Zukunftsrat der Bayerischen Wirtschaft

Digitalisierung: vbw präsentiert neue Studie bei Same Deutz-Fahr

Vorgestellt wurde die neue Studie bei Same Deutz-Fahr in Lauingen. Foto: ibw
Von der Landwirtschaft über die Industrie bis zu den Dienstleistungen: In allen Branchen gibt es noch erhebliche Potenziale durch die digitale Transformation. Das ist das Ergebnis der Studie „Neue Wertschöpfung durch Digitalisierung“ der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V.

Die Studie wurde am 8. Dezember auf einem Kongress beim Maschinenbauer Same Deutz-Fahr im schwäbischen Lauingen vorgestellt und diskutiert. Sie zeigt praxisnah, wo digitale Technik neue Wertschöpfung und Nutzen bringt. Der Zukunftsrat der Bayerischen Wirtschaft leitet daraus konkrete Handlungs-Empfehlungen für Politik, Wirtschaft und Wissenschaft ab.

Hemmnisse gilt es zu überwinden

Im Vorfeld der Veranstaltung erklärte vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt: „Die Untersuchung hat ergeben, dass die digitale Wertschöpfung in Deutschland im vergangenen Jahr bereits 332 Milliarden Euro betrug. Das entspricht zwölf Prozent der gesamten Bruttowertschöpfung und somit einem riesigen wirtschaftlichen Potenzial.“ Der Zukunftsrat ist überzeugt, dass Staat und Unternehmen bestehende Hemmnisse überwinden müssen, um die Potenziale der Digitalisierung weiter auszuschöpfen. Dazu gehören tradierte Arbeitsweisen und Prozesse, Schnittstellen- und Kompatibilitäts-Probleme oder noch nicht ausreichend leistungsfähige digitale Netze.

Branchenübergreifendes Denken wird immer wichtiger

Eine zentrale Handlungs-Empfehlung an die Unternehmen lautet, branchenübergreifend zu denken und Synergien freizulegen. Brossardt betonte: „In allen Branchen vollziehen sich dieselben oder vergleichbare Veränderungs-Prozesse. Wer die Übertragbarkeit auf den eigenen Bereich prüft, kann Chancen frühzeitig erkennen und verringert das Risiko, von disruptiven Entwicklungen überrascht zu werden.“

Vorgestellt wurde die neue Studie bei Same Deutz-Fahr in Lauingen. Foto: ibwVorgestellt wurde die neue Studie bei Same Deutz-Fahr in Lauingen. Foto: ibw

Digitale Lösungen für die Landwirtschaft

In der Landwirtschaft sind beispielsweise Plattform-Lösungen für den sicheren Datenaustausch gefragt, wie es sie in der Industrie bereits gibt. Wegen der eher kleinteiligen Struktur der Landwirtschaft in Bayern ist aus Sicht des Zukunftsrats hier eine passgenaue Technologieförderung erforderlich. Schnell und auch für kleinere Betriebe mit begrenztem Aufwand umsetzbar sind etwa digitale Lösungen für das Betriebsmanagement sowie Precision Livestock Farming. Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Digitalisierung sind laut vbw aber leistungsfähige Breitband- und Mobilfunknetze. „Die Staatsregierung investiert bis 2022 rund 3 Milliarden Euro im Rahmen von Bayern Digital II in den bayerischen Infrastrukturausbau. Die Anstrengungen müssen aber bundesweit noch weiter intensiviert werden, denn im internationalen Vergleich haben wir immer noch Nachholbedarf“, sagte Brossardt.

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