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Wolfgang Braunmüller empört über den Fall manroland
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AUGUSTA Personaldienstleistungen GmbH

Wolfgang Braunmüller empört über den Fall manroland

Die Insolvenz von manroland und das ganze Verfahren haben Viele bewegt. Nicht nur die Mitarbeiter und Familien traf die Nachricht der Insolvenz damals. Viele Menschen verfolgten den Weg von manroland durch das Insolvenzverfahren, so auch Wolfgang Braunmüller, Personaldienstleister und Geschäftsführer von AUGUSTA Personaldienstleistungen. Jetzt äußert sich Braunmüller zum Verlauf des Insolvenzprozesses der manroland und darüber warum die Mitarbeiter wie Vieh behandelt wurden, das zur Schlachtbank geführt wird.

Herr Braunmüller, wie haben Sie denn den Insolvenzprozess und das damit zusammenhängende Kündigungsverfahren bei manroland verfolgt?

Wolfgang Braunmüller: Das Thema wurde ja groß und breit in den Medien behandelt – nicht nur lokal hier vor Ort. Zeitung, Radio, Fernsehen – ich habe mich überall informiert, und das Thema gespannt verfolgt. Außerdem habe ich Kontakt zu manroland-Mitarbeitern, und so auch von deren ganz persönlicher Sicht der Dinge erfahren.

Warum war dieses Thema so interessant für Sie?

Wolfgang Braunmüller: Ganz einfach – ich bin seit über 20 Jahren im Personalwesen tätig. Und da muss man solche Fälle einfach mitverfolgen: Wie viele Mitarbeiter sind betroffen, was wird Ihnen angeboten? Wie läuft das Verfahren? Das sind erst einmal Fakten, die einen rein beruflich interessieren. Und wenn dann natürlich noch die örtliche Nähe wie bei manroland in Augsburg dazu kommt, ist es umso wichtiger für mich.

Wenn Sie es schon ansprechen: Wie ist das Verfahren in Ihren Augen bis jetzt gelaufen?

Wolfgang Braunmüller: Ganz ehrlich: Das schlägt dem Fass den Boden aus! So etwas habe ich noch nicht erlebt! Wie man mit langjährigen Mitarbeitern so umgehen kann ist mir ein Rätsel! Dass müssen Sie sich mal vorstellen: sie werden mit rund 2500 anderen Kollegen in eine Betriebshalle geführt, und dort bekommen sie einen Umschlag ausgehändigt, der ihr weiteres Schicksal bestimmt. Einfach so, ohne Kommentar, ohne Gespräch. Wenn das kein Todesstoß ist… Wie Vieh, dass zur Schlachtbank geführt wird… Einfach unglaublich.

Aber überwiegt da nicht vielleicht das Positive, dass rund 1400 Menschen durch den Investor Ihren Job behalten konnten?

Wolfgang Braunmüller: Das steht doch hier gar nicht zur Debatte! Natürlich ist es positiv zu bewerten, dass ein neuer Investor gefunden wurde. Und natürlich ist es nachvollziehbar, dass aus wirtschaftlichen Gründen Stellenkürzungen vorgenommen werden mussten. Es geht doch hier einfach nur um das Wie! Wie diese Kündigungen ausgehändigt wurden!

Wie hätte es denn aus Ihrer Personaler-Sicht laufen müssen?

Wolfgang Braunmüller: Ganz einfach: jeder Mitarbeiter wird zum persönlichen Gespräch geladen – nicht mit tausend anderen, sondern in Einzelgesprächen. Und dann erklärt man, warum man diesen Entschluss fassen musste, und gibt dem Gegenüber die Chance sich dazu zu äußern und Fragen zu stellen. Das ist doch ganz einfaches Personalwesen Einmaleins, dass sollte man niemanden erklären müssen.

Wie geht es denn für die Betroffenen jetzt weiter?

Wolfgang Braunmüller: Das wird von Person zu Person unterschiedlich sein: je nach Qualifikation und Alter finden einige bestimmt wieder neue Anstellungen, andere werden sich sicher sehr schwer tun. Aber auch das ist nicht der springende Punkt: das Problem ist wirklich, dass diese Menschen vollkommen respektlos behandelt wurden! Damit können viele bestimmt gar nicht umgehen – teilweise müssten die Betroffenen psychologisch begleitet werden.

Denke Sie wirklich, dass es so schlimm steht um die gekündigten manroland-Mitarbeiter?

Wolfgang Braunmüller: Glauben Sie mir, in 20 Jahren Personalwesen kriegt man so einiges mit! So eine Kündigung kann den stärksten Typen einfach umhauen… Die sind völlig am Boden und haben gar nicht die Kraft sich anderweitig zu bewerben. Und da sprechen wir von regulär ausgesprochenen Kündigungen – und nicht von so einem Desaster, wie es bei manroland abgelaufen ist!

Vielen Dank für klaren Worte!