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ErgoPack: Nützliche Produktpiraterie ErgoPack Deutschland GmbH
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ErgoPack Deutschland GmbH

ErgoPack: Nützliche Produktpiraterie ErgoPack Deutschland GmbH

 Für ErgoPack ist das Plagiat eine gute Werbung für das Original, Foto: ErgoPack Deutschlang GmbH

Durch Plagiate gehen deutschen Unternehmen mehrere Milliarden Euro durch die Lappen. Man mag kaum glauben, dass Produktpiraterie auch nützlich sein kann. Andreas Kimmerle, Geschäftsführer der ErgoPack Deutschland GmbH in Lauingen, weiß, wie bei neuartigen Produkten das Plagiat zur Werbung werden kann und Produktpiraterie auf einmal gar nicht mehr so schädlich ist.

Im Jahr 2011 belief sich der geschätzte Umsatzverlust durch Plagiate für deutsche Unternehmen auf 7,9 Milliarden Euro – Tendenz steigend. Dies ergab eine Studie des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer. Über zwei Drittel der befragten Unternehmen gaben an, von Produktpiraterie vor allem asiatischen Ursprungs betroffen zu sein.

Kontinuierliche Entwicklungsarbeit stellt Plagiat in den Schatten

Auch die ErgoPack Deutschland GmbH aus Lauingen ist Opfer von Produktpiraterie geworden. Seit einiger Zeit werden die mobilen, halbautomatischen Umreifungsmaschinen durch ein chinesisches Unternehmen plagiiert. Meist konzentrieren sich die Unternehmen in solch einer Situation darauf, Schutzmaßnahmen zu ergreifen, wie beispielsweise eine Produktkennzeichnung mittels Hologrammen oder RFID-Funketiketten. Die ErgoPack Deutschland hingegen fokussiert sich auf die eigene ingenieurtechnische Innovationsfähigkeit. Dies ist gerade in Bereichen mit hohen Produktanforderungen die deutlich bessere Strategie. Dank einer kontinuierlichen Entwicklungsarbeit und der Produktion am Standort Deutschland wirkt die Kopie im Fall der ErgoPack-Maschine lediglich als Werbung, die zu einer höheren Bekanntheit des Originals beiträgt.  

Mehrheit entscheidet sich für das Original

Der ErgoPack Deutschland ist seit drei Monaten sogar ein konkreter Fall bekannt. Doch Grund zur Sorge ist das nicht. Es gibt zwar ein Unternehmen, welches Kopien der ErgoPack Umreifungsmaschine auf dem chinesischen Markt anbietet, dennoch hat sich die überwiegende Mehrheit der chinesischen ErgoPack-Interessenten für das Original entschieden. Da ist auch der um zwei Drittel günstigere Preis kein Argument, denn bei dem Plagiat handelt es sich nicht um die Kopie der aktuellen Vollversion der patentierten Maschine. Vielmehr wurde eine Vorgängerversion nachgebaut, welche so seit sechs Jahren nicht mehr verkauft wird und technisch veraltet ist.

Den Vorsprung behalten

ErgoPack Deutschland hat damit bewiesen, dass man dem Plagiarismus besser durch Innovation und kontinuierliche Weiterentwicklungen begegnet, statt durch Schutzmaßnahmen wie Patente und Produktkennzeichnungen. Dies macht vor allem auch bei komplexen Maschinen und Anlagen Sinn, denn hier haben westliche Innovatoren einen deutlichen Entwicklungsvorsprung. Diesen können die Plagiatoren nicht so leicht aufholen. ErgoPack Deutschland will auch zukünftig mit Innovation gegen Raubkopierer vorgehen.

ErgoPack kauft Kopie des eigenen Produktes

Des Weiteren setzt ErgoPack Deutschland auf die Strategie „Made in Germany“. Das Unternehmen bezieht die Einzelteile nur von deutschen Lieferanten, entwickelt und produziert nur in Deutschland und verhindert so den Abfluss von Know-how. Außerdem schweigt ErgoPack Deutschland nicht über die chinesischen Plagiate. Über das Plagiat wird offen mit den Kunden kommuniziert, schließlich ist entscheidend, dass sie die Ausstattung erhalten, die für sie optimal ist. Um hier genau Bescheid zu wissen, hat ErgoPack Deutschland sogar eines der Plagiate gekauft und analysiert. Geplant ist, das Gerät anschließend zusätzlich zum Original am Messestand zu zeigen und so das Feedback von Messebesuchern und Kunden einzuholen.

Keine Umsatzeinbußen

ErgoPack Deutschland rechnet nicht mit negativen Auswirkungen des Plagiats auf das Unternehmen. Bislang ist die Kopie nur in China erhältlich. Da sich der Hauptmarkt von ErgoPack aber in Europa befindet, gibt es für das Unternehmen kaum Grund zu Sorge.

Schutzrechte sind kein Mittel gegen chinesische Raubkopien

Für Andreas Kimmerle, Geschäftsführer der ErgoPack Deutschland GmbH sind Schutzrechte kein Heilmittel gegen chinesische Raubkopien. Dies hat einen speziellen Grund, denn Schutzrechte muss man nicht nur in Europa sondern auch in China erhalten und durchgesetzt. Der Erfolg vor einem chinesischen Gericht ist jedoch als eher zweifelhaft einzuschätzen: So hat eine Studie der Uni Darmstadt aus dem Jahr 2008 festgestellt, dass China seit dem WTO-Beitritt zwar über eine moderne Gesetzgebung hinsichtlich Produktpiraterie verfügt, es jedoch an juristisch ausgebildeten Richtern und Staatsanwälten mangelt und die Justiz zudem von der Politik gesteuert wird. Die Plagiate machen derzeit acht Prozent des chinesischen Marktes aus und sind somit ein erheblicher Wirtschaftsfaktor.

Kopien sind in der chinesischen Tradition jedoch auch ein Zeichen der Anerkennung. Gerade bei neuartigen Produkten, die noch nicht überall bekannt sind, wie das auch für den ErgoPack gilt, stellt das Plagiat eine gute Werbung für das Original dar.

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