vbw Kongress

Mobilität in Augsburg: „Konzepte müssen flexibel ineinander greifen“

Die Chancen neuer Mobilitätskonzepte hängen auch davon ab, wie sich Mobilität in Zukunft entwickelt. Welchen Herausforderungen Schwaben gegenübersteht war Thema des jüngsten vbw Kongresses in Augsburg.

„Neue Mobilitätskonzepte für Wirtschaft und Bürger“ lautete der Titel der Veranstaltung am 12. September im Hotel Drei Mohren. Rund 60 Anmeldungen gingen bei der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) ein. Werner Ziegelmeier, stellvertretender Vorsitzender des Vorstands vbw Bezirksgruppe Schwaben, Carl Mannhardt, Director Business Excellence & Communications Faurecia Clean Mobility, Reiner Erben, Umweltreferent Stadt Augsburg und Dr. Simone Strohmayr MdL, diskutierten gemeinsam im Teesaal.

„Müssen alles dafür tun, Mobilitätskonzepte hier zu entwickeln“

Moderne Mobilität ist entscheidende Voraussetzung für wirtschaftlichen Erfolg und hohe Lebensqualität, so der Konsens, doch: „Alle Verkehrskonzepte müssen flexibel ineinander greifen“, erklärte Ziegelmeier. Das heiße auch, selbst Hand anlegen. „Wir müssen alles dafür tun, Mobilitätskonzepte hier zu entwickeln, testen und auf den Markt zu bringen, um nicht noch weiter überholt zu werden.“ Die vier größten Herausforderungen seien dabei „autonomes Fahren“, „alternative Antriebssysteme“, „Angebot und Nachfrage-Modelle“ und „Infrastruktur für Verkehr und Digitales“.

Intelligente Verkehrssysteme auf dem Vormarsch

„Dem automatisierten und autonomen Fahren kann die Zukunft gehören“, ist Werner Ziegelmeier überzeugt. Intelligente Verkehrssystem könnten zudem CO2 senken, Staus verhindern und für mehr Sicherheit sorgen. „Die höchste Automatisierungsstufe kann Ende 2020 schon erreicht sein.“ Das zeigen aktuelle Studien, auch wenn er diese kritisch beäuge. Abhängig sei dies auch von den vorhandenen Strukturen. „Dass wir neben der Verkehrsinfrastruktur auch die digitalen Strukturen brauchen, ist klar.“

vbw Kongress im Steigenberger Drei Mohren Augsburg

„Augsburg nicht in der unmittelbaren Gefahr, Dieselfahrverbots-Zone zu werden“

Dafür gibt die Stadt Augsburg viel Geld aus. Rund 12,5 Millionen Euro an Investitionen umfasse der entsprechende Masterplan. Darunter intelligente Ampelschaltungen: 528.000 Euro an der Haunstetterstraße und 360.000 Euro für den Bereich Neuburger- bis Karlstraße. Sechs Millionen Euro fließen in ein Verkehrs- und Parkleitsystem. Mit diesen Maßnahmen soll auch der Luftverschmutzung entgegen gewirkt werden. Reiner Erben betonte dabei: „Wir sind in Augsburg nicht in der unmittelbaren Gefahr, Dieselfahrverbots-Zone zu werden.“ Diese Möglichkeit belastet dennoch viele Betriebe, wie Carl Mannhardt erklärt. Verunsichert seien gerade kleine und mittlere, es geht teilweise um ihre Existenz.

Weniger CO2, mehr Elektro

Die Stadt plant derweil, bis 2030 Mobilität in Augsburg auf eine Viertel-Lösung zu bringen: Ja 25 Prozent soll der Anteil an Fußgängern, Radfahrern, Autofahrern und ÖPNV-Nutzern ausmachen. Zwar mache der Verkehr mit 17,7 Prozent den kleinsten Anteil der Luftverschmutzung aus, doch „wir müssen überall dran arbeiten“, so der Umweltreferent. Zudem wolle die Stadt an der Elektromobilität vorantreiben. „Die Stadt ist und muss Gestalter sein.“

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