Neues Entwicklungs- und Produktionszentrum in Meitingen

SGL bringt Kunststoffe für Luftfahrt und Automobil zur Serienreife

Ein Blick ins neue Fiber Placement Center in Meitingen. Foto: SGL Group
Gemeinsam mit dem Fraunhofer IGVC sowie der Technischen Universität München hat die SGL Group in Meitingen das „Fiber Placement Center“ gegründet. Dort wollen die Institutionen gemeinsam zukunftsweisende Materialien für Automobil und Luftfahrt entwickeln.

Faserverstärkte Kunststoffe werden als Teil des Materialmix der Zukunft immer wichtiger. Für diesen Mix ist auch die stetige Weiterentwicklung der Faserverarbeitung entscheidend. Als besonders innovatives Verfahren gilt dabei das sogenannte Fiber Placement. Dabei werden die Fasern automatisiert, belastungsgerecht und materialeffizient gelegt und geschnitten. Ebendieses Fertigungs-Verfahren soll branchenübergreifend in Großserien-Anwendung gebracht werden. Dafür haben SGL Group und das Fraunhofer IGCV nun ein gemeinsames Fiber Placement Center gegründet. Hauptsitz des Zentrums ist der SGL-Standort in Meitingen. Als weitere Partner konnten die Anlagenhersteller Compositence GmbH und BA Composites GmbH gewonnen werden.

Enge Zusammenarbeit mit Fraunhofer und TU München

Das neue Entwicklungs- und Produktionszentrum umfasst eine Fläche von über 500 Quadratmetern. Dort haben die Kunden auf unterschiedlichen Hightech-Anlagen die Möglichkeit, verschiedene Fertigungs-Konzepte zu entwickeln und Prototypen zu fertigen. Stecken in diesen Konzepten Potenziale, kann die SGL Group die faserverstärkten Bauteile in die Großserie bringen. Eng verzahnt ist die Arbeit zudem mit dem SGL-eigenen Lightweight and Application Center in Meitingen, mit den wissenschaftlichen Teams des Fraunhofer IGCV in Augsburg und dem Lehrstuhl für Carbon Composites der Technischen Universität München.

Luftfahrt-Technologie wird anderen Branchen eröffnet

„Fiber Placement ermöglicht ein hohes Maß an Automatisierung in der Fertigung bei gleichzeitig hoher Flexibilität und besonders effektivem Materialeinsatz. Mit dem neuen Zentrum bieten wir diese aus der Luftfahrt kommende Technologie nun auf einem industriereifen Niveau auch anderen Branchen an. Für viele unserer Kunden ist dies eine interessante Alternative oder gute Ergänzung zu bereits bestehenden Verfahren auf dem Weg zur Serienfertigung von Bauteilen aus faserverstärktem Kunststoff“, erklärt Andreas Wüllner, Leiter des Geschäftsbereichs Composites – Fibers & Materials bei der SGL Group.

Erste Projekt-Vorbereitungen laufen bereits

„Am Fiber Placement Center zeigt sich sehr gut der Anspruch der Fraunhofer-Gesellschaft, mit anwendungsorientierter Forschung den Transfer zwischen Wissenschaft und Industrie konkret zu unterstützen und die Industrialisierung von faserverstärkten Kunststoffen zu fördern. Fiber Placement ist dabei ein Verfahren, das durch die zunehmende Nachfrage nach einem stärkeren Automatisierungsgrad der Fertigung für zukünftige Anwendungsfälle besonders geeignet ist und sehr von einer industrienahen Forschung profitiert“, ergänzt Prof. Dr. Klaus Drechsler, Leiter des Lehrstuhls für Carbon Composites der TU München. Schon jetzt laufen die ersten Projekt-Vorbereitungen im Fiber Placement Center. Offiziell wird das Zentrum dann am 6. März mit der Vorstellung des Zentrums auf der Branchenmesse JEC World in Paris in Betrieb genommen.

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