BVMW Bundesverband mittelständische Wirtschaft Unternehmerverband Deutschlands e.V.

BVMW: Mittelstand mit Chancen und Risiken durch Flüchtlingssituation konfrontiert

Michael Heilig vom BVMW im Interview. Foto: BVMW

Immer mehr Flüchtlinge kommen nach Europa und Deutschland. Die Situation wird sich in den kommenden Wochen und Monaten kaum bessern. Daher ist es höchste Zeit, dass sich was tut, wie der BVMW findet. Wichtig sei dabei, dass die Politik Entscheidungen nicht ohne die Unternehmen trifft. Der BVMW fordert daher unteranderem, den Mittelstand stärker mit einzubeziehen. In einem 10-Punkte-Plan listet der Verband nötige Schritte auf, um die Flüchtlingssituation zu verbessern.

von Iris Zeilnhofer, Online-Redaktion

Die Flüchtlingsproblematik hält Politiker in Deutschland und Europa weiter auf Trab. Eine Verbesserung der Situation ist nicht in Sicht. Auch in den kommenden Wochen und Monaten werden weitere, ansteigende Flüchtlingsströme erwartet. Nun positioniert sich auch der Bundesverband mittelständischer Wirtschaft, Unternehmerverband Deutschlands e.V., kurz BVMW, zu dieser Thematik. Dazu gab der Verband letzte Woche ein TV-Interview.

Mittelstand soll auf lokaler, nationaler und europäischer Ebene besser mit eingebunden werden

Im Gespräch machte Michael Heilig klar: Die emotionale Debatte wird uns sicher die nächsten Jahre begleiten. Damit kommen auch auf den Mittelstand neben Chancen noch nicht absehbare Belastungen zu. Neben der Abhilfe beim Fachkräftemangel, sei auch mit einer Veränderung der gesellschaftlichen Struktur zu rechnen. Daher ist es wichtig, dass der Mittelstand so schnell wie möglich in die politischen Entscheidungen auf lokaler, nationaler und europäischer Ebene einbezogen wird. Um dies voranzutreiben, entwickelte der BVMW einen 10-Punkte-Plan als erste Basis und Handreichung.

Statistische und systematische Erfassung der Qualifikation wichtig für Unternehmen

Um Unternehmen eine möglichst umfangsreiche Übersicht liefern zu können, sollen einige Details der Flüchtlinge erfasst werden. Dies umfasst unteranderem: erlernter Beruf/Qualifikation, (Sozial-)Versicherung, oder auch Höhe des Lohnes (Ausnahme vom Mindestlohn). Unternehmen, die Flüchtlingen eine Arbeits- oder Ausbildungsstelle anbieten können, benötigen diese Informationen unbürokratisch als Datenblatt zusammengefasst. Eine statistische und systematische Erfassung der Qualifikation von Asylbewerbern erfolgt bislang leider nicht.

BVMW: Qualifizierte Kräfte sollten Blue Card erhalten

Desweiteren fordert der BVMW Bedarfsfeststellung, um eine schnelle, effektive und nachhaltige Integration von Flüchtlingen mit Bleiberecht zu ermöglichen. Der Ausbildungsstand der Flüchtlinge müsse berücksichtigt werden. Bei entsprechenden Qualifikationen sollten die Flüchtlinge eine europäische Blue Card oder einen Aufenthaltstitel als Fachkraft in einem Mangelberuf erhalten. In diesem Zuge warnte der BVMW gleichzeitig, dass dies nicht zur Aushöhlung der Fachkräfte in den betreffenden Staaten beitragen dürfe. Vielmehr sollte die Wirtschaftskraft der entsprechenden Länder unterstützt werden.

Forderungen des BVMW sind breit gefächert

Auch Aufklärungskampangen gegen Extremismus und EU-weite Bekämpfung der Schlepperkriminalität stehen auf der Forderungsliste des BVMW. Mit Sprachkursen und einer breiteren Beschulung der Flüchtlinge soll diesen zudem der Zugang zu Arbeitsstellen erleichtert werden. Mehr Transparenz und ein Einwanderungsgesetz seien ebenfalls wichtige Punkte. Darüber hinaus fordert der BVMW Harmonisierung und Solidarität auf europäischer Ebene und einen massiven Ausbau von Hotspots an den Außengrenzen.

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Mittelstand soll auf lokaler, nationaler und europäischer Ebene besser mit eingebunden werden

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Um Unternehmen eine möglichst umfangsreiche Übersicht liefern zu können, sollen einige Details der Flüchtlinge erfasst werden. Dies umfasst unteranderem: erlernter Beruf/Qualifikation, (Sozial-)Versicherung, oder auch Höhe des Lohnes (Ausnahme vom Mindestlohn). Unternehmen, die Flüchtlingen eine Arbeits- oder Ausbildungsstelle anbieten können, benötigen diese Informationen unbürokratisch als Datenblatt zusammengefasst. Eine statistische und systematische Erfassung der Qualifikation von Asylbewerbern erfolgt bislang leider nicht.

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Forderungen des BVMW sind breit gefächert

Auch Aufklärungskampangen gegen Extremismus und EU-weite Bekämpfung der Schlepperkriminalität stehen auf der Forderungsliste des BVMW. Mit Sprachkursen und einer breiteren Beschulung der Flüchtlinge soll diesen zudem der Zugang zu Arbeitsstellen erleichtert werden. Mehr Transparenz und ein Einwanderungsgesetz seien ebenfalls wichtige Punkte. Darüber hinaus fordert der BVMW Harmonisierung und Solidarität auf europäischer Ebene und einen massiven Ausbau von Hotspots an den Außengrenzen.

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