„Bürokratiemonster“

BVWM fordert: Sanktionen für DSGVO vorerst aussetzen

Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) ist seit kurzer Zeit in Kraft und verunsichert noch viele Unternehmen. Bei einer grenzüberschreitenden Veranstaltung des Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) gaben Experten Tipps.

„Es braucht nach der Einführung der DSGVO eine ehrliche Überprüfung, insbesondere unter dem Aspekt der Kosten und drohender Abmahnungen. Wir werden der Politik dann die Erfahrungen aus der Praxis und die Folgen für die Unternehmen deutlich machen und die nötigen Änderungen einfordern“, so die beiden Botschafter des BVMW in der Region, Gunther Wüst und Michael Heilig. Statt den Mittelstand 4.0 zu fördern, leiste die DSGVO einen Beitrag zur Entdigitalisierung der Wirtschaft.

Reformoffensive gefordert

„Die neue Bundesregierung muss sofort eine Reformoffensive starten, um Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit zu sichern“, resümiert Wüst. „Die neue Bundesregierung muss deutlich machen, dass der Mittelstand als Rückgrat der deutschen Wirtschaft im Zentrum ihrer Politik steht, und Deutschland braucht ein Mittelstands-Ministerium, denn Deutschland lebt seit langem von seiner wirtschaftlichen Substanz. Es ist ein Alarmsignal, dass es in den letzten vier Jahren mehr Insolvenzen als Unternehmens-Gründungen gegeben hat“, so Heilig. Der BVMW hat deshalb die Politik aufgefordert, die Sanktionen für ein halbes Jahr auszusetzen.

Grenzüberschreitende DSGVO-Info-Veranstaltung

Bei einem grenzüberschreitenden Termin zwischen der Ostalb und Bayerisch-Schwaben brachte der BVMW den Teilnehmern das Thema Datenschutz im Rahmen der neuen EU-DSGVO näher. Das „Bürokratiemonster“ trat bereits am 25. Mai in Kraft. Drei ausgewiesene Fachleute referierten im Grenzgebiet in Kurzvorträgen über den organisatorischen und technischen Datenschutz und die Seite hinter den rechtlichen Herausforderungen für Unternehmen. Sie vermittelten nicht nur Beispiele aus dem Alltagsgeschäft. Sie konnten auch zum Thema Datensicherheit Tipps geben.

Man wolle den Unternehmen keine Angst machen, doch vor einem zu laxen Umgang mit den neuen Datenschutzregelungen warnen, so die Fachleute. Torsten Schmid, externer Datenschutzbeauftragter und Geschäftsführer von Schmid Datenschutz, referierte über die neue Datenschutzgrundverordnung und ihre praktische Umsetzung. Manuel Wannemacher, Geschäftsführer von Cloud4You sprach über IT- Betriebssicherheit zugunsten von Verfügbarkeit und Datenschutz. Marko Bauer, Geschäftsführer von Fornax, darüber, wie man IT-Sicherheit und rechtssicheren Datenschutz vereinbar machen kann:

 „Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit sind die Basis für eine dauerhaft funktionierende IT-Umgebung in Unternehmen. Dabei spielt es keine Rolle, ob die IT im eigenen Unternehmen oder beim Dienstleister steht, denn der Geschäftsführer haftet für Schäden und riskiert die Existenz des Unternehmens, wenn grob fahrlässig auf den Einsatz und die Wartung von technischen Schutzmaßnahmen verzichtet wird.“ 

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