Erfahrungskreis zur Nachwuchskräftegewinnung

Handwerkskammer Ulm: Ausbilder und Arbeitgeber tauschen sich aus

Dominik Maier (HWK Ulm), Patrick Abele (Fliesen Abele) und Oswald Tretter (Bad Tretter). Foto: Handwerkskammer Ulm
1.098 Ausbildungsplätze sind nach dem offiziellen Ausbildungsstart im Gebiet der Handwerkskammer Ulm noch immer zu besetzten. Betriebsinhaber und Ausbilder setzten sich nun zusammen, um über aktuelle Probleme beim Thema Ausbildung zu diskutieren.

Schon seit längerem gilt der Bewerbermarkt als leergefegt. Obwohl der Trend zwischen Jagst und Bodensee mit einem derzeitigen Plus von 6,9 Prozent bereits zum fünften Mal hintereinander nach oben zeigt, bringt die Handwerkskammer Ulm drei Mal jährlich Ausbildungsbetriebe an einen Tisch. Dabei beschäftigen sich Betriebsinhaber und Ausbilder mit allen Themen rund um die Ausbildung.

Vom Azubi zum Betriebsinhaber

Warum der sogenannte „Ausbildererfahrungskreis“ eine solch wichtige Rolle für die Betriebe spielt, stellt der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ulm, Dr. Tobias Mehlich, dar: „Aus Auszubildenden werden Gesellen, aus Gesellen werden Meister. Und diese werden schlussendlich zu Betriebsinhabern, die morgen unsere Versorgung sicherstellen. Mit guten Auszubildenden wird diese Kette in Gang gesetzt“.

Erfahrungskreisen bei Fliesen Abele und der Reif GmbH

Neben aktuellen Problemstellungen aus den Betrieben stehen 2018 vor allem die drei Themenblöcke Nachwuchsfindung, Gestaltung der Ausbildung sowie die Bindung der Auszubildenden an das Unternehmen im Mittelpunkt der Reihe. So auch bei den beiden jüngsten Erfahrungskreisen bei der Fliesen Abele GmbH & Co. KG und der Reif GmbH Innovative Sicherheitssysteme. Anhand eines offenen Austausches erarbeiteten die Teilnehmer mögliche Strategien, wie eine hohe Qualität der Ausbildung zu gewährleisten ist. Einig war sich alle darin, dass dies Betriebes attraktiver mache, was wiederum der Werbung um neue Nachwuchskräfte zu Gute kommt.

Überzeugung: Feedbackkultur bindet Fachkräfte

Des Weiteren fokussierten sich alle Beteiligte darauf, wie mit Auszubildenden umzugehen sei. Nur wer eine Feedbackkultur auch wirklich lebt und bereit ist, seinen Nachwuchskräften Verantwortung zu übertragen, kann diese langfristig an einen Betrieb binden, so der Tenor.

Dies bestätigten auch die anwesenden Gesellen Janis Gentner (Abele) und Jakob Groß (Reif GmbH). Beide waren 2017 Bundessieger des Praktischen Leistungswettbewerbs in ihrem Gewerk. „Es hat sich gezeigt, dass eine hohe Ausbildungsqualität die beste Sicherheit ist, um geeigneten Nachwuchs zu finden und diesen im Anschluss dann auch zu binden“, berichtet Geschäftsführer Patrick Abele am Rande des Treffens. „Der Ausbildererfahrungskreis ist für uns eine ideale Plattform zur gegenseitigen Vernetzung. So kommen wir auch mit den Ausbildern anderer Betriebe in den Austausch und können von den Erfahrungen anderer profitieren“, so Abele weiter.

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