Staatsministerin Ilse Aigner

Die Brennpunkte im Allgäu: „Am Geld scheitert es nicht“

Eric Beißwenger, Ilse Aigner und Edgar Rölz. Foto: T. Häuslinger
Bayerns Wohnungs-, Bau- und Verkehrsministerin Ilse Aigner kam auf Einladung von Eric Beißwenger zu einem Fachgespräch nach Fischen im Allgäu. Dabei erfuhr die Ministerin eines der Probleme im Allgäu gleich selbst: Stau.

Auf der B12, später auf der B19 stand die Ministerin in ihrem Wagen im Stau. Die ungenügende Infrastruktur zählt zu den brennendsten Problemen des Allgäus. Das betrifft nicht nur die Straßen, sondern auch die Schiene.

Gefahr: Elektroloks können Oberstdorf nicht bedienen

Beim Treffen wurden die Ängste geäußert, dass der Bahnverkehr von Kempten nach Oberstdorf durch die Elektrifizierung der Strecke Lindau-Memmingen-München endgültig abgekoppelt werde. Schließlich könnten Elektroloks dann nicht mehr nach Oberstdorf fahren. Die jetzigen Takte von und nach München seien in Gefahr, hieß es. Doch eine schnelle Lösung ist nicht in Sicht.

Personalmangel als Ursache

Laut Ilse Aigner fehlen Planer an allen Ecken und Enden. Wichtige Straßen- und Schienenprojekte verzögerten sich dadurch. „Am guten Willen und auch am Geld scheitert es nicht“, sagte sie. „Allerdings am knappen Personal und das lässt sich so schnell leider nicht ändern“, fügte Eric Beißwenger hinzu.

SWW: Sozialer Wohnungsbau zu teuer

Weiterer Brennpunkt im Allgäu ist der soziale Wohnbau. SWW-Geschäftsführer Martin Kaiser informierte sich über die Preisbildung beim Grundstücksverkauf von Seiten des Freistaats. Er störte sich daran, dass im Haushaltsausschuss des Landtags beschlossen wurde, dass das SWW ein Grundstück in Sonthofen zu sehr hohen Preisen angeboten bekam. Die Stadt habe fast nur die Hälfte bezahlt. „Wir dürfen Grundstücke nun mal nicht unter Wert verkaufen, das legt ein Gutachterausschuss so fest“, meinte Aigner. Kaiser meinte, dass dies doch eine gute Möglichkeit sei, sozialen Wohnbau durch Partner, wie das SWW, zu fördern.

Sozialbau-Geschäftsführer Herbert Singer aus Kempten sagte, dass solche Einrichtungen wie das SWW oder die Sozialbau aus Kostengründen kaum mehr sozial bauen könnten. Die Vielzahl der einzuhaltenden Normen treibe die Kosten in die Höhe. Kritisch sahen viele Anwesende eine Forderung der Grünen, den Flächenverbrauch pro Tag auf fünf Hektar zu begrenzen. Die Problematik: In Fischen ist ein neuer Hochwasserschutz errichtet worden, dies würde als Flächenverbrauch gewertet. Somit könnte der Ort, wenn es nach dieser Regelung geht, über 15 oder 20 Jahre keinerlei Bauprojekte mehr verwirklichen, meinte Bürgermeister Edgar Rölz.

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