Positive Signale aus München

Bahnverkehr im Ostallgäu wird ausgebaut

Symbolbild. BRB Zug am Augsburger Hauptbahnhof. Foto: Iris Zeilnhofer/B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Dr. Hans Reichhart, Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr, hat auf Forderungen aus dem Ostallgäu reagiert und teilweise Lösungen für den Bahnverkehr präsentiert.

Der Landkreis Ostallgäu engagiert sich seit vielen Jahren dafür, die Bahnverbindungen im, ins und aus dem Ostallgäu nicht nur zu erhalten, sondern zu verbessern. Landrätin Maria Rita Zinnecker wandte sich deshalb beim Verkehrsdialog in Marktoberdorf mit verschiedenen Forderungen an Dr. Hans Reichhart. Dieser hat nun geantwortet.

Verstärkerzüge zwischen Buchloe und München

Eine Nachricht wird vor allem Pendler freuen: Die Forderung nach mehr Fahrzeugkapazitäten zwischen Buchloe und München wird, so Reichhart, durch Verstärkerzüge aufgefangen – gerade zu den Pendlerspitzenzeiten morgens und abends. Es hat sich gezeigt, dass die neuen Triebwagen der Bayerischen RegioBahn (BRB) für das Fahrgastaufkommen nicht ausreichen. „Dies ist eine deutliche Verbesserung für die Berufstätigen, die in Richtung München pendeln“, so Zinnecker.

Elektrifizierungsgrad steigt

Ein erster Schritt in die richtige Richtung sei außerdem die von Reichhart angekündigte Elektrifizierung von Reutte i. Tirol bis Pfronten-Steinach, so die Landrätin. Allerdings fordert Zinnecker, dass auch die Strecke Füssen – Buchloe und weiter nach Augsburg elektrifiziert werden muss. Die Strecke wurde nach Mitteilung des Staatsministers nun für das neue Elektrifizierungs-Programm „Elektrische Güterbahnen“ beim Bund angemeldet.

Alternative Antriebstechniken erst in den 2020er umsetzbar

Insgesamt müsse laut Zinnecker in der Region auch weiter über alternative Antriebstechniken nachgedacht und gesprochen werden. Hierfür setzte sich der Landkreis schon seit dem Jahr 2015 ein. 2018 erreichten sie erfolgreich auch einen Ministerratsbeschluss zur Bayerischen Elektromobilitätsstrategie (BESS). Nach diesem muss ein Regionalzug testweise mit sogenannter LOHC-Technik im Ostallgäu fahren. Hierbei wird Wasserstoff in einem nicht entflammbaren Speichermedium mitgeführt. Der Freistaat will immerhin 30 Millionen Euro an Forschungsfördermitteln in die Entwicklung stecken. Nachdem dieser Prototyp aber laut Verkehrsminister noch in der Entwicklung sei, könne der Test erst ab Mitte der 2020er Jahre erfolgen.

Reichhart weist in seinem Schreiben auf die Meinung von Experten hin, dass andere alternative Antriebe im Allgäu aufgrund der Topographie und Streckenführungen nicht geeignet seien. Hier sei die Neigetechnik der optimale Standard, für diese Züge gibt es derzeit jedoch keine innovativen Antriebe. „Allerdings wäre die schnellstmögliche Umsetzung der für die Allgäuer Strecken passenden alternativen Antriebe wünschenswert. Sollte dies nicht zeitnah geschehen können, spricht dies noch deutlicher für eine schnelle Elektrifizierung der Strecken“, sagt Zinnecker.

Mehr Verbindungen zwischen Füssen und Augsburg/München

Auch die Forderung, die bei Ausschreibungen entstandenen Einsparungen in die Allgäuer Netze zu investieren, fand in München Gehör. Ab Dezember 2019 werden an den Tagesrandlagen zusätzliche Fahrten von Kaufbeuren nach Füssen sowie von Füssen nach Marktoberdorf eingeführt. Dies führt insgesamt zu mehr Verbindungen zwischen Füssen und Augsburg/München. Ab Dezember 2021 gibt es zudem Taktverdichtungen auf der Strecke Buchloe – Kempten. Dann fahren zusätzliche zwölf Züge von Montag bis Freitag und 18 Züge an Wochenenden: Günzach und Biessenhofen erhalten also stündliche Halte.

Die Wiedereinführung eines Bahnhaltes in Aitrang ist ebenfalls ein dringendes Anliegen des Landkreises. Durch die Taktverdichtungen ab Dezember 2021 ist ein Hauptkriterium „Stündlicher Halt“ für die Reaktivierung des Bahnhaltes Aitrang nun gegeben. Hier verwies der Minister allerdings auf die fehlenden Finanzmittel und nicht gegebene Wirtschaftlichkeit. Landrätin Zinnecker will dennoch dranbleiben und mit einer Potenzialanalyse die Fakten klären – gerade mit dem Hintergrund, dass die Fahrgastzahlen auf den Strecken im Allgäu um 25 bis 30 Prozent und in Richtung München um 15 Prozent angewachsen seien.

Sicherer Bahnübergang

Auch die Verbesserung der Sicherheit an den Bahnübergängen im Ostallgäu war ein Thema. Hier hat mittlerweile mit dem Konzernbevollmächtigten der DB Netz AG, Klaus-Dieter Josel, ein Gespräch stattgefunden. Ergebnis war bekanntlich, dass ein Bahnübergang in Pfronten, der in der Vergangenheit zu mehreren Unfällen geführt hat, durch eine Schrankenanlage gesichert wird.

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Verstärkerzüge zwischen Buchloe und München

Eine Nachricht wird vor allem Pendler freuen: Die Forderung nach mehr Fahrzeugkapazitäten zwischen Buchloe und München wird, so Reichhart, durch Verstärkerzüge aufgefangen – gerade zu den Pendlerspitzenzeiten morgens und abends. Es hat sich gezeigt, dass die neuen Triebwagen der Bayerischen RegioBahn (BRB) für das Fahrgastaufkommen nicht ausreichen. „Dies ist eine deutliche Verbesserung für die Berufstätigen, die in Richtung München pendeln“, so Zinnecker.

Elektrifizierungsgrad steigt

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Insgesamt müsse laut Zinnecker in der Region auch weiter über alternative Antriebstechniken nachgedacht und gesprochen werden. Hierfür setzte sich der Landkreis schon seit dem Jahr 2015 ein. 2018 erreichten sie erfolgreich auch einen Ministerratsbeschluss zur Bayerischen Elektromobilitätsstrategie (BESS). Nach diesem muss ein Regionalzug testweise mit sogenannter LOHC-Technik im Ostallgäu fahren. Hierbei wird Wasserstoff in einem nicht entflammbaren Speichermedium mitgeführt. Der Freistaat will immerhin 30 Millionen Euro an Forschungsfördermitteln in die Entwicklung stecken. Nachdem dieser Prototyp aber laut Verkehrsminister noch in der Entwicklung sei, könne der Test erst ab Mitte der 2020er Jahre erfolgen.

Reichhart weist in seinem Schreiben auf die Meinung von Experten hin, dass andere alternative Antriebe im Allgäu aufgrund der Topographie und Streckenführungen nicht geeignet seien. Hier sei die Neigetechnik der optimale Standard, für diese Züge gibt es derzeit jedoch keine innovativen Antriebe. „Allerdings wäre die schnellstmögliche Umsetzung der für die Allgäuer Strecken passenden alternativen Antriebe wünschenswert. Sollte dies nicht zeitnah geschehen können, spricht dies noch deutlicher für eine schnelle Elektrifizierung der Strecken“, sagt Zinnecker.

Mehr Verbindungen zwischen Füssen und Augsburg/München

Auch die Forderung, die bei Ausschreibungen entstandenen Einsparungen in die Allgäuer Netze zu investieren, fand in München Gehör. Ab Dezember 2019 werden an den Tagesrandlagen zusätzliche Fahrten von Kaufbeuren nach Füssen sowie von Füssen nach Marktoberdorf eingeführt. Dies führt insgesamt zu mehr Verbindungen zwischen Füssen und Augsburg/München. Ab Dezember 2021 gibt es zudem Taktverdichtungen auf der Strecke Buchloe – Kempten. Dann fahren zusätzliche zwölf Züge von Montag bis Freitag und 18 Züge an Wochenenden: Günzach und Biessenhofen erhalten also stündliche Halte.

Die Wiedereinführung eines Bahnhaltes in Aitrang ist ebenfalls ein dringendes Anliegen des Landkreises. Durch die Taktverdichtungen ab Dezember 2021 ist ein Hauptkriterium „Stündlicher Halt“ für die Reaktivierung des Bahnhaltes Aitrang nun gegeben. Hier verwies der Minister allerdings auf die fehlenden Finanzmittel und nicht gegebene Wirtschaftlichkeit. Landrätin Zinnecker will dennoch dranbleiben und mit einer Potenzialanalyse die Fakten klären – gerade mit dem Hintergrund, dass die Fahrgastzahlen auf den Strecken im Allgäu um 25 bis 30 Prozent und in Richtung München um 15 Prozent angewachsen seien.

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