B4B Schwaben

Holen Sie sich B4BSCHWABEN.de auf Ihr Smartphone.
Klicken Sie auf das Symbol zum „Teilen” in der Toolbar von Safari. Finden Sie die Option „Zum Home-Bildschirm”. Mit einem Klick auf „Hinzufügen” ist die Installation abgeschlossen! Schon ist die Website als App auf Ihrem iOS-Gerät installiert.

 / 
B4B Nachrichten  / 
Günzburg  / 
Rechte und Pflichten von Arbeitnehmern bei Hochwasser
Anzeige
Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden dieser Anzeige!

Wir verwenden einen Drittanbieterdienst, um Anzeigen darzustellen, die möglicherweise Daten über Ihre Aktivität sammeln. Bitte überprüfen Sie die Details und akzeptieren Sie den Dienst, um diese Anzeige zu sehen.

Dieser Inhalt darf aufgrund von Trackern, die dem Besucher nicht bekannt gegeben werden, nicht geladen werden. Der Website-Eigentümer muss die Website mit seinem CMP einrichten, um diesen Inhalt in die Liste der verwendeten Technologien aufzunehmen.

powered by Usercentrics Consent Management Platform
vbw/bayme vbm/verdi

Rechte und Pflichten von Arbeitnehmern bei Hochwasser

Trotz des Hochwasser haben Arbeitnehmer und Arbeitgeber Rechte und Pflichten, Foto: privat

Was tun, wenn der Weg zur Arbeitsstätte vom Hochwasser überflutet ist? Auch in solchen Extremsituationen, wie wir sie derzeit erleben, gibt es gewisse Pflichten aber auch Rechte für Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Diesen sollte sich jeder bewusst sein, auch wenn viele Betroffene derzeit andere Sorgen haben. Die Gewerkschaft ver.di und der Arbeitgeberverband vbm informieren darüber, was Arbeitnehmer und Arbeitgeber bei Hochwasser leisten müssen und was nicht.

An einen geregelten Ablauf am Arbeitsplatz ist kaum zu denken. Das Hochwasser macht den Weg in die Arbeit oft unmöglich. Doch was passiert, wenn die Arbeitnehmer nicht zur Arbeit kommen können? Wer haftet, wenn beispielsweise die Verkehrswege unterbrochen sind und ein Erscheinen in der Arbeit unmöglich ist. ver.di-Rechtsexperte Alfried Ströl gibt Auskunft: „Das Risiko, zur Arbeit zu gelangen, tragen einzig die Arbeitnehmer. Sie müssen deshalb alles Zumutbare unternehmen, um ihre Arbeitsstelle zu erreichen. Ist das aber objektiv nicht möglich, müssen sie auch nicht zur Arbeit erscheinen, sie müssen allerdings das Versäumte nacharbeiten. Bestraft, abgemahnt oder in Regress genommen werden dürfen sie aber nicht. Die Arbeitnehmer müssen sich auch selbst informieren, wann die Arbeitsstelle wieder erreichbar ist.“

Grundsätzlich ist pünktliches Erscheinen Pflicht

Wie die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. und die bayerischen Metall- und Elektroarbeitgeberverbände bayme vbm mitteilten, hätten angesichts der Hochwassersituation die meisten Unternehmen betriebsinterne Lösungen für den Fall eines verspäteten Arbeitsantritts wegen des starken Regens und der Überflutungen entwickelt. Dennoch betont Bertram Brossardt, bayme vbm vbw Hauptgeschäftsführer, dass grundsätzlich pünktliches Erscheinen unabhängig von der Wetterlage Pflicht ist: „Der Arbeitnehmer trägt das Wegerisiko und muss sich beispielsweise vorab informieren, welche Zufahrtswege zu seiner Arbeitsstelle gesperrt sind – und dann entsprechend umdisponieren. In der Regel können die Mitarbeiter aber mit dem Verständnis ihrer Vorgesetzten rechnen, wenn sie wegen chaotischer Wetterzustände zu spät kommen.“

Freistellung von der Arbeit möglich

Arbeiten um jeden Preis, müssen Mitarbeiter der bayerischen M+E Industrie aber nicht. Der Manteltarifvertrag sieht vor, dass Arbeitnehmer von der Arbeit freigestellt werden können, wenn die Naturkatastrophe, wie derzeit das Hochwasser, sie konkret in ihrer Existenz bedroht. Dies betrifft beispielsweise diejenigen, die konkrete Schutzmaßnahmen gegen die Überflutung ihres Hauses treffen müssen, wie etwa Sandsäcke auftürmen oder Keller auspumpen. Nach dem Gesetz sind Mitarbeiter ebenfalls von der Arbeit freigestellt, wenn sie beispielsweise vom THW zur Ausführung von Katastrophenschutzmaßnahmen herangezogen werden.

Arbeitsstätte unter Wasser – Arbeitgeber haftet alleine

Mit dem Boot zur Arbeit fahren wäre derzeit eine Option. Was aber, wenn der Betrieb selbst unter Wasser steht? „Kann der Arbeitgeber die Arbeitsmittel nicht zur Verfügung stellen, dann ist das alleine sein unternehmerisches Risiko, rechtlich genau das „Betriebsrisiko“. In diesem Fall trifft der Ausfall rein den Arbeitgeber. Die Arbeitnehmer dürfen weder zur unbezahlten Nacharbeit gezwungen werden, noch darf von ihnen verlangt werden, für die Ausfalltage Urlaub oder sonstigen Zeitausgleich zu nehmen.“ erklärt Ströl

In der Metall und Elektroindustrie sieht das jedoch ein bisschen anders aus. Grundsätzlich trägt das Unternehmen das Risiko ür Produktionsausfälle, beispielsweise wegen Lieferengpässen selbst. Der Manteltarifvertrag besagt jedoch auch, dass bei Naturkatastrophen die Möglichkeit besteht, den ganzen Betrieb oder einzelne Betriebsabteilungen vorübergehend zu schließen und die ausgefallene Arbeitszeit zuschlagsfrei nacharbeiten zu lassen. Alternativ könnte für den Zeitraum der Naturkatastrophe auch Urlaub oder Betriebsurlaub vereinbart werden.

Brossardt weiter: „Naturkatastrophen stellen ein unabwendbares Ereignis nach Paragraf 96 des Sozialgesetzbuchs III dar. Hochwasserbedingte Arbeitsausfälle können somit einen Anspruch auf Kurzarbeitergeld auslösen, wenn mindestens ein Drittel der Belegschaft von einem Entgeltausfall von mindestens zehn Prozent betroffen ist.“

Anzeige
Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden dieser Anzeige!

Wir verwenden einen Drittanbieterdienst, um Anzeigen darzustellen, die möglicherweise Daten über Ihre Aktivität sammeln. Bitte überprüfen Sie die Details und akzeptieren Sie den Dienst, um diese Anzeige zu sehen.

Dieser Inhalt darf aufgrund von Trackern, die dem Besucher nicht bekannt gegeben werden, nicht geladen werden. Der Website-Eigentümer muss die Website mit seinem CMP einrichten, um diesen Inhalt in die Liste der verwendeten Technologien aufzunehmen.

powered by Usercentrics Consent Management Platform

Artikel zum gleichen Thema