weiter. Die für 2019 geplanten Investitionen sinken um 7 Prozent auf 497,3 Millionen Euro bei einem stabilen Auslandsanteil. „Ein insgesamt hoher Wert, wenn auch sinkend. Dies zeige, dass die Firmen vorsichtiger werden.“

Fast 1.000 Arbeitsplätze für 2019 geplant

Vorsicht lassen die Unternehmen auch bei den Mitarbeiterzahlen walten. „Die Zahl der Zeitarbeiter und befristeten Beschäftigten ist ebenfalls gestiegen, weil die Firmen vorsichtshalber für Puffer sorgen, um auf konjunkturelle Schwankungen vorbereitet zu sein“, sagte Trunzer. Die Zahl der Beschäftigten in der regionalen M+E-Industrie ist laut Frühjahrsumfrage in der Vergleichsgruppe auf nunmehr 57.662 Mitarbeiter gewachsen. Diese Instrumente seien für die Flexibilität der Unternehmen enorm wichtig. „Damit wäre die geplante Einschränkung der sachgrundlosen Befristung von Arbeitsverhältnissen ein schwerer Schlag für unsere Unternehmen“, bekräftigte Trunzer. Der Anstieg der Zeitarbeit und der Befristungen habe die Stammbelegschaft aber nicht verdrängt. Vielmehr ist sie um 900 Personen gewachsen. Für 2019 planen die Unternehmen sogar weitere fast 1.000 Arbeitsplätze aufzubauen. Probleme bereite jedoch weiterhin der Fachkräftemangel.

645 offene Stellen bei M+E

„Das Fachkräfte-Einwanderungsgesetz ist für unsere Unternehmen wichtig, um dem Engpass an Fachkräften zu begegnen“, bekräftigte Götz Maier, Geschäftsführer von Südwestmetall in Ulm. Durch den Wegfall der Beschränkung auf Engpassberufe und der Vorrangprüfung würde der Zugang für Fachkräfte aus Nicht-EU-Staaten zum deutschen Arbeitsmarkt deutlich erleichtert werden. Mit 645 offenen Arbeitsplätzen ist die Anzahl der verfügbaren Stellen in der Region nach wie vor hoch. Dies gelte auch für unbesetzte Ausbildungsplätze, führte Maier weiter aus. Die Zahl der Ausbildungsstellen mit Ausbildungsbeginn 2019 ist um 6,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.

„2020 schätzen die Firmen wieder positiver ein“

„Die aktuelle Auftragslage ist auf einem guten Niveau, aber insgesamt geringer als im Vorjahr“, erklärt Maier weiter. „Für 2019 besteht unter den Firmen eine wachsende Skepsis hinsichtlich Umsatz- und Auftragsentwicklung“, fügte Stefan Halder, geschäftsführender Gesellschafter der Erwin Halder KG in Achstetten/Bronnen und stellvertretender Vorsitzender von Südwestmetall Ulm hinzu und ergänzt: „2020 schätzen die Firmen wieder positiver ein.“ Über die Hälfte der an der Umfrage teilnehmenden Firmen rechnet für 2020 mit einer Auftragssteigerung.

Weitere Artikel zum Gleichen Thema
nach oben