Wie Banken in der Corona-Krise helfen

Kreissparkasse Augsburg hilft unbürokratisch in der Krise

Die Corona-Pandemie hat viele Unternehmen in Existenznot gebracht. Wir haben bei Banken in der Region nachgefragt, wie sie ihre Kunden in dieser Zeit unterstützen. Richard Fank, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Augsburg, erklärt im Interview, wer die Corona-Schnellkredite bekommen kann.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Wie wirkt sich die Krise auf Ihre Bank aus?

Richard Fank: Wir arbeiten im Hochbetrieb, auch wenn es nach außen manchmal ruhig aussieht. Wir sind für unsere Kunden weiterhin jederzeit telefonisch und online da, auch unsere Geschäftsstellen sind geöffnet. Persönliche Beratungen sind möglich. Wir haben allen notwendigen Schutzmaßnahmen wie Mundschutz und Desinfektion ergriffen. Allerdings sollten Kunden nur zu uns kommen, wenn sie symptomfrei sind. Wir versuchen im Vorfeld persönlicher Gespräche möglichst viel telefonisch vorzubereiten, um die Beratungszeit so kurz wie möglich zu halten. Zum Schutz unserer Mitarbeiter und Kunden verweisen wir weiterhin auf unsere digitalen Angebote. Dementsprechend erleben wir eine starke Verschiebung auf das Online-Banking und alle Online-Services, die den Zahlungsverkehr von Zuhause ermöglichen. Unsere persönlichen Berater arbeiten verstärkt in unserer Online-Filiale und beraten hier. Im Innenbetrieb herrscht außerdem jede Menge Aktivität, weil wir die Hilfsprogramme der Förderbanken für Unternehmen, die wegen der Corona-Krise Liquiditätshilfen brauchen, als Hausbank vor Ort umsetzen.

Vor welchen Herausforderungen stehen Sie als Bank?

Zunächst einmal nehmen wir unsere Verantwortung für die Sicherung der Infrastruktur sehr ernst. Zu jeder Phase der Pandemie stellen wir die Bargeldversorgung uneingeschränkt sicher und tun alles technisch und menschenmögliche, dass es zu keiner Störung kommt. Den hygienischen Standards entsprechend sehen wir gerade einen starken Anstieg bei der Kartenzahlung und dem kontaktlosen Bezahlen.

Haben Sie Ihre Personalkapazitäten für Firmenkunden aufgestockt?

Unsere Personalkapazitäten haben wir für die Bearbeitung der Kreditanfragen unserer Unternehmenskunden aufgestockt und setzen auch Mitarbeiter aus anderen Bereichen ein. Die Kreditbearbeitungsprozesse laufen gerade auf Hochtouren. Mitarbeiter, die nicht im Kundenkontakt stehen, arbeiten zu großen Teilen von Zuhause aus, Absprachen und Termine finden nun telefonisch statt persönlich statt. Wir als regionale Sparkasse sehen es als selbstverständlich an, in dieser schwierigen Zeit für unsere Kunden da zu sein und zu unterstützen. Wir haben es bisher geschafft, mit hohem Einsatz unserer Mitarbeiter alles Geschäftsstellen für unsere Kunden offen zu halten.

Wie viele Unternehmen haben bereits Förderkredite in Anspruch genommen?

In den letzten Wochen haben wir bereits über 400 Beratungsgespräche mit Unternehmen geführt. Aktuell haben wir rund 120 Anfragen von Kunden für Förderkrediten vorliegen. Daraus haben sich bisher circa 60 konkrete Anträge ergeben.

Welche Möglichkeiten gibt es?

Der Staat stellt über verschiedene Förderbanken Kreditmittel zur Verfügung, die zu besonderen Konditionen beansprucht werden können. Die LfA Förderbank Bayern und die KfW Kreditanstalt für Wiederaufbau etwa können hohe Volumina zu günstigen Kreditkonditionen vergeben und übernehmen auch den Großteil des Haftungsrisikos, was uns die Kreditentscheidung erleichtert. Die Haftungsfreistellung entbindet uns jedoch nicht von einer Kreditprüfung. Wer einen Antrag stellen will, wendet sich an seine Hausbank. Wir prüfen den Kreditantrag, und sorgen dann bei erfolgreicher Prüfung für eine rasche Auszahlung.

Wer bekommt die Kredite zu günstigen Konditionen? Welche Voraussetzungen müssen gegeben sein?

Es muss klare Regeln geben und die heißen, dass antragstellende Unternehmen ein tragfähiges Geschäftsmodell haben und darlegen müssen, dass sie erst durch die Corona-Krise in Finanzierungsschwierigkeiten geraten sind. Auch den gerade aufgelegten KfW-“Schnellkredit“ mit deutlich reduziertem Prüfungsumfang können nur Unternehmen bekommen, die im Durchschnitt der letzten drei Jahre Gewinn gemacht haben – oder mindestens im Jahr 2019.

Kredite zu günstigen Konditionen können wir in einem grundsätzlich vereinfachten Verfahren vergeben, da die LfA und die KfW bis zu bestimmten Kredithöhen auf eine eigene Kreditprüfung verzichten und sich auf unser Urteil verlassen. Der Prozess soll unkompliziert laufen, die Kreditprüfung bei der Hausbank bzw. Sparkasse muss aber natürlich weiterhin den banküblichen gesetzlichen Vorgaben entsprechen. Antragsteller müssen auch weiterhin als kreditwürdig eingestuft sein, um ein Darlehen zu bekommen.

Kommt die Hilfe vom Staat auch wirklich bei den Unternehmen an? Welche Rückmeldungen erhalten Sie?

Ja, sie kommt sehr direkt an sogar. Natürlich können Kreditprüfungen für einen Unternehmer, der schnell Geld braucht, nie schnell genug gehen. Weniger nachvollziehbar ist, dass die verständliche Ungeduld von einzelnen Politikern und Verbandsvertretern noch verstärkt wird. Die Sparkassen haben schon über 230.000 Kunden ganz ohne Zutun der KfW Luft verschafft, indem sie für bestehende Kredite Zins und Tilgung vorübergehend ausgesetzt haben. Anträge auf KfW-Förderkredite, für die die KfW eine Risikoprüfung durch die Hausbanken oder Sparkassen vorsieht, werden mit Hochdruck bearbeitet. Wir sind da auf dem Laufenden.

Schon kurz nach dem Start der ersten KfW-Förderkredite floss das erste Geld an Kunden. Das war nur möglich, indem wir als Hausbank der Unternehmen teilweise sogar am Tag der Antragstellung selbst mit Finanzierungen in Vorleistung gegangen sind.

Das wichtigste in der aktuellen Situation sind zuverlässige Informationen und ein persönlicher Ansprechpartner für unsere Unternehmenskunden. Die Sparkassen und Landesbanken in Deutschland haben mit ihren gewerblichen Kunden in der aktuellen Krise schon jetzt gut 800.000 Beratungsgespräche geführt, wie bereits erwähnt, allein wir in unserer Kreissparkasse 400.

Haften Sie als Hausbank, wenn der Kredit nicht zurückbezahlt wird?

Es gibt eine Haftungsfreistellung für die finanzierende Hausbank. Die Höhe der Freistellung hängt vom jeweils vergebenen Kredit ab. Es gibt inzwischen von KFW und LfA auch Programme mit 100 Prozent Haftungsfreistellung. Das heißt: Wenn der Kredit nicht zurückbezahlt werden würde, bekäme die ausreichende Hausbank mittlerweile den kompletten Anteil an diesem Kreditausfall von der Förderbank „erstattet“. Ist die Haftungsfreistellung niedriger, muss die Hausbank den Rest selbst übernehmen.

Wo gibt es abseits von Förderkrediten derzeit erhöhten Beratungsbedarf?

Die Corona-Krise verunsichert die Menschen weltweit. Viele Sparer fragen sich natürlich, wie sich die Pandemie auf ihre Vermögensanlage auswirkt und wie sie sich in der aktuellen Situation verhalten sollen. Dementsprechend führen unsere persönlichen Berater auch hierzu viele Gespräche. Wir beobachten, dass es bei verschiedenen Anlagen zu zum Teil deutlichen Kursverlusten an den Börsen gekommen ist. Allerdings sollten diese, wie auch die Corona-Krise, zeitlich begrenzt sein. Sofort verkaufen bedeutet reale Verluste. Wer dagegen ruhig bleibt und besonnen agiert, hat die Chance auf Kursgewinne, sobald die Erholung eintritt. Risiken durch schwankende Kurse können Anleger durch regelmäßiges Wertpapiersparen in breitgestreute Aktienfonds verringern. So setzen sie nicht alles auf eine Karte, sondern investieren Monat für Monat in den Markt.

Immer wieder wird Gold als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten bezeichnet. Allerdings haben die letzten Monate gezeigt: Auch der Goldpreis kann da stark schwanken. Gold gleicht als langfristige und wertbeständige Geldanlage die Inflation aus und stellt ein Sicherheitspolster dar. Es sollte einen geringen Teil im Portfolio ausmachen.

Was können kleine Unternehmen und Selbstständige tun?

Gerade Klein- und Kleinstunternehmen können durch plötzliche Umsatzeinbrüche schnell in eine Notlage geraten – häufig reichen die Rücklagen nicht für mehr als einen Monat ohne jedwede Einkünfte aus. Deshalb ist in Krisenzeiten der soziale Zusammenhalt besonders wichtig und der Bund unterstützt mit schnellen günstigen Krediten. Wir bauen schon seit über 160 Jahren auf vertrauensvolle, langfristige Kundenbeziehungen – das zahlt sich jetzt für unsere Kunden aus: Durch erweiterte oder neue Kreditlinien, zusätzliche Liquidität oder das Pausieren von Zins und Tilgung für bestehende Kredite können wir häufig unbürokratisch helfen. Das Einfachste, was kleine Unternehmen und Selbstständige also tun können, ist mir uns zu reden.

Viele können auch Soforthilfe aus dem Schutzschirm des Freistaats Bayern beantragen. Die Antragstellung läuft nicht über die Hausbanken, sondern über die Regierungsbezirke. Für Selbstständige und Freiberufler ist außerdem ein weiteres bundesweites Gesetzespaket beschlossen worden. Hier geht es um die Betroffenen, die bestehende Programme nicht ausreichend nutzen können. Oft sind hier vor allem Zuschüsse aus Steuergeldern wirksam, da Kredite nur in Ausnahmefällen in Frage kommen. Diese Zuschüsse müssen – anders als Kredite – nicht zurückgezahlt werden. So werden mehrere Schirme aufgespannt, um den Unternehmen und Selbstständigen in unserer Region finanzielle Rückendeckung in der Corona-Krise zu geben. Das ist uns sehr wichtig, denn wir wollen, dass die Wirtschaft im Augsburger Land auch nach der Krise so leistungsfähig ist wie zuvor.

Zudem gibt es die Möglichkeit, zum Beispiel Steuerzahlungen stunden zu lassen, das geht sehr einfach.

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Wie Banken in der Corona-Krise helfen

Kreissparkasse Augsburg hilft unbürokratisch in der Krise

Die Corona-Pandemie hat viele Unternehmen in Existenznot gebracht. Wir haben bei Banken in der Region nachgefragt, wie sie ihre Kunden in dieser Zeit unterstützen. Richard Fank, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Augsburg, erklärt im Interview, wer die Corona-Schnellkredite bekommen kann.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Wie wirkt sich die Krise auf Ihre Bank aus?

Richard Fank: Wir arbeiten im Hochbetrieb, auch wenn es nach außen manchmal ruhig aussieht. Wir sind für unsere Kunden weiterhin jederzeit telefonisch und online da, auch unsere Geschäftsstellen sind geöffnet. Persönliche Beratungen sind möglich. Wir haben allen notwendigen Schutzmaßnahmen wie Mundschutz und Desinfektion ergriffen. Allerdings sollten Kunden nur zu uns kommen, wenn sie symptomfrei sind. Wir versuchen im Vorfeld persönlicher Gespräche möglichst viel telefonisch vorzubereiten, um die Beratungszeit so kurz wie möglich zu halten. Zum Schutz unserer Mitarbeiter und Kunden verweisen wir weiterhin auf unsere digitalen Angebote. Dementsprechend erleben wir eine starke Verschiebung auf das Online-Banking und alle Online-Services, die den Zahlungsverkehr von Zuhause ermöglichen. Unsere persönlichen Berater arbeiten verstärkt in unserer Online-Filiale und beraten hier. Im Innenbetrieb herrscht außerdem jede Menge Aktivität, weil wir die Hilfsprogramme der Förderbanken für Unternehmen, die wegen der Corona-Krise Liquiditätshilfen brauchen, als Hausbank vor Ort umsetzen.

Vor welchen Herausforderungen stehen Sie als Bank?

Zunächst einmal nehmen wir unsere Verantwortung für die Sicherung der Infrastruktur sehr ernst. Zu jeder Phase der Pandemie stellen wir die Bargeldversorgung uneingeschränkt sicher und tun alles technisch und menschenmögliche, dass es zu keiner Störung kommt. Den hygienischen Standards entsprechend sehen wir gerade einen starken Anstieg bei der Kartenzahlung und dem kontaktlosen Bezahlen.

Haben Sie Ihre Personalkapazitäten für Firmenkunden aufgestockt?

Unsere Personalkapazitäten haben wir für die Bearbeitung der Kreditanfragen unserer Unternehmenskunden aufgestockt und setzen auch Mitarbeiter aus anderen Bereichen ein. Die Kreditbearbeitungsprozesse laufen gerade auf Hochtouren. Mitarbeiter, die nicht im Kundenkontakt stehen, arbeiten zu großen Teilen von Zuhause aus, Absprachen und Termine finden nun telefonisch statt persönlich statt. Wir als regionale Sparkasse sehen es als selbstverständlich an, in dieser schwierigen Zeit für unsere Kunden da zu sein und zu unterstützen. Wir haben es bisher geschafft, mit hohem Einsatz unserer Mitarbeiter alles Geschäftsstellen für unsere Kunden offen zu halten.

Wie viele Unternehmen haben bereits Förderkredite in Anspruch genommen?

In den letzten Wochen haben wir bereits über 400 Beratungsgespräche mit Unternehmen geführt. Aktuell haben wir rund 120 Anfragen von Kunden für Förderkrediten vorliegen. Daraus haben sich bisher circa 60 konkrete Anträge ergeben.

Welche Möglichkeiten gibt es?

Der Staat stellt über verschiedene Förderbanken Kreditmittel zur Verfügung, die zu besonderen Konditionen beansprucht werden können. Die LfA Förderbank Bayern und die KfW Kreditanstalt für Wiederaufbau etwa können hohe Volumina zu günstigen Kreditkonditionen vergeben und übernehmen auch den Großteil des Haftungsrisikos, was uns die Kreditentscheidung erleichtert. Die Haftungsfreistellung entbindet uns jedoch nicht von einer Kreditprüfung. Wer einen Antrag stellen will, wendet sich an seine Hausbank. Wir prüfen den Kreditantrag, und sorgen dann bei erfolgreicher Prüfung für eine rasche Auszahlung.

Wer bekommt die Kredite zu günstigen Konditionen? Welche Voraussetzungen müssen gegeben sein?

Es muss klare Regeln geben und die heißen, dass antragstellende Unternehmen ein tragfähiges Geschäftsmodell haben und darlegen müssen, dass sie erst durch die Corona-Krise in Finanzierungsschwierigkeiten geraten sind. Auch den gerade aufgelegten KfW-“Schnellkredit“ mit deutlich reduziertem Prüfungsumfang können nur Unternehmen bekommen, die im Durchschnitt der letzten drei Jahre Gewinn gemacht haben – oder mindestens im Jahr 2019.

Kredite zu günstigen Konditionen können wir in einem grundsätzlich vereinfachten Verfahren vergeben, da die LfA und die KfW bis zu bestimmten Kredithöhen auf eine eigene Kreditprüfung verzichten und sich auf unser Urteil verlassen. Der Prozess soll unkompliziert laufen, die Kreditprüfung bei der Hausbank bzw. Sparkasse muss aber natürlich weiterhin den banküblichen gesetzlichen Vorgaben entsprechen. Antragsteller müssen auch weiterhin als kreditwürdig eingestuft sein, um ein Darlehen zu bekommen.

Kommt die Hilfe vom Staat auch wirklich bei den Unternehmen an? Welche Rückmeldungen erhalten Sie?

Ja, sie kommt sehr direkt an sogar. Natürlich können Kreditprüfungen für einen Unternehmer, der schnell Geld braucht, nie schnell genug gehen. Weniger nachvollziehbar ist, dass die verständliche Ungeduld von einzelnen Politikern und Verbandsvertretern noch verstärkt wird. Die Sparkassen haben schon über 230.000 Kunden ganz ohne Zutun der KfW Luft verschafft, indem sie für bestehende Kredite Zins und Tilgung vorübergehend ausgesetzt haben. Anträge auf KfW-Förderkredite, für die die KfW eine Risikoprüfung durch die Hausbanken oder Sparkassen vorsieht, werden mit Hochdruck bearbeitet. Wir sind da auf dem Laufenden.

Schon kurz nach dem Start der ersten KfW-Förderkredite floss das erste Geld an Kunden. Das war nur möglich, indem wir als Hausbank der Unternehmen teilweise sogar am Tag der Antragstellung selbst mit Finanzierungen in Vorleistung gegangen sind.

Das wichtigste in der aktuellen Situation sind zuverlässige Informationen und ein persönlicher Ansprechpartner für unsere Unternehmenskunden. Die Sparkassen und Landesbanken in Deutschland haben mit ihren gewerblichen Kunden in der aktuellen Krise schon jetzt gut 800.000 Beratungsgespräche geführt, wie bereits erwähnt, allein wir in unserer Kreissparkasse 400.

Haften Sie als Hausbank, wenn der Kredit nicht zurückbezahlt wird?

Es gibt eine Haftungsfreistellung für die finanzierende Hausbank. Die Höhe der Freistellung hängt vom jeweils vergebenen Kredit ab. Es gibt inzwischen von KFW und LfA auch Programme mit 100 Prozent Haftungsfreistellung. Das heißt: Wenn der Kredit nicht zurückbezahlt werden würde, bekäme die ausreichende Hausbank mittlerweile den kompletten Anteil an diesem Kreditausfall von der Förderbank „erstattet“. Ist die Haftungsfreistellung niedriger, muss die Hausbank den Rest selbst übernehmen.

Wo gibt es abseits von Förderkrediten derzeit erhöhten Beratungsbedarf?

Die Corona-Krise verunsichert die Menschen weltweit. Viele Sparer fragen sich natürlich, wie sich die Pandemie auf ihre Vermögensanlage auswirkt und wie sie sich in der aktuellen Situation verhalten sollen. Dementsprechend führen unsere persönlichen Berater auch hierzu viele Gespräche. Wir beobachten, dass es bei verschiedenen Anlagen zu zum Teil deutlichen Kursverlusten an den Börsen gekommen ist. Allerdings sollten diese, wie auch die Corona-Krise, zeitlich begrenzt sein. Sofort verkaufen bedeutet reale Verluste. Wer dagegen ruhig bleibt und besonnen agiert, hat die Chance auf Kursgewinne, sobald die Erholung eintritt. Risiken durch schwankende Kurse können Anleger durch regelmäßiges Wertpapiersparen in breitgestreute Aktienfonds verringern. So setzen sie nicht alles auf eine Karte, sondern investieren Monat für Monat in den Markt.

Immer wieder wird Gold als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten bezeichnet. Allerdings haben die letzten Monate gezeigt: Auch der Goldpreis kann da stark schwanken. Gold gleicht als langfristige und wertbeständige Geldanlage die Inflation aus und stellt ein Sicherheitspolster dar. Es sollte einen geringen Teil im Portfolio ausmachen.

Was können kleine Unternehmen und Selbstständige tun?

Gerade Klein- und Kleinstunternehmen können durch plötzliche Umsatzeinbrüche schnell in eine Notlage geraten – häufig reichen die Rücklagen nicht für mehr als einen Monat ohne jedwede Einkünfte aus. Deshalb ist in Krisenzeiten der soziale Zusammenhalt besonders wichtig und der Bund unterstützt mit schnellen günstigen Krediten. Wir bauen schon seit über 160 Jahren auf vertrauensvolle, langfristige Kundenbeziehungen – das zahlt sich jetzt für unsere Kunden aus: Durch erweiterte oder neue Kreditlinien, zusätzliche Liquidität oder das Pausieren von Zins und Tilgung für bestehende Kredite können wir häufig unbürokratisch helfen. Das Einfachste, was kleine Unternehmen und Selbstständige also tun können, ist mir uns zu reden.

Viele können auch Soforthilfe aus dem Schutzschirm des Freistaats Bayern beantragen. Die Antragstellung läuft nicht über die Hausbanken, sondern über die Regierungsbezirke. Für Selbstständige und Freiberufler ist außerdem ein weiteres bundesweites Gesetzespaket beschlossen worden. Hier geht es um die Betroffenen, die bestehende Programme nicht ausreichend nutzen können. Oft sind hier vor allem Zuschüsse aus Steuergeldern wirksam, da Kredite nur in Ausnahmefällen in Frage kommen. Diese Zuschüsse müssen – anders als Kredite – nicht zurückgezahlt werden. So werden mehrere Schirme aufgespannt, um den Unternehmen und Selbstständigen in unserer Region finanzielle Rückendeckung in der Corona-Krise zu geben. Das ist uns sehr wichtig, denn wir wollen, dass die Wirtschaft im Augsburger Land auch nach der Krise so leistungsfähig ist wie zuvor.

Zudem gibt es die Möglichkeit, zum Beispiel Steuerzahlungen stunden zu lassen, das geht sehr einfach.

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