Streckenausbau des Schienenverkehrs

Jahrhundertprojekt: Landkreis Augsburg ist für Drittes Gleis

Die Kommunen des Landkreis Augsburg haben über den Ausbau der Bahnstrecke zwischen Augsburg und Dinkelscherben entschieden. Das sind die Gründe.

Die wohl größte gemeinsame Sitzung in der Landkreisgeschichte ist am Montagabend mit zwölf einheitlichen und überwiegend einstimmigen Einzelbeschlüssen der teilnehmenden Kommunen, die vom Ausbau der Bahnstrecke zwischen Augsburg und Dinkelscherben betroffen sind, zu Ende gegangen. Es nahmen Ratsmitglieder aus Neusäß, Langenneufnach, Gessertshausen, Ustersbach, Aystetten, Kutzenhausen, Horgau, Fischach, Dinkelscherben, Diedorf, Gersthofen, Zusmarshausen und Adelsried teil. Dies sind genau die Gremien, deren Kommunen von einem der denkbaren Trassenverläufe tangiert würden.

Nächste Schritte werden eingeleitet 

Landrat Martin Sailer, der die Sitzung initiiert hatte, zeigte sich im Anschluss zufrieden: „Wir haben hier einen historischen Beschluss für ein Jahrhundertprojekt gefasst. Mit diesem Ergebnis können wir ein ernstzunehmendes und starkes Signal nach Berlin senden und uns für die Beschleunigung des Verfahrens zum Ausbau des dritten Gleises sowie für die Ertüchtigung der Bestandsstrecke einsetzen.“ Konkret werde man im nächsten Schritt mit den zwölf Beschlüssen der Landkreiskommunen und dem gleichlautenden Kreistagsbeschluss vom Juli des vergangenen Jahres sowohl auf den Bahnvorstand als auch auf das zuständige Bundesministerium zugehen.

Streckenausbau für attraktiveren Schienenverkehr 

Im Detail unterstreicht der Beschluss die zentrale Forderung nach der schnellstmöglichen Umsetzung des im Bundesverkehrswegeplans 2030 festgelegten Baus eines dritten und – wo nötig – vierten Gleises auf der Strecke zwischen Dinkelscherben und Augsburg. Mit dieser Maßnahme ließe sich durch das Angebot zusätzlicher Verbindungen die Fahrzeit reduzieren und der Schienenpersonennahverkehr in der Region erheblich attraktiver machen. Neben der Verbesserung der Mobilitätsinfrastruktur würde durch die Verlagerung von Teilen des Verkehrsaufkommens auf die klimafreundlichere Schiene auch dem Umweltschutz Rechnung getragen werden. 

Bei knapp 250 Mitgliedern aus den Stadt-, Markt- und Gemeinderäten erhielt der vorgelegte Beschlussvorschlag der Landkreisverwaltung, welcher bereits im Juli 2019 vom Kreistag verabschiedet worden war, insgesamt lediglich vierzehn Gegenstimmen aus vier Gemeinden. Einzig Gessertshausen stimmte mit knapper Mehrheit gegen den Beschluss. Neun der dreizehn Gremien stimmten dem Beschluss in ihrer jeweiligen Zuständigkeit einstimmig zu. „Mit diesem klaren Ergebnis haben wir nun guten Rückenwind für die nächsten anstehenden Schritte und insbesondere für eine mögliche Beschleunigung des Verfahrens“, erklärte Landrat Sailer.

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