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So steht es wirklich um den Allgäu Airport
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Allgäu Airport GmbH & Co. KG

So steht es wirklich um den Allgäu Airport

Symbolbild. Foto: Flughafen Memmingen GmbH
Symbolbild. Foto: Flughafen Memmingen GmbH

Die Schlagzeilen zum Allgäu Airport lesen sich dieser Tage wie Alarmmeldungen. Hinter den Ereignissen dieser Woche steckt jedoch nichts anderes als eine geplante Weiterentwicklung.

Um „alles oder nichts“ gehe es am Allgäu Airport. Der Flughafen stehe am „Scheideweg“. Es waren mehr als nur Gewitterwolken über dem erfolgreich von militärisch auf zivil konvertierten Gelände, die Medien Anfang dieser Woche ausgemacht haben wollten. Gespeist waren die Hiobsbotschaften von Aussagen Gebhard Kaisers. Unter seiner Ägide als Landrat des Oberallgäu hatte der ehemalige Luftwaffenstandort den Übergang in die Welt der Linienfliegerei geschafft; heute berät Kaiser die Allgäu Airport GmbH.

Im Vorfeld einer routinemäßigen Gesellschafterversammlung am Dienstagabend hatte er den Medien gegenüber keinen Hehl daraus gemacht, dass es für die Zukunft des Flughafens weitere Finanzspritzen seiner Besitzer braucht. Außerdem hatte er eine schon seit längerem bekannte Strategie der Gesellschaft betont, das Areal nicht nur fliegerisch zu nutzen, sondern auch als Gewerbestandort weiter zu entwickeln. Schon jetzt sind dort namhafte Allgäuer Unternehmen angesiedelt, für die kurze Wege ins internationale Verkehrsnetz wettbewerblich von Vorteil sind.

Weil 15 Millionen Euro Schulden und ein Finanzierungsbedarf von weiteren 15,5 Millionen in nächster Zeit in der Tat ein Haufen Geld sind, rückten verschiedene Beobachter das abendliche Meeting in den Rang einer „Götterdämmerung“ für den Luftverkehr im Allgäu. Sie hatten dabei allerdings die Rechnung ohne den Unternehmergeist der Eigentümer gemacht.

Wie Kenner der Materie berichten, waren die nicht nur schon längst über finanzielle Situation und Bedarf im Klaren, sondern hatten auch entsprechende Planungen und Investitionen bereits auf der Agenda. Wenn diesen Kreis derzeit etwas beschäftigt, dann zum einen die Frage, in welchem Umfang sich der Freistaat im Rahmen von Regional- und Strukturpolitik am Aufwand beteiligt. „Nicht von ungefähr haben wir hier einen angesehenen und politisch beschlagenen Berater und Botschafter unserer Wünsche ins Cockpit gesetzt“, sagt ein Insider.

Fakt ist: Die Gesellschafter haben beschlossen, bis 1. August das Kapital der Flughafengesellschaft um 4 Millionen Euro aufzustocken. Dies vor allem, um die schmale Liquidität des Airports zu verbreitern. Zudem soll bis zu einem Dutzend weitere Gesellschafter an Bord geholt werden. Beide Aussagen gelten auch als Signal im Vorfeld einer Verhandlung vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof, die ab kommendem Dienstag verhandelt wird. Mehrere Bürger und Gemeinden fechten dort mit Unterstützung der Initiative „Bürger gegen Fluglärm“ die Genehmigung für Ausbau und erweiterte Betriebszeiten für den Allgäu Airport an.

Zum anderen wünscht sich der Unternehmerkreis, der sich seit vielen Jahren für den Allgäuer Heimatflughafen stark macht, dass die Besiedlung des Gewerbegebiets stärker Fahrt aufnimmt. Gerade die verkehrstechnisch günstige, autobahnnahe Lage prädestiniere den Allgäu Airport zusätzlich zur Fluganbindung für Unternehmen mit hohem Mobilitätsbedarf – das hatte auch Kaiser anklingen lassen. Hier besteht nach Angaben aus Immobilienkreisen in der Tat noch Nachholbedarf in der Wahrnehmung des Standorts am Markt.

Die vermeintlich bedrohliche Situation einer Abwanderung des Leistungsträgers Ryanair dagegen – die sich allein auf eine vollmundige PR-Ankündigung stützt, in unbestimmter Zukunft auch München anfliegen zu wollen – rüttelt ebenso wenig an der Attraktivität des Airports wie die in der Vergangenheit immer wieder schwankende Qualität der innerdeutschen Angebote. Hier ist der, wie das statistische Landesamt immer wieder anführt, „drittgrößte internationale Verkehrsflughafen“ im Freistaat genauso von kurzfristigen Strategiewandeln der Airlines betroffen wie alle anderen Airports im Lande auch, größere und kleinere. Gegenwärtig profitiert er davon, wie die Ankündigung neuer Strecken im Herbst zeigt.

Andererseits fliegen Vorschläge wie jüngst jener von Bernhard Pohl, Bezirksvorsitzender der Freien Wähler, auf die 3. Startbahn in München zu verzichten und stattdessen den Allgäu Airport auszubauen, völlig an der Realität des Luftfahrtmarktes vorbei. Der Aufbau einer Infrastruktur für Wachstum außerhalb eines Drehkreuzes widerspricht dessen Geschäftsmodell diametral, bei der Kurz- und Mittelstreckenflüge das Langstreckenangebot füttern. Sprich: FMM und MUC sind nicht im geringsten komplementär.

Ulrich Pfaffenberger

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