Tag der Ausbildung

So begegnet der MVV Industriepark Gersthofen dem Fachkräftemangel

Der stellvertretende Landrat Heinz Liebert (links) im Ausbildungszentrum. Foto: Isabell Walter/B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Anlässlich des Tags der Ausbildung statteten hochrangige Politiker mehreren Unternehmen in der Region Besuche ab. Ein besonderer Fokus war den meisten dabei gemein – der Fachkräftemangel. Der stellvertretende Landrat Heinz Liebert war vor diesem Hintergrund zu Gast bei der MVV Industriepark Gersthofen GmbH.

„Im eigenen Ausbildungszentrum des Industrieparks werden in allen Lehrjahren insgesamt rund 100 junge Menschen in neun Berufen ausgebildet. Das heißt, von den rund 300 Mitarbeitern der MVV Industriepark Gersthofen GmbH sind ein Drittel Auszubildende. Das kommt daher, dass wir die Ausbildung der Nachwuchsfachkräfte für alle zehn im Industriepark ansässigen Unternehmen bündeln“, erklärt Holger Amberg, kaufmännischer Geschäftsführer der MVV Industriepark Gersthofen GmbH.

„Im Landkreis Augsburg können wir von Vollbeschäftigung sprechen“

„Der Fachkräftemangel ist zurzeit das Thema schlechthin. Im Landkreis Augsburg können wir von Vollbeschäftigung sprechen, die Arbeitslosigkeit geht gegen Null. Demgegenüber stehen aber sehr viele freie Stellen“, weiß Heinz Liebert, stellvertretender Landrat in Augsburg.

Heinz Liebert zu Gast im MVV Industriepark Gersthofen

„Chemikanten, die im Industriepark Gersthofen bleiben wollen, dürfen auch bleiben“

„Auszubildende können nun von dieser Situation profitieren, denn für die Azubis ist das eine tolle Entwicklung. Sie haben so gute Chancen, fest übernommen zu werden. Das gilt vor allem für junge Menschen, die die Lehre zum Chemikant durchlaufen. Denn Chemikanten, die im Industriepark Gersthofen bleiben wollen, dürfen auch bleiben. Ähnlich gut sieht es auch im Elektro- und Metallbereich aus“, erklärt Reinhard Pfiffner, Personalleiter im MVV Industriepark Gersthofen GmbH.

„Die Zeiten, in denen hier schwere Säcke getragen werden mussten, sind vorbei“

Besonders erfreulich sei jedoch, dass sich auch immer mehr junge Frauen für eine Ausbildung in diesem Bereich entscheiden. „Die Zeiten, in denen hier schwere Säcke getragen werden mussten, sind vorbei. Damit sind heute auch Frauen für diese Berufe geeignet“, so Amberg. Der Anteil der weiblichen Auszubildenden liegt im Industriepark Gersthofen bei rund 20 Prozent – deutlich mehr als in der Vergangenheit.

„Wir merken den Fachkräftemangel ganz deutlich“

Dennoch steht auch der Industriepark vor der Herausforderung, geeignete Nachwuchskräfte zu finden. „Wir merken den Fachkräftemangel ganz deutlich. Die Abschlussjahrgänge der Mittel- und Realschulen werden deutlich kleiner. Außerdem entscheiden sich immer mehr Jugendliche gegen eine Berufsausbildung und wählen stattdessen andere Wege wie weiterführende Schulen und im Anschluss ein Studium. Das sind zwei Faktoren, die sich negativ auf die Nachwuchsgewinnung in der beruflichen Ausbildung auswirken“, erklärt Amberg. Entscheidend sei auch die oft fehlende Vorbildung im Bereich Chemie. „Gerade an Mittelschulen wird oft sehr wenig Chemie unterrichtet, damit fehlen den jungen Menschen natürlich die Grundlagen für eine Ausbildung in diesem Bereich. Deshalb ist es sehr wichtig, direkt mit den Schulen in Kontakt zu treten“, appelliert Pfiffner. Ein Beispiel hierfür seien auch Schulpartnerschaften.

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