300 schwäbische Unternehmen betroffen

IHK Schwaben meldet Talfahrt beim Türkei-Geschäft

Symbolbild/Blaue Moschee in Istanbul. Foto: Dr. Klaus-Uwe Gerhardt  / pixelio.de
Die Krisenstimmung zwischen Deutschland und der Türkei wirkt sich immer massiver auf die Wirtschafts-Beziehungen der beiden Länder aus. Von dieser Entwicklung sind knapp 300 schwäbische Unternehmen betroffen.

Im ersten Halbjahr 2017 gingen die Ausfuhren bayerischer Unternehmen in die Türkei im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast ein Viertel zurück. Das meldete nun die Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwaben. Damit kann sich die Türkei gerade noch unter den Top 20 Handelspartnern der bayerischen Wirtschaft halten, allerdings bei abnehmender Bedeutung.

40 Prozent rechnen mit Einbußen bei den Einnahmen

Der Anteil des Türkei-Geschäfts am Gesamtexport der bayerischen Wirtschaft ging von 1,8 Prozent (2016) zur Jahresmitte 2017 auf 1,4 Prozent zurück. Das trifft auch die rund 300 schwäbischen Unternehmen, die aktive Geschäftsbeziehungen in die Türkei unterhalten. Bereits im Frühjahr 2017 zeigte eine Blitzbefragung der IHK Schwaben unter den Türkei-aktiven schwäbischen Unternehmen, dass 40 Prozent der Befragten für das laufende Geschäftsjahr Umsatzeinbußen erwarten. Dabei gelten rechtliche Unsicherheit, Währungsverfall, Preisanstieg sowie die anhaltende Rezession als Hauptursachen für die negative Einschätzung der Unternehmen.

Handelshemmnisse kosten Zeit und Geld

Eine zusätzliche Belastung erfahren die Unternehmen durch Handelshemmnisse. Dazu zählen etwa die fortlaufenden Änderungen türkischer Einfuhrregelungen. „Die Unternehmen müssen sich auf immer neue Anforderungen bei der Zollabwicklung einstellen“, erklär Jana Lovell, Leiterin des Geschäftsfelds International der IHK Schwaben. „Das bedeutet einen enormen bürokratischen Aufwand und kostet die schwäbischen Unternehmen unnötig Zeit und Geld.“

72 Prozent der Unternehmen wollen Türkei-Geschäft aufrechterhalten

Trotzdem will die deutliche Mehrheit der Befragten an ihrem Türkei-Engagement festhalten. 72 Prozent sprachen sich dafür gegenüber der IHK Schwaben aus. Allerdings mahnt die IHK-Expertin Lovell: „Unsere Unternehmen brauchen verlässliche Rahmenbedingungen und Planungssicherheit.“ Vor diesem Hintergrund organisiert die IHK Schwaben am 21. November ein IHK Spezial. In diesem wird der renommierte Experte Prof. Dr. Christian Rumpf, Rechtsanwalt und Honorarprofessor für Türkisches Recht, über anstehende Änderungen und aktuelle Rahmenbedingungen für Geschäfte mit der Türkei informieren.

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