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Pro und Contra: Sollten Arbeitszeiten von mehr als zehn Stunden erlaubt sein?
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Kommentar

Pro und Contra: Sollten Arbeitszeiten von mehr als zehn Stunden erlaubt sein?

Die B4BSCHWABEN.de Redakteure Michael Ermark und Louis Exenberger.
Die B4BSCHWABEN.de Redakteure Michael Ermark und Louis Exenberger. Foto: B4BSCHWABEN.de / Linus Pohl

Ulrike Scharf wagt als bayerische Arbeits- und Sozialministerin einen Vorstoß gegen die geltende Höchstarbeitszeit. Wäre eine Anhebung mit dem Arbeitnehmerschutz vereinbar?

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Die Nine-to-five-Mentalität bremst uns aus

von Louis Exenberger

Wandel, Flexibilität und Anpassung sind die Schlagwörter unserer heutigen Arbeitswelt. Für eine moderne Leistungsgesellschaft bedeutet dies, starre Strukturen vergangener Tage stetig aufzubrechen. Eine Entwicklung, die nicht gesetzlich vorgegeben wurde, sondern auch dem Wunsch nach mehr Vereinbarkeit von Familie und Beruf entspringt. Auch deswegen erscheint eine Erhöhung der Arbeitszeit zunächst als Widerspruch. Doch es ist deutlich angenehmer, die Schnüre selbst zu spannen, als sich in ein eng gestricktes Korsett zu zwingen.

Denn statt wie bisher, sollen Arbeitnehmer sich gemäß dem Vorschlag freiwillig für mehr als zehn Stunden Arbeit entscheiden dürfen. Dadurch steigt aber eben nicht die Wochenarbeitszeit an, womit der Aufschrei der Gewerkschaften hinfällig ist. Denn statt einer proklamierten Überforderung, ergibt sich für Angestellte eine weitere Möglichkeit zur besseren Work-Life-Balance. Wer dienstags zwölf Stunden ableistet, kann freitags die Vorarbeit mit mehr Wochenendzeit ausgleichen. Mit diesem Aufweichen der klassischen Nine-to-Five-Mentalität gibt es endlich mehr zeitlichen Spielraum für Behördengänge oder Arzttermine.

Aber Arbeitsbedingungen sollten eben nicht nur das persönliche Wohlbefinden des Mitarbeiterstabs stärken. Auch der Arbeitgeber und die Wirtschaftlichkeit seines Unternehmens müssen profitieren. Bei flexibleren Arbeitszeitgrenzen wäre das offensichtlich der Fall. Und was spricht schon gegen eine Win-Win Situation? Jedenfalls nicht das Argument, dass hierdurch eine Mehrarbeit entstehe, die der Gesundheit schadet. Mitarbeiter werden nicht zusätzlich gefordert und schon gar nicht gezwungen, sondern lediglich flexibel einsetzbar. Eine Konsequenz, die auch den Fachkräftemangel entschleunigt, wenn an einzelnen Tagen mehr Arbeit anfällt, als zeitlich bewältigt werden darf. Insbesondere den stark betroffenen Branchen des Tourismus, Gast- und Baugewerbes wäre damit geholfen. Wenn die Sonne mal länger scheint oder eine Hochzeitsgesellschaft bis in die Morgenstunden feiern will, muss es möglich sein, darauf zu reagieren.

Die Arbeitszeitgrenze von zehn Stunden ist ein weiterer Dominostein, der fallen muss, wenn wir uns den Gegebenheiten der Arbeitswelt anpassen wollen. Warum sollen wir weiter in Strukturen arbeiten, die vor Jahrzehnten eingeführt wurden und deren zeitgemäße Sinnhaftigkeit abgelaufen ist? An dieser Stelle lohnt sich der Querverweis zu unserem Rentensystem: Einst höchstfunktionsfähig, aber schon heute eine Altlast vergangener Generationen. Wollen Sie auch daran festhalten?

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Regelwerke gibt es nicht umsonst

von Michael Ermark

Unsere Arbeitswelt wird flexibler. Und das ist auch gut so. Doch ein neuer Vorschlag der Bayerischen Arbeitsministerin Ulrike Scharf fällt dabei etwas aus dem Rahmen. Bislang dürfen Beschäftigte maximal zehn Stunden am Stück arbeiten. Diese Regel soll jetzt in Ausnahmefällen aufgeweicht werden können. Aber die Idee ist meiner Meinung nach nicht besonders klug und noch weniger durchdacht. Die Zehn-Stunden-Regel gibt es ja nicht umsonst. „Aber Herr Ermark, Flexibilität ist doch super und jeder soll doch selbst entscheiden dürfen, wie er arbeitet“, mögen mir manche entgegenwerfen. „Unsinn!“, sage ich. Arbeitnehmer dürfen sich nicht von der vermeintlichen Flexibilität täuschen lassen.

Schlussendlich ist es kein wirtschaftliches Argument, ob Mitarbeiter selbst entscheiden dürfen, ob sie mehr als zehn Stunden am Stück arbeiten dürfen. Was aber sehr wohl ein wirtschaftliches Argument ist: Mitarbeiter lange am Arbeitsplatz halten. Denn gerade in Zeiten des Fachkräftemangels ist es durchaus wichtig, immer genug Personal zu haben. Aber dieser Vorschlag ist keine Lösung. Natürlich könnte man auf die Eigenverantwortung jedes einzelnen setzen, so viel zu arbeiten, wie es das Wohlbefinden zulässt. Aber die vergangenen beiden Jahre haben uns Masken- und Impfgegner, sowie Coronaleugner und Neofaschisten gezeigt, dass Eigenverantwortung nicht funktioniert, wenn wir sie auf die gesamte Gesellschaft übertragen. Ich will damit ausdrücklich nicht sagen, dass manche Mitarbeiter schlicht zu dämlich sind, selbst Grenzen zu ziehen. Aber Überlastung ist ein schleichender Prozess, der oft erst bemerkt wird, wenn es zu spät ist.

Und überhaupt: Seit gut 200 Jahren haben sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer in teils bitteren Auseinandersetzungen darauf verständigt, Urlaubstage, Krankheitstage und freie Wochenenden zum Usus zu machen. Wenn die 12 Stundenschicht plötzlich unter „Flexibilität“ fällt, was kommt als nächstes? 30 Urlaubstage nur noch freiwillig? Krankenversicherung nur noch für die, die Lust darauf haben oder die, die sie sich leisten können. Und das ist nicht einmal Polemik, wenn Sie in die USA schauen. In Deutschland arbeiten wir mit der sozialen Marktwirtschaft. Lassen Sie uns den Zusatz „sozial“ bitte nicht vergessen!

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