Genossenschaftsverband Bayern e.V.

Volks- und Raiffeisenbanken: gute Jahresbilanz 2014

Die Volks- und Raiffeisenbanken weisen eine gute Bilanz 2014 auf. Foto: Design Pics / thinkstock

Die bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken sind mit dem Ergebnis des Geschäftsjahres 2014 zufrieden. Unter anderem konnte die Eigenkapitalbasis gegenüber dem Vorjahr erhöht werden.


von Alexandra Hetmann, Online-Redaktion

Die bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken sind mit dem Ergebnis des Geschäftsjahres 2014 zufrieden. „Wir wissen aber auch, dass eine positive Ertragsentwicklung und stetige Kostensenkungen notwendig sind, um auf die vor uns liegenden Geschäftsjahre mit anhaltend niedrigen Zinsen vorbereitet zu sein. Deshalb machen sich die Institute weiter wetterfest für schwierigere Zeiten“, sagte Stephan Götzl, Präsident des Genossenschaftsverbands Bayern e.V. (GVB). Die aggregierte Bilanzsumme der bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken weitete sich im Jahresverlauf um 3,5 Prozent aus. Das bedeutet: 141 Milliarden Euro zum 31. Dezember 2014. Die durchschnittliche Bilanzsumme je Bank belief sich auf 502 Millionen Euro.

Bilanzzahlen und Eigenkapitalbasis stiegen

Das bereinigte Ergebnis vor Ertragssteuern der 281 bayerischen Kreditgenossenschaften stieg 2014 gegenüber dem Vorjahr um auf 1,08 Prozent der durchschnittlichen Bilanzsumme (dBS). Es beläuft sich damit auf 1,5 Milliarden Euro. Außerdem konnten die Volks- und Raiffeisenbanken ihre Eigenkapitalquote nochmals stärken. Dazu trug unter anderem die verringerte Kostenbasis bei. Und das trotz des steigenden Aufwands zur Umsetzung von Regulierungsmaßnahmen. Die Aufwand/Ertrag-Relation verbesserte sich auf 62,4 Prozent. Binnen zehn Jahren haben die Institute so die Kosten gemessen an der Bilanzsumme um rund 20 Prozent abgebaut.

Stabile Zins- und Provisionsspanne

Die Zinsspanne der bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken war 2014 maßgeblich von der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) geprägt. Sie belief sich auf 2,34 Prozent der dBS. Im Vorjahr lag sie bei 2,39 Prozent. Das Wachstum im Kreditgeschäft konnte den Rückgang zum Teil kompensieren. Die Provisionsspanne blieb hingegen nahezu stabil. Im Einlagengeschäft verzeichneten die Volks- und Raiffeisenbanken trotz der Niedrigzinspolitik der EZB ebenfalls Zuwächse. Die Kunden vertrauten den Instituten zum Jahresende 2014 insgesamt 109,9 Milliarden Euro an und damit 3,7 Milliarden Euro mehr als zum Vorjahr. Aufgrund des niedrigen Zinsniveaus legten die Kunden ihr Geld verstärkt in Form kurzfristiger Sichteinlagen an.

Erneut Wachstum im Kredit- und Einlagengeschäft

Die 35.359 Mitarbeiter der Volks- und Raiffeisenbanken in Bayern versorgten vergangenes Jahr rund 6,6 Millionen Kunden mit Finanzdienstleistungen. Sie sind mit 2.922 Filialen in Bayern vertreten. Damit sind rund 53 Prozent der bayerischen Bevölkerung Kunde einer Genossenschaftsbank. Die Zahl der Mitglieder wuchs das sechste Jahr in Folge und erhöhte sich um 56.600 auf 2,62 Millionen. In beiden Kundensegmenten konnten die bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken ihre Position am Markt verbessern. Im Kreditgeschäft mit Privatkunden liegt der Marktanteil mittlerweile bei 25 Prozent. Damit beläuft sich das Kreditvolumen nun auf 41 Milliarden Euro. Im Firmenkundensegment erhöhte sich der Marktanteil auf 19 Prozent. Die Kreditvergabe an mittelständische Firmenkunden belief sich 2014 auf 39,3 Milliarden Euro.

Geschäftserwartungen und Ausblick für 2015

Im Rahmen der GVB-Konjunkturumfrage schätzten knapp 99 Prozent der rund 200 teilnehmenden Volks- und Raiffeisenbanken zum Jahreswechsel 2014/15 ihre aktuelle Geschäftslage als „gut“ oder „befriedigend“ ein. Bis zum Halbjahr rechnen circa 54 Prozent der Banken mit einer stabilen Lage, etwa 44 Prozent erwarten eine Verschlechterung. Neben der anhaltenden Niedrigzinsphase stellt die Bewältigung der Regulierungsmaßnahmen eine erhebliche Herausforderung für die bayerischen Kreditgenossenschaften dar. Gemäß der aktuellen Bankenumfrage liegt allein der für die Erfüllung neuer regulatorischer Anforderungen erforderliche Personalaufwand bei rund 33 Millionen Euro pro Jahr. Die Verzahnung von Internet und Filiale soll vorangetrieben werden.

Volks- und Raiffaisenbanken unterstützen Mittelstand

Mit Blick auf das Wettbewerberumfeld und diverse Mittelstandsoffensiven hielt Stephan Götzl fest: „Kleinteilige und diversifizierte Kredite an den Mittelstand sind unsere Stärke“. Dank ihrer regionalen Verankerung und der intensiven Marktkenntnis konnten die bayerischen Kreditgenossenschaften ihr Kerngeschäft in den letzten Jahren ausbauen. „Wir haben nun nicht vor, Marktanteile abzugeben. Im Gegenteil: Wir wollen weiter hinzugewinnen“, so der Repräsentant der Volksbanken und Raiffeisenbanken im Freistaat.

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Bilanzzahlen und Eigenkapitalbasis stiegen

Das bereinigte Ergebnis vor Ertragssteuern der 281 bayerischen Kreditgenossenschaften stieg 2014 gegenüber dem Vorjahr um auf 1,08 Prozent der durchschnittlichen Bilanzsumme (dBS). Es beläuft sich damit auf 1,5 Milliarden Euro. Außerdem konnten die Volks- und Raiffeisenbanken ihre Eigenkapitalquote nochmals stärken. Dazu trug unter anderem die verringerte Kostenbasis bei. Und das trotz des steigenden Aufwands zur Umsetzung von Regulierungsmaßnahmen. Die Aufwand/Ertrag-Relation verbesserte sich auf 62,4 Prozent. Binnen zehn Jahren haben die Institute so die Kosten gemessen an der Bilanzsumme um rund 20 Prozent abgebaut.

Stabile Zins- und Provisionsspanne

Die Zinsspanne der bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken war 2014 maßgeblich von der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) geprägt. Sie belief sich auf 2,34 Prozent der dBS. Im Vorjahr lag sie bei 2,39 Prozent. Das Wachstum im Kreditgeschäft konnte den Rückgang zum Teil kompensieren. Die Provisionsspanne blieb hingegen nahezu stabil. Im Einlagengeschäft verzeichneten die Volks- und Raiffeisenbanken trotz der Niedrigzinspolitik der EZB ebenfalls Zuwächse. Die Kunden vertrauten den Instituten zum Jahresende 2014 insgesamt 109,9 Milliarden Euro an und damit 3,7 Milliarden Euro mehr als zum Vorjahr. Aufgrund des niedrigen Zinsniveaus legten die Kunden ihr Geld verstärkt in Form kurzfristiger Sichteinlagen an.

Erneut Wachstum im Kredit- und Einlagengeschäft

Die 35.359 Mitarbeiter der Volks- und Raiffeisenbanken in Bayern versorgten vergangenes Jahr rund 6,6 Millionen Kunden mit Finanzdienstleistungen. Sie sind mit 2.922 Filialen in Bayern vertreten. Damit sind rund 53 Prozent der bayerischen Bevölkerung Kunde einer Genossenschaftsbank. Die Zahl der Mitglieder wuchs das sechste Jahr in Folge und erhöhte sich um 56.600 auf 2,62 Millionen. In beiden Kundensegmenten konnten die bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken ihre Position am Markt verbessern. Im Kreditgeschäft mit Privatkunden liegt der Marktanteil mittlerweile bei 25 Prozent. Damit beläuft sich das Kreditvolumen nun auf 41 Milliarden Euro. Im Firmenkundensegment erhöhte sich der Marktanteil auf 19 Prozent. Die Kreditvergabe an mittelständische Firmenkunden belief sich 2014 auf 39,3 Milliarden Euro.

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