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Online-Shopper müssen Rücksendungen selbst bezahlen
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Online-Shop

Online-Shopper müssen Rücksendungen selbst bezahlen

 Online-Shopper müssen künftig die Rücksendungskosten selbst tragen, Foto: Maik Grabosch/pixelio.de

Eine Neuregelung, die den Online-Handel verändert. Der Bundestag hat beschlossen, dass die Käufer für Retouren künftig selbst bezahlen müssen. Damit geht ein Argument für den Online-Einkauf verloren. Doch wie wird sich der Beschluss auf das Kaufverhalten der Kunden auswirken und was bedeutet diese Neuregelung für den stationären Handel? Wir haben uns in Augsburg einmal umgehört.

Online einkaufen ist bei vielen Kunden sehr beliebt. Bequem von zu Hause aus durch das „Online-Kaufhaus“ stöbern und das bestellen, auf was man gerade Lust hat. Wenn die Ware geliefert wird und dann doch nicht gefällt, wird sie einfach und kostenfrei wieder zurückgeschickt. Doch damit ist jetzt Schluss, was viele Online-Händler, im Gegensatz zu ihren Kunden, freuen dürfte, denn die Retourenkosten sind für viele Online-Händler die Schattenseite des Online-Handels. Mitte Juni hat der Bundestag ein Gesetz zur Umsetzung der Verbraucherrechterichtlinie verabschiedet. Es regelt unter anderem die Pflicht zur Tragung der Rücksendekosten nach Ausübung de Widerrufsrechtes neu. Das heißt: Ab Juni 2014 müssen Online-Shopper ihre Rücksendungen selbst bezahlen. Ulrich Mayer vom No7 in der Steingasse sieht die Neuregelung zwiegespalten: „Berechtigte Reklamationen sollten natürlich weiterhin kostenfrei bleiben. Leider werden die kostenlosen Rücksendungen von vielen ausgenützt, um sich Sachen „zur Auswahl“ schicken zu lassen. Das bewerte ich als erweitere Dienstleistung und das kann dann durchaus etwas kosten.“ Ulrich Mayer selbst betreibt neben seinem Geschäft in Augsburg auch einen Webshop. „Wir haben eine Retourenquote im Promillebereich. Das liegt aber an der Ware. Soweit es uns möglich ist, werden wir auch in Zukunft kostenlose Rücksendungen anbieten.“ erklärt Mayer.

Vom Online-Shopper zum stationären Einkäufer

Die Neuregelung ist auf den ersten Blick für viele Online-Händler ein Segen. Insbesondere für Shopbetreiber in Branchen mit hohen Retourenquoten lässt sich dank des neuen Gesetzes viel Geld sparen. Eine Umfrage von Trusted Shops unter mehr als 250 Online-Händler in Deutschland ergab, dass 57 Prozent von ihnen planen, die Retourenkosten für ihre Kunden nicht zu übernehmen. „Viele Online-Händler wiegen sich mit diesem Vorhaben allerdings in einer Scheinsicherheit, denn die Interneteinkäufer planen mehrheitlich ihr Einkaufsverhalten im Netz zu ändern, wenn die Neuregelung in Kraft tritt. Insbesondere die weiblichen Online-Shopper“, so Dr. Carsten Föhlisch, Rechtsexperte des Online-Gütesiegels Trusted Shops. Für den stationären Handel kann diese Neuregelung ein Vorteil sein, vor allem bei retourenanfälligen Warengruppen wie Textilien, Oberbekleidung, Schuhen etc., meinte Wolfgang Puff, Geschäftsführer des Handelsverband Bayern e.V. Bezirk Schwaben. „Hier kann es beim Online-Kunden eine Rückbesinnung auf den traditionellen stationären Kauf geben. Werte wie fachkundige Beratung, Erlebniskauf und kein zeitlicher Aufwand mit der Rücksendung können wieder in den Vordergrund treten.“

Retouren werden ein noch stärkerer Wettbewerbsfaktor

Die Neuregelung trifft bei den Kunden auf wenig Verständnis und die Online-Händler müssen mit einer Änderung des Kaufverhaltens rechnen. Eine aktuelle Umfrage von TNS Emnid im Auftrag von Trusted Shops zeigt, dass mehr als jeder Dritte, um genau zu sein 37 Prozent, nur noch in Online-Shops einkaufen werden, die ihnen die Retourenkosten erstatten. Über die Hälfte (55 Prozent) von ihnen ist sich sogar sicher, nicht mehr in ihrem Lieblings-Online-Shop einzukaufen, wenn sie die Retourkosten selbst übernehmen muss. Damit werden die Retourenkosten zu einem noch größeren Wettbewerbsfaktor werden. „Gerade kleinere Shops werden spitz kalkulieren müssen. Denn die großen Versender werden wie bisher auch die Retourenregelungen im Sinne der Verbraucher gestalten“, so Dr. Föhlisch von Trusted Shops.

Pluspunkt für den stationären Handel?

Mit der Neuregelung geht dem Online-Handel ein entscheidender Wettbewerbsvorteil gegenüber dem stationären Einkauf verloren. Ob die Kunden ihr Kaufverhalten tatächlich ändern werden und wieder in die Geschäfte gehen bleibt abzuwarten. Der stationäre Handel sollte sich darauf nicht versteifen. „Ich denke der stationäre Handel muss sich auf seine Stärken besinnen und nicht zu sehr auf die Regulierung des Onlinehandels hoffen. Der stationäre Handel hat viele Vorzüge und diese gilt es für sich auszumachen und dem Kunden offensiv anzubieten. Dann ist diese Änderung ein „nice to have“ Punkt.“ ist sich Torsten Keller, Center Manager der „City-Galerie“ Augsburg, sicher. Die Neuregelung kann aber auch in anderer Hinsicht gut für den stationären Einzelhandel sein. Wolfgang Puff schließt nicht aus, dass Unternehmer aus dem stationären Einzelhandel jetzt Überlegungen anstellen, über ihr Geschäft hinaus auch im Webshop die eigenen Produkte anzubieten.