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Arbeitsagentur
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Für den Herbst suchen noch 603 Jugendliche nach einer Ausbildungsstelle.

Betriebe reißen sich um die ‚Top-Schulabgänger‘, schließen so früh wie möglich Lehrverträge. Dennoch sind in Nordschwaben noch 603 Jugendliche auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle für diesen Herbst. Thomas W. ist einer von ihnen. Er ist 18 und hat vor kurzem den Führerschein auf Anhieb bestanden. Das ist doch nichts besonderes, kann man an dieser Stelle einwenden.

Führerschein erleichtert Ausbildungsplatz-Suche

Bei einer bewegungseingeschränkten rechten Hand und einem Grad der Behinderung von 70% durchaus bemerkenswert. Thomas freut sich über die Fahrerlaubnis: „Ich brauche nur einen zusätzlichen Lenkknopf am Steuer und Automatikschaltung. Dann bin ich mobil und kann auch weiter weg nach einer Ausbildungsstelle suchen. Wenn man auf dem Dorf wohnt, ist ein Auto unverzichtbar.“ Die Realschule hat er 2010 erfolgreich in Heilig Kreuz beendet und danach eine Ausbildung als technischer Assistent für Informatik an der Berufsfachschule in Lauingen begonnen.

Fahrzeit von drei Stunden

Diese musste er nach einem halben Jahr abbrechen, da die Fahrzeit von insgesamt drei Stunden nicht zu bewältigen war. Es folgten über 20 Bewerbungen als Bauzeichner und Technischer Zeichner – leider aber ohne Erfolg. Thomas hat mit seinem Berufsberater Robert Heckl vereinbart, dass er ab Mitte Juni einen berufsvorbereitenden Kurs beim BFZ  zur Überbrückung bis zum Beginn einer Ausbildung besucht.

Berufsvorbereitende Kurse

Robert Heckl meint dazu: „Gerade die Praktika in diesem Kurs bieten eine gute Chance, bei einer Firma in eine Ausbildung übernommen zu werden.“ Thomas strebt Ausbildungen im Bürobereich an, dafür hat er mit dem kaufmännischen Zweig der Realschule die optimale Voraussetzung. In Informatik und Textverarbeitung ist er fit und es darf  auch gerne eine Firma sein, bei der man von technischen Dingen eine Ahnung haben muss. Seine früheren Bewerbungen als Verfahrensmechaniker blieben erfolglos, im Praktikum musste er feststellen, dass er hier einhändig zu eingeschränkt ist.

Fördermöglichkeit für Betriebe

Das sieht im Büro ganz anders aus. Hier braucht er nur eine spezielle Tastatur für Einhändige. „Eine Firma kann bei der Arbeitsplatzausstattung für Thomas unterstützt werden sowie einen Ausbildungszuschuss für die gesamte Ausbildung erhalten. Dabei ist aufgrund der Schwerbehinderung eine Anrechnung auf zwei Pflichtplätze möglich“, informiert Berufsberater Heckl über die Fördermöglichkeiten. Thomas konzentriert sich nun in seinen Bewerbungen auf die folgenden Ausbildungsberufe: Bürokaufmann, Industriekaufmann, Technischer Zeichner, Personaldienstleistungskaufmann, Kaufmann für Dialogmarketing und Kaufmann für Bürokommunikation.   

Ausbildungsplätze für Leistungs-Schwächere

Agenturleiterin Claudia Wolfinger appelliert an alle Firmen in der Region: „Trotz der guten Entwicklung auf dem nordschwäbischen Ausbildungsmarkt darf man nicht aus dem Blick verlieren, dass es junge Leute gibt, denen der Übergang von der Schule in das Berufsleben nicht gelingt. Geben Sie auch leistungsschwächeren Jugendlichen und jungen Menschen mit Handicap wie Thomas eine Chance, eine Ausbildung zu absolvieren. Wir unterstützen sie gerne.“ Thomas ist sehr optimistisch, dass er ab Herbst 2011 eine Ausbildung beginnen kann. Anfragen für interessierte Arbeitgeber unter: 0906 788-631 Herr Mokry.

www.arbeitsagentur.de

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