Tourismusverband Allgäu

Interview: So lief der Sommertourismus im Allgäu und in Bayerisch-Schwaben

Klaus Holetschek zum Tourismusjahr 2016. Foto: Klaus Holetschek

Der Sommer neigt sich dem Ende zu. B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN hat bei Klaus Holetschek vom Tourismusverband Allgäu nachgefragt, was diese Saison besonders beliebt bei den Gästen im Allgäu und in Bayerisch-Schwaben macht und wo noch weiter investiert wird.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Wie fällt die Sommersaison im Allgäu aus?

Klaus Holetschek: Wir rechnen mit einer guten bis sehr guten Sommersaison 2016. Aktuell liegen die Gästezahlen circa 8 Prozent über dem Vorjahresniveau. Gründe hierfür sind der Trend zum Urlaub in Deutschland, das im Sommerverlauf doch recht annehmbare Wetter und eine gerade auch für Familien attraktive Region mit tollen Freizeit- und Badeangeboten sowie Sehenswürdigkeiten im Allgäu und in Bayerisch-Schwaben.

Was war in diesem Jahr besonders beliebt bei den Touristen?

Wandern ist auch in diesem Sommer neben dem Radfahren die beliebteste Urlaubsaktivität sowohl im Allgäu wie auch in Bayerisch-Schwaben gewesen. Hier sind in den vergangenen Jahren aufgrund der hohen Nachfrage eine Reihe neuer Themen- und Panoramawege entstanden. Diese spielen besonders im Bereich Kurzurlaub, Naherholung und Ausflugstourismus eine große Rolle.

Außerdem hält der Trend zum Pilgern an: Der Jakobusweg in Bayerisch-Schwaben ist sehr beliebt. Das zeigt, dass die Menschen beim Wandern auch Abstand, Entschleunigung und spirituelle Bereicherung suchen. Die Gäste erfreuen sich einerseits am genussvollen Wandern auf  bewirtete Alpen, um dort Einzukehren und regionale Produkte zu genießen. Andererseits, sofern die Kondition es zulässt, erklimmen viele gerne die bekannten Allgäuer Berggipfel auf einer Bergtour. 

Wo hat es diese Sommersaison die meisten Radfahrer hingezogen?

Beim Thema Rad ist es ähnlich wie beim Wandern: Bayerisch-Schwaben und seit einiger Zeit auch das Allgäu gelten bei Gästen als Radler-Paradies. Besonders begehrt sind die Flussradwege, unter anderem weil sie sich für Familien eigenen. Highlight bleibt hier der Donau-Radweg. Aber auch die Flusstäler von der Iller über die Kammel und die Zusam bis hin zur Paar oder zur Wörnitz kommen bei Genussradlern an. Im Allgäu punktet in hohem Maße die Radrunde Allgäu mit jährlich zunehmenden Gästezahlen. Große Zuwächse registrieren wir zudem im Bereich Mountainbike in Verbindung mit E- Montainbikes. Auch hier steht das genussvolle Erkunden von lohnenswerten Zielen im Voralpengebiet an erster Stelle.

An welchen Stellen wird derzeit investiert und worin?

Investitionen laufen im Allgäu derzeit bei der Bergbahn-Infrastruktur sowie im Beherbergungs-Gewerbe. Eine der größten Investitionen wird der Center Parc Allgäu sein. Weitere Investitionen laufen im Bereich der Wege, im alpinen Bereich und  im Mountainbike Netzwerk Allgäu/ Tirol.

In Bayerisch Schwaben wird kräftig in die touristische Infrastruktur investiert – gerade in Premiumwege im Rad- und Wanderbereich. Naturhighlights wie die weiten Donautal-Auwälder oder der Meteoritenkrater Ries werden damit für Gäste attraktiver.

Wohin zog es die meisten Touristen?

Bayerisch-Schwaben konnte mit seinen schönen Seen und Fluss- und Naturfreibädern sowie dem LEGOLAND punkten. Highlights waren außerdem die vielen historischen Feste oder modernen Festivals unter freiem Himmel vor historischen Stadtkulissen. Viele Gäste zog wieder die „Bayerisch-Schwaben-Lauschtour“ an. Die App unseres Tourismusverbands wurde inzwischen mehr als 15.000 Mal gedownloadet.

Im Allgäu ist die Landschaft und die erlebbare voralpine und alpine Natur immer das Highlight jedes Sommers. Attraktionspunkte wie Bergbahnen, Schluchten wie die Breitachklamm, Sommerrodelbahnen und natürlich das Schloss Neuschwanstein belebten dies zusätzlich.

Wie ist das Allgäu für die kommende Wintersaison gerüstet?

Das Allgäu ist mit seinem touristischen Winterangebot schon recht gut aufgestellt. Das hat der vergangene, verhältnismäßig schneearme Winter gezeigt: Insgesamt kamen über 10 Prozent mehr Gäste ins Allgäu. Das liegt daran, dass ein vielfältiges Angebot auch an Tagen mit weniger Schnee erlebbar ist. Alle Skigebiete gehen also gut vorbereitet in die neue Wintersaison. Sie erhoffen sich natürlich ein „Wintermärchen“. Eine frühe Kälteperiode Ende November, verbunden mit Schneefall wäre wichtig und wünschenswert für einen guten Start in die Skisaison ab Anfang Dezember.

Das Interview führte Iris Zeilnhofer

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Klaus Holetschek zum Tourismusjahr 2016. Foto: Klaus Holetschek

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Klaus Holetschek: Wir rechnen mit einer guten bis sehr guten Sommersaison 2016. Aktuell liegen die Gästezahlen circa 8 Prozent über dem Vorjahresniveau. Gründe hierfür sind der Trend zum Urlaub in Deutschland, das im Sommerverlauf doch recht annehmbare Wetter und eine gerade auch für Familien attraktive Region mit tollen Freizeit- und Badeangeboten sowie Sehenswürdigkeiten im Allgäu und in Bayerisch-Schwaben.

Was war in diesem Jahr besonders beliebt bei den Touristen?

Wandern ist auch in diesem Sommer neben dem Radfahren die beliebteste Urlaubsaktivität sowohl im Allgäu wie auch in Bayerisch-Schwaben gewesen. Hier sind in den vergangenen Jahren aufgrund der hohen Nachfrage eine Reihe neuer Themen- und Panoramawege entstanden. Diese spielen besonders im Bereich Kurzurlaub, Naherholung und Ausflugstourismus eine große Rolle.

Außerdem hält der Trend zum Pilgern an: Der Jakobusweg in Bayerisch-Schwaben ist sehr beliebt. Das zeigt, dass die Menschen beim Wandern auch Abstand, Entschleunigung und spirituelle Bereicherung suchen. Die Gäste erfreuen sich einerseits am genussvollen Wandern auf  bewirtete Alpen, um dort Einzukehren und regionale Produkte zu genießen. Andererseits, sofern die Kondition es zulässt, erklimmen viele gerne die bekannten Allgäuer Berggipfel auf einer Bergtour. 

Wo hat es diese Sommersaison die meisten Radfahrer hingezogen?

Beim Thema Rad ist es ähnlich wie beim Wandern: Bayerisch-Schwaben und seit einiger Zeit auch das Allgäu gelten bei Gästen als Radler-Paradies. Besonders begehrt sind die Flussradwege, unter anderem weil sie sich für Familien eigenen. Highlight bleibt hier der Donau-Radweg. Aber auch die Flusstäler von der Iller über die Kammel und die Zusam bis hin zur Paar oder zur Wörnitz kommen bei Genussradlern an. Im Allgäu punktet in hohem Maße die Radrunde Allgäu mit jährlich zunehmenden Gästezahlen. Große Zuwächse registrieren wir zudem im Bereich Mountainbike in Verbindung mit E- Montainbikes. Auch hier steht das genussvolle Erkunden von lohnenswerten Zielen im Voralpengebiet an erster Stelle.

An welchen Stellen wird derzeit investiert und worin?

Investitionen laufen im Allgäu derzeit bei der Bergbahn-Infrastruktur sowie im Beherbergungs-Gewerbe. Eine der größten Investitionen wird der Center Parc Allgäu sein. Weitere Investitionen laufen im Bereich der Wege, im alpinen Bereich und  im Mountainbike Netzwerk Allgäu/ Tirol.

In Bayerisch Schwaben wird kräftig in die touristische Infrastruktur investiert – gerade in Premiumwege im Rad- und Wanderbereich. Naturhighlights wie die weiten Donautal-Auwälder oder der Meteoritenkrater Ries werden damit für Gäste attraktiver.

Wohin zog es die meisten Touristen?

Bayerisch-Schwaben konnte mit seinen schönen Seen und Fluss- und Naturfreibädern sowie dem LEGOLAND punkten. Highlights waren außerdem die vielen historischen Feste oder modernen Festivals unter freiem Himmel vor historischen Stadtkulissen. Viele Gäste zog wieder die „Bayerisch-Schwaben-Lauschtour“ an. Die App unseres Tourismusverbands wurde inzwischen mehr als 15.000 Mal gedownloadet.

Im Allgäu ist die Landschaft und die erlebbare voralpine und alpine Natur immer das Highlight jedes Sommers. Attraktionspunkte wie Bergbahnen, Schluchten wie die Breitachklamm, Sommerrodelbahnen und natürlich das Schloss Neuschwanstein belebten dies zusätzlich.

Wie ist das Allgäu für die kommende Wintersaison gerüstet?

Das Allgäu ist mit seinem touristischen Winterangebot schon recht gut aufgestellt. Das hat der vergangene, verhältnismäßig schneearme Winter gezeigt: Insgesamt kamen über 10 Prozent mehr Gäste ins Allgäu. Das liegt daran, dass ein vielfältiges Angebot auch an Tagen mit weniger Schnee erlebbar ist. Alle Skigebiete gehen also gut vorbereitet in die neue Wintersaison. Sie erhoffen sich natürlich ein „Wintermärchen“. Eine frühe Kälteperiode Ende November, verbunden mit Schneefall wäre wichtig und wünschenswert für einen guten Start in die Skisaison ab Anfang Dezember.

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