Interview

Stefan Bürker: Corona-Hilfen wurden stillschweigend geändert

Der Bund hat heimlich die Bedingungen für die Corona-Hilfen geändert. Nun bekommen viele Firmen weniger Geld als versprochen oder gar nichts. Steuerberater Stefan Bürker von Settele & Partner erzählt im Interview, wieso seine Mandanten frustriert sind und was ihn an der Veränderung besonders verärgert.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Wie ist die Stimmung bei Ihren Mandanten bezüglich der Hilfen? 

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden dieser Anzeige!

Wir verwenden einen Drittanbieterdienst, um Anzeigen darzustellen, die möglicherweise Daten über Ihre Aktivität sammeln. Bitte überprüfen Sie die Details und akzeptieren Sie den Dienst, um diese Anzeige zu sehen.

Dieser Inhalt darf aufgrund von Trackern, die dem Besucher nicht bekannt gegeben werden, nicht geladen werden. Der Website-Eigentümer muss die Website mit seinem CMP einrichten, um diesen Inhalt in die Liste der verwendeten Technologien aufzunehmen.

powered by Usercentrics Consent Management Platform

Stefan Bürker: Es gibt kein einheitliches Stimmungsbild, das Ganze pendelt zwischen gut und richtig schlecht. Grundsätzlich überwiegt allerdings die Frustration über die komplexen Voraussetzungen, die teilweise schwer verständlichen Formulierungen zu den Hilfen in den entsprechenden FAQs und die schleppende Bearbeitung und damit einhergehend die verzögerte Auszahlung. Die bisherige Handhabung ist alles andere als unbürokratisch und schnell. Und die Stimmung ist in erster Linie dort richtig schlecht, wo die November- und Dezemberhilfe nicht greifen. 

Kommen die Hilfen Ihrer Meinung nach an oder sind die Hürden zu hoch? 

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden dieser Anzeige!

Wir verwenden einen Drittanbieterdienst, um Anzeigen darzustellen, die möglicherweise Daten über Ihre Aktivität sammeln. Bitte überprüfen Sie die Details und akzeptieren Sie den Dienst, um diese Anzeige zu sehen.

Dieser Inhalt darf aufgrund von Trackern, die dem Besucher nicht bekannt gegeben werden, nicht geladen werden. Der Website-Eigentümer muss die Website mit seinem CMP einrichten, um diesen Inhalt in die Liste der verwendeten Technologien aufzunehmen.

powered by Usercentrics Consent Management Platform

Ich denke, dass die Hürden bei der Überbrückungshilfe I deutlich zu hoch waren. Bestes Zeichen dafür ist, dass ein riesiger Topf bereitgestellt wurde und davon nicht einmal 10 Prozent abgerufen wurden. Bei der Überbrückungshilfe II und III wurden die Voraussetzungen etwas gesenkt und mit den Regelungen, die bis zum 4. Dezember 2020 galten, wären die Hilfen wohl angekommen. Durch den in den FAQs neu eingeführten Begriff der ungedeckten Fixkosten sieht das nun etwas anders aus. Die November- und Dezemberhilfe dagegen werden ihren Zweck aus meiner Sicht erfüllen, wenn sie dann irgendwann ausgezahlt werden. Bislang wurden nur Abschlagszahlungen gewährt. Die einzige Hilfe die schnell, effektiv und unbürokratisch geleistet wurde, ist das Kurzarbeitergeld. 

Nach dem Lockdown im November wurde nur von Fixkosten gesprochen, nun geht es nur um „ungedeckte Fixkosten“. Was sagen Sie zu dieser Änderung? 

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden dieser Anzeige!

Wir verwenden einen Drittanbieterdienst, um Anzeigen darzustellen, die möglicherweise Daten über Ihre Aktivität sammeln. Bitte überprüfen Sie die Details und akzeptieren Sie den Dienst, um diese Anzeige zu sehen.

Dieser Inhalt darf aufgrund von Trackern, die dem Besucher nicht bekannt gegeben werden, nicht geladen werden. Der Website-Eigentümer muss die Website mit seinem CMP einrichten, um diesen Inhalt in die Liste der verwendeten Technologien aufzunehmen.

powered by Usercentrics Consent Management Platform

Die Änderung ist sehr einschneidend. Zudem hat sie zur Rückstellung von vielen Anträgen geführt, weil lange nicht klar war, was darunter zu verstehen ist und wie diese berechnet werden sollen. Nun gibt es zwar eine Beschreibung, die ist aber nach wie vor aber sehr schwammig. Die neue Regelung bedeutet vereinfacht ausgedrückt, dass ich Fixkosten nur erstattet bekomme, wenn sich für das Unternehmen insgesamt ein Verlust ergeben hat. Zumindest darf jetzt eine Art Unternehmerlohn in Höhe der Pfändungsfreigrenze eingerechnet werden, was fast wie Hohn klingt. Die Berechnung der ungedeckten Fixkosten ist äußerst komplex und stellt nicht allein auf den handelsrechtlichen Gewinn ab, sondern es müssen diverse andere Einnahmen und Ausgaben berücksichtigt werden. So kann es sein, dass ein KfW-Darlehen als Einnahme zu berücksichtigen ist, obwohl dieses ja zurückbezahlt werden muss. Das Ärgerlichste an der Änderung ist, dass diese eigentlich nicht kommuniziert wurde, sondern fast schon still und heimlich im FAQ-Katalog gelandet ist. Hier hätte ich eine klare Kommunikation durch das Wirtschaftsministerium erwartet.

Artikel teilen
Interview

Stefan Bürker: Corona-Hilfen wurden stillschweigend geändert

Der Bund hat heimlich die Bedingungen für die Corona-Hilfen geändert. Nun bekommen viele Firmen weniger Geld als versprochen oder gar nichts. Steuerberater Stefan Bürker von Settele & Partner erzählt im Interview, wieso seine Mandanten frustriert sind und was ihn an der Veränderung besonders verärgert.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Wie ist die Stimmung bei Ihren Mandanten bezüglich der Hilfen? 

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden dieser Anzeige!

Wir verwenden einen Drittanbieterdienst, um Anzeigen darzustellen, die möglicherweise Daten über Ihre Aktivität sammeln. Bitte überprüfen Sie die Details und akzeptieren Sie den Dienst, um diese Anzeige zu sehen.

Dieser Inhalt darf aufgrund von Trackern, die dem Besucher nicht bekannt gegeben werden, nicht geladen werden. Der Website-Eigentümer muss die Website mit seinem CMP einrichten, um diesen Inhalt in die Liste der verwendeten Technologien aufzunehmen.

powered by Usercentrics Consent Management Platform

Stefan Bürker: Es gibt kein einheitliches Stimmungsbild, das Ganze pendelt zwischen gut und richtig schlecht. Grundsätzlich überwiegt allerdings die Frustration über die komplexen Voraussetzungen, die teilweise schwer verständlichen Formulierungen zu den Hilfen in den entsprechenden FAQs und die schleppende Bearbeitung und damit einhergehend die verzögerte Auszahlung. Die bisherige Handhabung ist alles andere als unbürokratisch und schnell. Und die Stimmung ist in erster Linie dort richtig schlecht, wo die November- und Dezemberhilfe nicht greifen. 

Kommen die Hilfen Ihrer Meinung nach an oder sind die Hürden zu hoch? 

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden dieser Anzeige!

Wir verwenden einen Drittanbieterdienst, um Anzeigen darzustellen, die möglicherweise Daten über Ihre Aktivität sammeln. Bitte überprüfen Sie die Details und akzeptieren Sie den Dienst, um diese Anzeige zu sehen.

Dieser Inhalt darf aufgrund von Trackern, die dem Besucher nicht bekannt gegeben werden, nicht geladen werden. Der Website-Eigentümer muss die Website mit seinem CMP einrichten, um diesen Inhalt in die Liste der verwendeten Technologien aufzunehmen.

powered by Usercentrics Consent Management Platform

Ich denke, dass die Hürden bei der Überbrückungshilfe I deutlich zu hoch waren. Bestes Zeichen dafür ist, dass ein riesiger Topf bereitgestellt wurde und davon nicht einmal 10 Prozent abgerufen wurden. Bei der Überbrückungshilfe II und III wurden die Voraussetzungen etwas gesenkt und mit den Regelungen, die bis zum 4. Dezember 2020 galten, wären die Hilfen wohl angekommen. Durch den in den FAQs neu eingeführten Begriff der ungedeckten Fixkosten sieht das nun etwas anders aus. Die November- und Dezemberhilfe dagegen werden ihren Zweck aus meiner Sicht erfüllen, wenn sie dann irgendwann ausgezahlt werden. Bislang wurden nur Abschlagszahlungen gewährt. Die einzige Hilfe die schnell, effektiv und unbürokratisch geleistet wurde, ist das Kurzarbeitergeld. 

Nach dem Lockdown im November wurde nur von Fixkosten gesprochen, nun geht es nur um „ungedeckte Fixkosten“. Was sagen Sie zu dieser Änderung? 

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden dieser Anzeige!

Wir verwenden einen Drittanbieterdienst, um Anzeigen darzustellen, die möglicherweise Daten über Ihre Aktivität sammeln. Bitte überprüfen Sie die Details und akzeptieren Sie den Dienst, um diese Anzeige zu sehen.

Dieser Inhalt darf aufgrund von Trackern, die dem Besucher nicht bekannt gegeben werden, nicht geladen werden. Der Website-Eigentümer muss die Website mit seinem CMP einrichten, um diesen Inhalt in die Liste der verwendeten Technologien aufzunehmen.

powered by Usercentrics Consent Management Platform

Die Änderung ist sehr einschneidend. Zudem hat sie zur Rückstellung von vielen Anträgen geführt, weil lange nicht klar war, was darunter zu verstehen ist und wie diese berechnet werden sollen. Nun gibt es zwar eine Beschreibung, die ist aber nach wie vor aber sehr schwammig. Die neue Regelung bedeutet vereinfacht ausgedrückt, dass ich Fixkosten nur erstattet bekomme, wenn sich für das Unternehmen insgesamt ein Verlust ergeben hat. Zumindest darf jetzt eine Art Unternehmerlohn in Höhe der Pfändungsfreigrenze eingerechnet werden, was fast wie Hohn klingt. Die Berechnung der ungedeckten Fixkosten ist äußerst komplex und stellt nicht allein auf den handelsrechtlichen Gewinn ab, sondern es müssen diverse andere Einnahmen und Ausgaben berücksichtigt werden. So kann es sein, dass ein KfW-Darlehen als Einnahme zu berücksichtigen ist, obwohl dieses ja zurückbezahlt werden muss. Das Ärgerlichste an der Änderung ist, dass diese eigentlich nicht kommuniziert wurde, sondern fast schon still und heimlich im FAQ-Katalog gelandet ist. Hier hätte ich eine klare Kommunikation durch das Wirtschaftsministerium erwartet.

nach oben