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„Großes Loch“ in Kempten: Bauarbeiten werden fortgesetzt
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Stadt Kempten

„Großes Loch“ in Kempten: Bauarbeiten werden fortgesetzt

 Endlich gehen die Bauarbeiten am „großen Loch“ in Kempten weiter. Foto: Stadt Kempten

Am August-Fischer-Platz in Kempten sollte 2010 ein Geschäftshaus gebaut werden. Allerdings wurden die Arbeiten nach etwa einem Jahr Bauzeit im Frühjahr 2011 eingestellt. Seitdem ist die 18 Meter tiefe Bauruine in der Bevölkerung als „das große Loch“ bekannt. Mitte September sollen die Arbeiten nach Angaben der Stadt Kempten endlich wieder aufgenommen werden. 

von Christine Weigl, Online-Redaktion

Aufatmen in Kempten: Die Bauarbeiten an dem Geschäftshaus am August-Fischer-Platz, die seit 2011 unterbrochen sind, sollen Mitte September fortgesetzt werden. Die 18 Meter tiefe, 37 Meter lange und 55 Meter breite Baugrube galt bei der Bevölkerung schon lange als Schandfleck. Die Bauarbeiten werden nicht von den beiden Eigentümern Richard Ritter und Peter Kyburz wieder aufgenommen, sondern im Auftrag von Zwangsverwalter Thomas Feß aus Neu-Ulm. Die Angebote des Zwangsverwalters, selbst gestaltend auf die konkrete Bauausführung Einfluss zu nehmen, nahmen die Schweizer Investoren der Ritter & Kyburz GbR nicht wahr.

Bauarbeiten stagnierten im Jahr 2011

Am 10. März 2010 genehmigte der Bauausschuss den Antrag auf ein Geschäftshaus am August-Fischer-Platz ohne Einzelhandelsnutzung. Daraufhin begannen die Bauarbeiten am Grundstück in der Bahnhofstraße/Ecke Mozartstraße in der Kemptener Innenstadt. Bauherr des Projekts war die Schweizer Ritter & Kyburz GbR. Die Stadt Kempten hat ein Einzelhandelskonzept für die Innenstadt ausgearbeitet, das den Bereich vom Einkaufszentrum „Forum Allgäu“ über die Fußgängerzone Fischerstraße bis zum Hildegardplatz mit der Basilika St. Lorenz und der Fürstäbtlichen Residenz im Norden umfasst.

Ritter & Kyburz klagten gegen Bebauungsplan

Außerhalb dieser festgelegten Zone ist innenstadtrelevanter Einzelhandel nicht erlaubt. Obwohl sich in der Vorgängerbebauung an der Bahnhofstraße 29 in geringem Umfang Einzelhandel befand, genehmigt die Stadtverwaltung diesen im Neubau nicht mehr,  weil sich das Grundstück außerhalb der im Bebauungsplan festgelegten Zone befindet. Im September 2010 reichte die Ritter & Kyburz GbR eine Normenkontrollklage beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof ein, damit der Bebauungsplan „Westlich Forum Allgäu“, in dem sich das Grundstück befindet und der Einzelhandel ausgeschlossen ist, aufgehoben wird. Die Klage war nicht erfolgreich. Im Frühjahr 2011 kamen die Baumaßnahmen nach dem Aushub der Baugrube für die Tiefgarage zum Erliegen. Wer sich genauer über das Geschehen rund um „das große Loch“ informieren will, findet eine umfangreiche Chronologie der Ereignisse auf der Homepage der Stadt Kempten. 

Tiefgarage wird gebaut

Im ersten Abschnitt des Bauprojekts werden nun eine Tiefgaragendecke und zwei Rampen gebaut. Weitere Sicherungsmaßnahmen sollen effektiv und kostengünstig umgesetzt werden, um die Standsicherheit der Trägerbohlwand, dem sogenannten Berliner Verbau, zu gewährleisten. Laut der Sachverständigengutachten, die der Zwangsverwalter in Auftrag gegeben hat, muss der Verbau, der das Nachrutschen von Erdreich in eine Baugrube verhindert, spätestens zum Frühjahr 2015 entlastet sein. Deshalb plant Zwangsverwalter Feß auch, in einem zweiten Bauabschnitt die Tiefgarage bis an das umliegende Straßenniveau weiterzubauen.

Weiterbau ist die einzige Lösung

Dr. Franzsika Renner, stellvertretende Leiterin des Referates für Planen, Bauen und Verkehr und Leiterin des Bauverwaltungs- und Bauordnungsamtes der Stadt Kempten, bringt es auf den Punkt: „Nur durch den Weiterbau kann die Situation gelöst werden.“ Um die Baugrube, die angrenzenden Gebäude, den Gehweg und die Straße zu sichern, muss die Tiefgarage weitergebaut werden. Die Stadt Kempten übernimmt die Kosten der Sicherungsmaßnahmen. Sobald Ritter & Kyburz die Auslagen zurückerstattet haben, wird die Zwangsverwaltung durch Thomas Feß aufgehoben. Obwohl die Allgäuer Zeitung vor kurzem berichtet hatte, Ritter & Kyburz hätten die Forderungen beglichen, sind bis heute keine Zahlungen bei der Stadt Kempten eingegangen. 

Kemptener Bürgermeisterin fordert: Ritter & Kyburz müssen Verantwortung übernehmen

„Für ein bloßes Verhindern und ein weiteres Zuwarten ist es jetzt zu spät. Bis Frühjahr 2015 muss der bisherige Verbau entlastet sein. Die günstigste und sinnvollste Methode ist dazu der Weiterbau. Das haben zwar auch die Investoren erkannt, aber sie unterstützen weder den Zwangsverwalter und sorgen dadurch dafür, dass das Bauwerk in Details auch ihren Vorstellungen entspricht, noch schaffen sie die Voraussetzungen, um selbständig weiterbauen zu können. Hierzu steht es ihnen frei, endlich die Kosten zu übernehmen, die für eine ordnungsgemäße Sicherung der Baustelle angefallen sind. Damit würden sie die Verantwortung für ihr Grundstück übernehmen, wie alle anderen Bauherren dies richtiger- und normalerweise auch tun“, so Bürgermeisterin Sibylle Knott.

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