Kein Massenthema

So steht es um die Gründerszene in Augsburg

Wird zu wenig gegründet? Ist die Infrastruktur ausreichend? Warum brauchen wir Startups? Diese und weitere Fragen beantworteten jüngst die Gründungsexperten der IHK Schwaben.

In Bayern sprechen viele über eine erneute Gründerflaute. Im Freistaat sanken die Gewerbeanmeldungen zum neunten Mal in Folge, berichtete Heide Becker von der Gründungsberatung der IHK Schwaben. „Das nehmen wir in Augsburg so nicht war.“ Hier gebe es eine „ganz andere Dynamik“. 2.420 Gewerbeanmeldungen, also 1,4 Prozent mehr als im Vorjahr gab es in der Stadt.

Gründer helfen Mittelstand

„Gründungen sind das Salz in der Suppe der Marktwirtschaft“, ist Jürgen Wager überzeugt. Er ist seit rund 25 Jahren Gründungsberater bei der IHK Schwaben. Startups und Gründer brächten „frischen Wind in den Mittelstand“. Gerade dieser brauche diese neuen Ideen aus denen wiederum Synergie-Effekte entstehen können. „Eine wachsende Volkswirtschaft zeichnet sich auch durch Gründungen aus“, so Wager. 

Trend Tech-Startups

Echte Startups sind schnell wachsend und oder haben eine innovative Idee. Das trifft allerdings nur auf rund 3 Prozent der jährlichen Gewerbeanmeldungen zu. Der Rest entfällt auf Nebengewerbe oder Gründer, die sich in ihrer Branche selbstständig machen wie Handwerker oder Ingenieur-Büros. In Augsburg waren es 2018 statistisch immerhin 75 die sich als Startup bezeichnen lassen können. Der Trend geht dabei Richtung Tech-Startups. Das zeigen Beispiele wie Planstack oder Plasmion. Beide gewannen zudem den Startup-Slam bei „Augsburg Gründet“ als Publikums-Liebling. Mit der Uniklinik werden aber wohl auch die Bereiche Bio und Medizin künftig stärker in der Fuggerstadt vertreten sein. Dass die Zahlen allgemein aber runter gehen, wundert Wager allerdings nicht.

„Mehr Klasse statt Masse“

„Gründung ist kein Massenthema“, so der Experte. Anfangs sei man das Mädchen für alles, man trägt das volle Risiko und nur 50 Prozent der Gründungen überleben überhaupt nach 5 Jahren. Zudem fehlt aktuell der Druck. Die Arbeitslosenzahlen sind niedrig. Nur 30 Prozent der Gründer sehen keine Alternative zum Schritt in die Selbstständigkeit. Folglich stieg die Zahl der Chancengründer. „Mehr Klasse statt Masse“ sei der Trend. Gerade aus dem Hochschul- und Universitätsbereich kämen immer mehr Gründungswillige mit spannenden Ideen. Gründer, die Probleme angehen – ob in der Umwelt, bei der Sicherheit, oder gar Pädagogik – seien die erfolgreichsten.

Ein guter Ort zum gründen

Insgesamt sei Augsburg aber ein guter Standort zum gründen, findet Jürgen Wager. Er sieht es nicht als Nachteil, nicht München zu sein. In Augsburg kenne man sich, die Szene sei gut untereinander vernetzt. Das bestätigte auch Linda Mayr von Planstack. Ihr Unternehmen sitzt im aitiRaum. Gleichgesinnte könnten sich hier gut über Probleme und Lösungen austauschen. Dr. Viola Rückert, Zentrumsmanagerin Umwelt-Technologisches Gründerzentrum Augsburg (UTG) konnte dies auch über ihren Standort sagen. „Was wir feststellen ist, dass die Qualität der Unternehmen, die hier nach Räumen fragen, zunimmt“, ergänzte sie. Einzig im Bereich „CoWorking“ gebe es für Augsburg Nachholbedarf. Hier plant jedoch die IHK dieses Jahr den Coworking Campus an der Uni zu eröffnen.

Zahlreiche Beratungsstellen

Über den Erfolg eines Startups entscheiden dabei mehrere Fragen: Stiftet meine Idee einen Nutzen? Wie finanziere ich sie? Gibt es einen Markt dafür? Bei der Beantwortung dieser und weiterer können die Beratungsstellen in und um Augsburg helfen. Dazu zählen die Kammern (IHK und HWK), die Hochschule und die Universität, die Gründerzentren (aitiPark und UTG), die Agentur für Arbeit sowie die Städte und Landkreise Augsburg, Aichach und Friedberg. Diese sind auf verschiedene Fragen spezialisiert.

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Gründer helfen Mittelstand

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Trend Tech-Startups

Echte Startups sind schnell wachsend und oder haben eine innovative Idee. Das trifft allerdings nur auf rund 3 Prozent der jährlichen Gewerbeanmeldungen zu. Der Rest entfällt auf Nebengewerbe oder Gründer, die sich in ihrer Branche selbstständig machen wie Handwerker oder Ingenieur-Büros. In Augsburg waren es 2018 statistisch immerhin 75 die sich als Startup bezeichnen lassen können. Der Trend geht dabei Richtung Tech-Startups. Das zeigen Beispiele wie Planstack oder Plasmion. Beide gewannen zudem den Startup-Slam bei „Augsburg Gründet“ als Publikums-Liebling. Mit der Uniklinik werden aber wohl auch die Bereiche Bio und Medizin künftig stärker in der Fuggerstadt vertreten sein. Dass die Zahlen allgemein aber runter gehen, wundert Wager allerdings nicht.

„Mehr Klasse statt Masse“

„Gründung ist kein Massenthema“, so der Experte. Anfangs sei man das Mädchen für alles, man trägt das volle Risiko und nur 50 Prozent der Gründungen überleben überhaupt nach 5 Jahren. Zudem fehlt aktuell der Druck. Die Arbeitslosenzahlen sind niedrig. Nur 30 Prozent der Gründer sehen keine Alternative zum Schritt in die Selbstständigkeit. Folglich stieg die Zahl der Chancengründer. „Mehr Klasse statt Masse“ sei der Trend. Gerade aus dem Hochschul- und Universitätsbereich kämen immer mehr Gründungswillige mit spannenden Ideen. Gründer, die Probleme angehen – ob in der Umwelt, bei der Sicherheit, oder gar Pädagogik – seien die erfolgreichsten.

Ein guter Ort zum gründen

Insgesamt sei Augsburg aber ein guter Standort zum gründen, findet Jürgen Wager. Er sieht es nicht als Nachteil, nicht München zu sein. In Augsburg kenne man sich, die Szene sei gut untereinander vernetzt. Das bestätigte auch Linda Mayr von Planstack. Ihr Unternehmen sitzt im aitiRaum. Gleichgesinnte könnten sich hier gut über Probleme und Lösungen austauschen. Dr. Viola Rückert, Zentrumsmanagerin Umwelt-Technologisches Gründerzentrum Augsburg (UTG) konnte dies auch über ihren Standort sagen. „Was wir feststellen ist, dass die Qualität der Unternehmen, die hier nach Räumen fragen, zunimmt“, ergänzte sie. Einzig im Bereich „CoWorking“ gebe es für Augsburg Nachholbedarf. Hier plant jedoch die IHK dieses Jahr den Coworking Campus an der Uni zu eröffnen.

Zahlreiche Beratungsstellen

Über den Erfolg eines Startups entscheiden dabei mehrere Fragen: Stiftet meine Idee einen Nutzen? Wie finanziere ich sie? Gibt es einen Markt dafür? Bei der Beantwortung dieser und weiterer können die Beratungsstellen in und um Augsburg helfen. Dazu zählen die Kammern (IHK und HWK), die Hochschule und die Universität, die Gründerzentren (aitiPark und UTG), die Agentur für Arbeit sowie die Städte und Landkreise Augsburg, Aichach und Friedberg. Diese sind auf verschiedene Fragen spezialisiert.

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