Gegen den Trend

So bekämpfen vier Brauereien sinkende Bierabssätze in Schwaben

Das Statistische Bundesamt meldet: Der Bierabsatz sank 2019 um 1,9 Prozent. Der Inlandsabsatz sei seit 1993 um mehr als ein Viertel zurückgegangen. Doch wie sieht es in Bayerisch-Schwaben aus? Wir haben vier Brauerein befragt.

Um 1,9 Prozent ging der Bierabsatz in Deutschland 2019 zurück. Das meldet das Statistische Bundesamt. Die Brauerei Riegele aus Augsburg, Meckatzer Löwenbräu vom Bodensee, die Oettinger Brauerei aus dem Landkreis Donau-Ries und die Schlossbrauerei Autenried aus dem Landkreis Günzburg sind sich dabei einig: Überraschend kommt der Trend nicht. „Der Absatzrückgang alkoholhaltiger Biere und Biermischgetränke 2019 im Inland trifft keine der deutschen Brauereien unerwartet“, macht Peter Böck, Geschäftsführer Vertrieb der Oettinger Brauerei GmbH deutlich. Eingestellt haben sich darauf alle, einige machten daher sogar ein Plus.

Regionalität treibt Absatz hoch

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„Wir haben 2019 den besten Absatz in der Unternehmensgeschichte zu verzeichnen“, verkündet Markus Horn, Marketingleiter von Meckatzer Löwenbräu. Grund dafür sei die regionale Verwurzlung. „Verbraucher legen wieder starken Wert darauf zu wissen, woher ihre Lebensmittel kommen.“ Nicht der einzige ausschlaggebende Punkt: „Zum anderen ist Qualität wieder angesagt. Unsere Kunden schätzen sehr, dass unsere Rohstoffe ausschließlich aus der Region kommen (der Hopfen aus Tettnang, das Malz aus Oberschwaben) und das Bier bei uns nicht nur nach dem Deutschen Reinheitsgebot gebraut wird, sondern auch nach dem Slow Brewing-Verfahren (40 Tage Zeit zum Reifen statt 20).“

Qualität statt Quantität

Das kann auch Sebastian Priller-Riegele von der Brauerei S. Riegele bestätigen: „Wir konnten unseren Absatz in 2019 sogar etwas steigern, wobei wir nicht in Menge, sondern in Qualität denken. Das zahlt sich aus, denn echte Qualität setzt sich langfristig durch und ist nicht von kurzlebigen Trends abhängig.“ Darauf setzt auch die Schlossbrauerei Autenried. „Wir produzieren ‚vom Halm zum Glas‘ alles aus einer Hand“, erklärt Geschäftsführer Rudolf Feuchtmayr. „Mit unserem Kreislaufwirtschaftssystem in Autenried haben wir mit der Betriebskombination ‚Eigene Landwirtschaft - Getreideverarbeitung - Brauerei - Gastronomie -Wohlfühlhotel – Brauereimuseum‘ eine einzigartige und herausragende Stellung.“

Markt für alkoholfreies Bier wächst

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Doch nicht nur der pro Kopf Verbrauch ist zurückgegangen. Die Verbraucher- und Trinkgewohnheiten an sich haben sich geändert. „Der Markt für alkoholfreies Bier hat sich sehr positiv entwickelt“, bestätigt Markus Horn. Dies berücksichtigen die Zahlen des Statistischen Bundesamtes jedoch nicht. Die deutschen Verbraucher greifen aber immer mehr zu alkoholfreien Bieren, alkoholfreien Biermixen und alkoholfreien Erfrischungsgetränken, wie Peter Böck beim Blick auf die vergangenen Jahre erzählt. Daher setzt auch die Oettinger Brauerei auf alkoholfreie Neuprodukte für den Inlandabsatz. Vier neue Produkte sind für 2020 geplant.

Exportgeschäft wird ausgebaut

Zudem wurde das Exportgeschäft bei Oettinger erweitert. „Das Ausland ist schon seit vielen Jahrzehnten eine tragende Säule unseres Vertriebs. In rund 100 Länder exportieren wir und sind gemessen an der Hektoliterzahl der zweitgrößte Bierexporteur Deutschlands“, so Böck. Die Schlossbrauer Autenried hat ihr Vertriebsgebiet ebenfalls erweitert. Mit der Bier-Erlebniswelt soll zudem die Bekanntheit der Marke gesteigert werden, besondere Bierspezialitäten neue Kunden gewinnen. Wie bei Meckatzer spielen auch der Autenrieder Brauerei regionale Produkte in die Karten. Mit Craft Beers gewinnt Riegele immer wieder wichtige Auszeichnungen auf internationaler Ebene, setzt aber auch auf regionale Kooperation wie das Panther Pur für den AEV.

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Um 1,9 Prozent ging der Bierabsatz in Deutschland 2019 zurück. Das meldet das Statistische Bundesamt. Die Brauerei Riegele aus Augsburg, Meckatzer Löwenbräu vom Bodensee, die Oettinger Brauerei aus dem Landkreis Donau-Ries und die Schlossbrauerei Autenried aus dem Landkreis Günzburg sind sich dabei einig: Überraschend kommt der Trend nicht. „Der Absatzrückgang alkoholhaltiger Biere und Biermischgetränke 2019 im Inland trifft keine der deutschen Brauereien unerwartet“, macht Peter Böck, Geschäftsführer Vertrieb der Oettinger Brauerei GmbH deutlich. Eingestellt haben sich darauf alle, einige machten daher sogar ein Plus.

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Qualität statt Quantität

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Exportgeschäft wird ausgebaut

Zudem wurde das Exportgeschäft bei Oettinger erweitert. „Das Ausland ist schon seit vielen Jahrzehnten eine tragende Säule unseres Vertriebs. In rund 100 Länder exportieren wir und sind gemessen an der Hektoliterzahl der zweitgrößte Bierexporteur Deutschlands“, so Böck. Die Schlossbrauer Autenried hat ihr Vertriebsgebiet ebenfalls erweitert. Mit der Bier-Erlebniswelt soll zudem die Bekanntheit der Marke gesteigert werden, besondere Bierspezialitäten neue Kunden gewinnen. Wie bei Meckatzer spielen auch der Autenrieder Brauerei regionale Produkte in die Karten. Mit Craft Beers gewinnt Riegele immer wieder wichtige Auszeichnungen auf internationaler Ebene, setzt aber auch auf regionale Kooperation wie das Panther Pur für den AEV.

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