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Schwäbische M+E-Branche: abwarten und Tee trinken bayme vbm

Johannes Juppe, bayme vbm-Geschäftsführer Schwaben, u. Stefan Holzamer, bayme vbm-Vorsitzender Schwaben, Foto: B4B SCHWABEN
Johannes Juppe, bayme vbm-Geschäftsführer Schwaben, u. Stefan Holzamer, bayme vbm-Vorsitzender Schwaben, Foto: B4B SCHWABEN

Wie die halbjährliche bayme vbm-Umfrage in der schwäbischen Metall- und Elektro-Industrie jetzt zeigte, warten die Schwaben immer noch auf bessere Zeiten. Daher wird weniger produziert, weniger investiert – lediglich Zahl der Arbeitsplätze soll weiter steigen. Schwäbischer Geiz, sorgenvolle Vorsicht oder berechtigte Maßnahmen?

Auf einen deutlichen Konjunktur-Aufschwung wartet die schwäbische Metall- und Elektro-Industrie weiterhin. Bei der halbjährlichen Umfrage der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeber bayme vbm unter ihren Mitglieds-Betrieben in der Region zeigte sich diese Wartehaltung deutlich.

Erst für das kommende Jahr Chance auf Erholung erwartet

Stefan Holzamer, Vorsitzender der bayme vbm Region Augsburg und Schwaben und Geschäftsführer der SGL Technologies GmbH in Meitingen, beschrieb die derzeit in Schwaben herrschende Stimmung als unsicher. „Die exportorientierten Betriebe haben mit nachlassender Dynamik in den Schwellenländern zu kämpfen. Zudem hält die Rezession in Europa an“, so Holzamer. Erst für das kommende Jahr erwarteten die bayme vbm eine Chance auf Erholung. Dennoch sei für die zweite Jahreshälfte 2013 erfahrungsgemäß ein insgesamt besseres Ergebnis zu erwarten.

Bundesregierung muss Belastungen für Unternehmen einschränken

„Wenn wir als Industriestandort weiterhin erfolgreich sein wollen, muss es uns gelingen, Wertschöpfung in Deutschland und Bayern zu halten“, zeigte sich der bayme vbm-Vorsitzende Holzamer überzeugt. Dies funktioniere nur mit wettbewerbsfähigen Standort-Bedingungen. Daher müsse die deutsche Bundesregierung alles unterlassen, was die Unternehmen zusätzlich belastet. Dazu zählten unter anderem Steuererhöhungen sowie bestehende Werkvertragsregelungen.

bayme vbm fordern sichere Energieversorgung mit bezahlbaren Preisen

Auch die Energie-Versorgung müsse sicher und bezahlbar bleiben – im Vergleich mit Amerika schneide Deutschland bei den Energiepreisen überteuert aus. 9 Euro-Cent pro kWh in Deutschland träfen auf etwa 2 Euro-Cent pro kWh in den USA. „Erste Abwanderungen in der Region konnte man bereits beobachten“, merkte Holzamer weiter an und betonte, dass dieser Trend im Keim erstickt werden müsse.

Flexibilität als Kernforderung der bayme vbm

Die Kernforderung der bayme vbm laute jedoch: Flexibilität. „Nur mit Flexibilität können Volatilität und strukturelle Veränderungen erfolgreich bewältigt werden“, sagte Holzamer. Wenn Bayern seine Wertschöpfung erhalten wolle, müsse das gesamte Spektrum an Formen der Leistungserbringung zur Verfügung stehen. Dazu zählten Zeitarbeit, um Spitzenzeiten abzudecken sowie Dienst- und Werkverträge, damit Unternehmen den Fokus auf ihr Kerngeschäft legen können. Aus diesem Mix entstehe einerseits Flexibilität, andererseits Spezialisierung. „Sie sind elementare Bestandteile einer, wie wir sie nennen, hybriden Wertschöpfung“, erklärte der bayme vbm-Vorsitzende.

Einschätzung der M+E-Branche vergleichsweise positiv

Bei der bayme vbm-Umfrage schätzen die schwäbischen M+E-Unternehmer die allgemeine wirtschaftliche Lage dennoch vergleichsweise gut ein: 29,7 Prozent der Betriebe bewerteten die inländische Geschäftslage als gut, 12,0 Prozent stuften die derzeitige Situation als negativ ein. Bei der Bewertung des Export-Geschäftes schätzten 27,9 Prozent der Firmen dieses positiv ein, 19,2 Prozent negativ. Der je leicht positive Saldo aus positiven und negativen Bewertungen der Betriebe aus der Region spiegelt dabei grundsätzlich den bayernweiten Trend.

Bessere Erwartungen als bei vergangener bayme vbm-Umfrage

Für die kommenden Monate verbesserten sich die Erwartungen bei den befragten Unternehmen im Vergleich mit der letzten bayme vbm-Umfrage. Mehr Firmen erwarten bei ihrem Inlands- und Auslandsgeschäft eine Verbesserung – weniger eine Verschlechterung. Die meisten Firmen jedoch gehen von einer gleichbleibenden Geschäftsentwicklung aus: 78,2 Prozent beim Inlandgeschäft, 72,6 Prozent beim Auslandsgeschäft.

Schwaben widersetzen sich dem Bayern-Trend

Trotz der gestiegenen Erwartungen erhöhen voraussichtlich nur 22 Prozent der schwäbischen M+E Betriebe ihre Produktion in der zweiten Jahreshälfte. 9,6 Prozent der Unternehmen rechnen sogar damit, diese zurückzuschrauben. Abweichend vom Bayern-Trend sind in Schwaben außerdem die Investitionspläne der Betriebe gesunken. Dabei müssen 16,4 Prozent ihre Investitionen verringern, lediglich 8,4 Prozent planen, sie auszuweiten. Die meisten befragten Unternehmen – 75,2 Prozent – planen keine Anpassung der Investitionsbudgets.

Beschäftigungszahlen in Schwaben steigen an

Während die Umfrage-Ergebnisse für Investitionen bei schwäbischen Betrieben eher zurückgingen, haben sich die Beschäftigungspläne verbessert. 26,1 Prozent der Unternehmen wollen in den kommenden Monaten neue Stellen schaffen, nur 5,5 Prozent der Befragten befürchteten, Arbeitsplätze streichen zu müssen. Schwabens M+E-Arbeitgeber prognostizieren für das laufende Gesamtjahr in der Region einen Stellen-Zuwachs von etwa 1.250 Stellen – 500 im ersten Halbjahr, 750 im zweiten.

bayme vbm hoffen auf langsame Erholung der schwäbischen Wirtschaft

„Nach wie vor befindet sich die M+E-Industrie in Bayern in einer Schwächephase“, so Holzamer abschließend. „Dennoch haben wir die Hoffnung auf eine langsame Erholung, spätestens im kommenden Jahr.“

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Einschätzung der M+E-Branche vergleichsweise positiv

Bei der bayme vbm-Umfrage schätzen die schwäbischen M+E-Unternehmer die allgemeine wirtschaftliche Lage dennoch vergleichsweise gut ein: 29,7 Prozent der Betriebe bewerteten die inländische Geschäftslage als gut, 12,0 Prozent stuften die derzeitige Situation als negativ ein. Bei der Bewertung des Export-Geschäftes schätzten 27,9 Prozent der Firmen dieses positiv ein, 19,2 Prozent negativ. Der je leicht positive Saldo aus positiven und negativen Bewertungen der Betriebe aus der Region spiegelt dabei grundsätzlich den bayernweiten Trend.

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