Handwerkskammer für Schwaben

Illerbeuren: Das fordert das schwäbische Handwerk von der Politik

Beim Frühschoppen in Illerbeuren. Foto: Handwerkskammer für Schwaben

Rund 130 Gäste fanden sich beim 15. Frühschoppen der Handwerkskammer für Schwaben in Illerbeuren ein. Die Veranstaltung ermöglicht es Unternehmern und Politikern besser miteinander in Kontakt zu treten.

23 Politiker waren zum Frühschoppen in den Gromerhof gekommen, vornweg der bayerische Staatssekretär des Wirtschaftsministeriums Franz Josef Pschierer. Aber auch Politiker aus dem Europäischen Parlament, dem Bundes- und dem Landtag sowie aus den Landkreisen, den Städten und Gemeinden fanden ihren Weg nach Illerbeuren. Hinter diesem Treffen steht die Idee, Handwerks-Unternehmer wie Beschäftigte ohne Umwege mit den Politikern zu vernetzen.

Handwerk sieht Handlungsbedarf in der Politik

Begrüßt wurden die Gäste von HWK-Hauptgeschäftsführer Ulrich Wagner. In seiner Rede wies er darauf hin, dass die Konjunktur im Handwerk auf sehr hohem Niveau liege. Bei der jüngsten Konjunkturumfrage der Handwerkskammer für Schwaben hatten 90 Prozent der befragten Unternehmen ihre Geschäftslage als gut oder zufriedenstellend bezeichnet. Dennoch bestehe in vielen Bereichen, die die Politik beeinflusst, noch Handlungsbedarf.

Rauch setzt Hoffnungen auf Bundestagswahl

Hans-Peter Rauch, Präsident der HWK Schwaben verwies darauf, dass politische Entwicklungen heute rasant vor sich gehen: „Noch vor einem Jahr hätte niemand von uns an den Brexit geglaubt oder einen US-Präsidenten Donald Trump vermutet.“ Beides sei nun Realität und die Auswirkungen auf unsere Wirtschaft noch nicht abschätzbar. Rauch sah jedoch Hoffnung im anstehenden Bundestagswahlkampf. Er warnte dabei davor, üppige Leistungen zum Beispiel bei der Mütterrente zu verteilen. „Das alles sind gute Ideen. Aber ich frage mich, wer das bezahlen soll? Wenn die Beiträge für die Rentenversicherung einigermaßen stabil bleiben sollen, dann ist das fast schon wie die Quadratur des Kreises“, sagte Rauch.

Schwäbisches Handwerk fordert Steuer-Gerechtigkeit

Auch beim Thema Steuern hatte die Handwerkskammer eine Umfrage noch vor dem Frühschoppen gestartet. Spitzenreiter mit 91 Prozent war die Forderung, die Steuer-Ggerechtigkeit zu verbessern und die Steuerflucht global agierender Konzerne zu verhindern. Von einer Steuererhöhung hielten die schwäbischen Befragten gar nichts. Vielmehr sprachen sich 64 Prozent für eine Steuerentlastung mittelständischer Betriebe und ihrer Arbeitnehmer aus.

Betriebe brauchen Sicherheit bei der Flüchtlingsfrage

Für das Handwerk hat weiter die Sicherung von Nachwuchskräften größte Bedeutung. Rauch zitierte dazu die aktuelle Umfrage der Handwerkskammer für Schwaben: Dabei stand die Sicherung von Fachkräften sowie die Stärkung des dualen Systems mit 84 Prozent eindeutig an der Spitze. Mit Blick auf die Flüchtlingszahlen stellte Rauch daher fest: „Die Betriebe müssen Sicherheit haben, dass die Geflüchteten, die sie ausbilden, ihre Lehre auch zu Ende machen können. Die wichtige 3+2 Regelung wurde durch den jüngsten Erlass des Bayerischen Innenministeriums zum Bundesintegrationsgesetz quasi ausgehebelt.“ Derzeit sind über 300 Geflüchtete in Einstiegs-Qualifizierungen oder Ausbildungen im schwäbischen Handwerk.

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Begrüßt wurden die Gäste von HWK-Hauptgeschäftsführer Ulrich Wagner. In seiner Rede wies er darauf hin, dass die Konjunktur im Handwerk auf sehr hohem Niveau liege. Bei der jüngsten Konjunkturumfrage der Handwerkskammer für Schwaben hatten 90 Prozent der befragten Unternehmen ihre Geschäftslage als gut oder zufriedenstellend bezeichnet. Dennoch bestehe in vielen Bereichen, die die Politik beeinflusst, noch Handlungsbedarf.

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