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Zahlungsausfälle: So behalten Unternehmer die Risiken im Blick

Unternehmen können einige Stellschrauben drehen, um sich gegen schlechte Zahlungsmoral und die Risiken zahlungsunfähiger Kunden abzusichern. Was genau erläutern Dr. Maximilian Hüttel und Dominic Wörlein, bei der Augsburger Wirtschaftskanzlei Sonntag und Partner Experten für Unternehmensinsolvenz.

B4B WIRTSCHSAFTSLEBEN SCHWABEN: Wie behalte ich Insolvenzrisiken am besten im Blick?

Dominic Wörlein: Die Buchhaltungsabteilung sollte regelmäßig offene Posten der Kunden überprüfen und darauf achten, dass keine größeren Rückstände entstehen. Bei größeren Unternehmen besteht auch die Möglichkeit, ein Kennzahlen- oder Frühwarnsystem im Controlling-Bereich einzurichten. Dieses kann potenzielle oder bereits eingetretene Gefährdungen des Unternehmens rechtszeitig erkennen. So kann frühzeitig reagiert werden.

Wo im Unternehmen sollte man dieses Kunden-Monitoring ansiedeln? 

Dominic Wörlein: Je wichtiger die Kundenbeziehung, umso dichter an die Geschäftsführung sollte das Kunden-Monitoring angegliedert sein. Der Ausfall eines strategisch wichtigen Kunden, etwa eines Zulieferers, kann für das eigene Unternehmen existenzbedrohend sein. Daher sollte das Monitoring ganz oben angesiedelt sein.

Wenn Ausfälle oder Verzögerungen absehbar sind: Wie verhält ein Unternehmer sich dann richtig?

Maximilian Hüttel: Im Optimalfall hat das Unternehmen ein sorgfältiges Risk-Management und kann schnell auf einen anderen Kunden oder Lieferanten ausweichen. Die sogenannte Second Source. Ob die Geschäftsbeziehung mit dem insolvenzgefährdeten Vertragspartner bestehen bleiben soll muss dann kritisch hinterfragt werden. Wo das Beenden dieser Beziehung nicht möglich ist, sollte an die schon beschriebenen Kongruenzvereinbarungen gedacht werden. Möglichweise kann mit dem Kunden auch eine saubere Zahlungsvereinbarung getroffen werden. Dann ist aber unbedingt darauf zu achten, dass die dort getroffenen Vereinbarungen auch eingehalten werden. Ansonsten droht wiederum das bereits beschriebene Anfechtungsrisiko.

Raten Sie zum Forderungsverkauf? 

Dominic Wörlein: Der Forderungsverkauf, das sogenannte Factoring, ist besonders für Branchen mit einem hohen Ausfallrisiko eine mögliche Form der Liquiditätssicherung. Werden Forderungen in Form eines Factoring-Vertrages an eine Factoring-Gesellschaft verkauft und abgetreten, übernimmt diese auch das Ausfallrisiko. Die Zahlungen erfolgen dann über die Factoring-Gesellschaft. Der Nachteil liegt natürlich in den Gebühren, die die Factoring-Gesellschaft für ihre Dienstleistung und zur Kompensation ihres Ausfallrisikos erhebt. Die Forderungen werden also nicht mehr zum Nennwert ausgezahlt.

Manche scheuen ja vor Inkasso und dergleichen zurück, um das Geschäftsklima nicht zu belasten. Zu Recht?

Maximilian Hüttel: Ein effektives Forderungsmanagement ist aus unserer Sicht unverzichtbar. Es gilt darauf zu achten, dass größere Zahlungsrückstände gar nicht erst entstehen. Falsch verstandene Rücksichtnahme ist hier nicht angebracht.

Andere Ideen, von denen man tatsächlich besser Abstand hält?

Maximilian Hüttel: Forderungen nach zusätzlichen Sicherheiten zu einem Zeitpunkt, zu dem es bereits Indizien für eine Schieflage des Vertragspartners gibt, sind kontraproduktiv. Hier gilt ganz klar die Devise: Weniger ist mehr. Ganz grundsätzlich ist auch davon abzuraten, selbst einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen des Kunden zu stellen.

Wie kann man vermeiden, dass solche Situationen erst entstehen?

Maximilian Hüttel: Ein effektives Kunden-Monitoring und eine frühzeitige Einbindung spezialisierter Berater sind dafür wichtige Grundvoraussetzungen.

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Zahlungsausfälle: So behalten Unternehmer die Risiken im Blick

Unternehmen können einige Stellschrauben drehen, um sich gegen schlechte Zahlungsmoral und die Risiken zahlungsunfähiger Kunden abzusichern. Was genau erläutern Dr. Maximilian Hüttel und Dominic Wörlein, bei der Augsburger Wirtschaftskanzlei Sonntag und Partner Experten für Unternehmensinsolvenz.

B4B WIRTSCHSAFTSLEBEN SCHWABEN: Wie behalte ich Insolvenzrisiken am besten im Blick?

Dominic Wörlein: Die Buchhaltungsabteilung sollte regelmäßig offene Posten der Kunden überprüfen und darauf achten, dass keine größeren Rückstände entstehen. Bei größeren Unternehmen besteht auch die Möglichkeit, ein Kennzahlen- oder Frühwarnsystem im Controlling-Bereich einzurichten. Dieses kann potenzielle oder bereits eingetretene Gefährdungen des Unternehmens rechtszeitig erkennen. So kann frühzeitig reagiert werden.

Wo im Unternehmen sollte man dieses Kunden-Monitoring ansiedeln? 

Dominic Wörlein: Je wichtiger die Kundenbeziehung, umso dichter an die Geschäftsführung sollte das Kunden-Monitoring angegliedert sein. Der Ausfall eines strategisch wichtigen Kunden, etwa eines Zulieferers, kann für das eigene Unternehmen existenzbedrohend sein. Daher sollte das Monitoring ganz oben angesiedelt sein.

Wenn Ausfälle oder Verzögerungen absehbar sind: Wie verhält ein Unternehmer sich dann richtig?

Maximilian Hüttel: Im Optimalfall hat das Unternehmen ein sorgfältiges Risk-Management und kann schnell auf einen anderen Kunden oder Lieferanten ausweichen. Die sogenannte Second Source. Ob die Geschäftsbeziehung mit dem insolvenzgefährdeten Vertragspartner bestehen bleiben soll muss dann kritisch hinterfragt werden. Wo das Beenden dieser Beziehung nicht möglich ist, sollte an die schon beschriebenen Kongruenzvereinbarungen gedacht werden. Möglichweise kann mit dem Kunden auch eine saubere Zahlungsvereinbarung getroffen werden. Dann ist aber unbedingt darauf zu achten, dass die dort getroffenen Vereinbarungen auch eingehalten werden. Ansonsten droht wiederum das bereits beschriebene Anfechtungsrisiko.

Raten Sie zum Forderungsverkauf? 

Dominic Wörlein: Der Forderungsverkauf, das sogenannte Factoring, ist besonders für Branchen mit einem hohen Ausfallrisiko eine mögliche Form der Liquiditätssicherung. Werden Forderungen in Form eines Factoring-Vertrages an eine Factoring-Gesellschaft verkauft und abgetreten, übernimmt diese auch das Ausfallrisiko. Die Zahlungen erfolgen dann über die Factoring-Gesellschaft. Der Nachteil liegt natürlich in den Gebühren, die die Factoring-Gesellschaft für ihre Dienstleistung und zur Kompensation ihres Ausfallrisikos erhebt. Die Forderungen werden also nicht mehr zum Nennwert ausgezahlt.

Manche scheuen ja vor Inkasso und dergleichen zurück, um das Geschäftsklima nicht zu belasten. Zu Recht?

Maximilian Hüttel: Ein effektives Forderungsmanagement ist aus unserer Sicht unverzichtbar. Es gilt darauf zu achten, dass größere Zahlungsrückstände gar nicht erst entstehen. Falsch verstandene Rücksichtnahme ist hier nicht angebracht.

Andere Ideen, von denen man tatsächlich besser Abstand hält?

Maximilian Hüttel: Forderungen nach zusätzlichen Sicherheiten zu einem Zeitpunkt, zu dem es bereits Indizien für eine Schieflage des Vertragspartners gibt, sind kontraproduktiv. Hier gilt ganz klar die Devise: Weniger ist mehr. Ganz grundsätzlich ist auch davon abzuraten, selbst einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen des Kunden zu stellen.

Wie kann man vermeiden, dass solche Situationen erst entstehen?

Maximilian Hüttel: Ein effektives Kunden-Monitoring und eine frühzeitige Einbindung spezialisierter Berater sind dafür wichtige Grundvoraussetzungen.

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