Heimische Wirtschaft beleben

Gründerwettbewerb „PlanB“ sucht grüne Ideen in Bayern

Dr. Viola Rückert, Claudia Kirchmair, Alfred Kailing, Thomas Gutjahr, Lena-Maria Bredl. Foto: B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Ob Produkt, Verfahren, Dienstleistung oder Technologie – gefragt sind alle Ideen, die sich mit biobasierten Roh- und Reststoffen beschäftigen. Eine Nische im Trend.

Jedes Unternehmen startet mit einer Idee. Ab da ist es nur ein kleiner Schritt bis zum Gründungsgedanken. Mit Leidenschaft und Engagement kann daraus etwas entstehen, dass die Wirtschaft verändert. So nachhaltig, wie die Ideen selbst.

Wettbewerb öffnet sich

Darauf zielt der Gründerwettbewerb „PlanB“ ab. Dieser steht für Biomasse Business Bayern. Derzeit ist das Projektteam in Schwaben unterwegs. In den ersten beiden Auflagen nahmen knapp 50 Gründer teil. Alle sechs ausgezeichneten Unternehmer konnten ihr Business erfolgreich am Markt etablieren, suchen Mitarbeiter und arbeiten mit Partnern zusammen. 2018 sollen es 30 weitere sein, die ihre Ideen mit Hilfe der Experten vorantreiben. Dafür braucht es im ersten Schritt keinen ausgefeilten Businessplan, sondern nur eine Ideenskizze. So soll der Wettbewerb für mehr Bewerber geöffnet werden.

Chance für Handwerker

Von dieser niedrigeren Schwelle profitieren nicht zuletzt auch Handwerker und junge Betriebe. Die Zeit für einen kompletten Businessplan fehlt vielen, die Ideen und Ansätze sind aber da. Handwerker seien zudem traditionsgemäß prädestiniert für das Thema Nachhaltigkeit. Sie arbeiten mit vielen biobasierten Roh- und Reststoffen wie Holz. Hierfür neue Anwendungs-Möglichkeiten oder Formen eines modernen Wirtschaftens zu finden, liege nahe, ist Alfred Kailing von der Handwerkskammer für Schwaben überzeugt. Unter den ersten sieben Bewerbungen sind bereits fünf von Handwerkern. Dies sei ein „guter Trend“.

Unterstützung bis zum Pitch

Bis zum 14. August besteht die Möglichkeit, seine Bewerbung einzureichen. Dann startet die Coaching-Phase, in der Workshops, Gründer-Events, Netzwerktreffen und Vor-Ort-Besuche stattfinden. Anfang Dezember pitchen die Gründer dann ihre Ideen, die Sieger werden am Ende Januar 2019 prämiert. Ausschlaggebend ist dabei nicht nur die vielversprechendste Innovation, sondern auch die Unternehmerpersönlichkeit dahinter. Wer das meiste Engagement zeigt und der Fachjury seine Idee am besten verkaufen kann, hat gute Chancen auf den Hauptgewinn: 5.500 Euro Preisgeld sowie ein Mentoring und eine Jahresmiete in einem BioCubator Startup-Space sind ausgelobt. Beratung und 3.500 beziehungsweise 2.500 Euro gibt es für die Zweit- und Dritt-Platzierten.

Gründer profitieren vom bayernweiten Netzwerk

Mitmachen lohnt sich jedoch für alle. Da der Wettbewerb sehr zielgerichtet nach neuen Produkten, Verfahren, Dienstleistungen und Technologie sucht, treffen Gründer und Startups hier auf ein ebenso spezifisches Netzwerk aus passgenauen Ansprechpartnern in ganz Bayern. Auch nach dem Wettbewerb bleibt eine solch geknüpfte Bande bestehen. Gründer werden weiter betreut und kommen mit potenziellen Partnern und Kunden in Kontakt. Gleichzeitig soll die Umweltkompetenzregion sichtbarer werden und Firmen anziehen. „Wir möchten die heimische Wirtschaft beleben“, fasste es Projektleiterin Claudia Kirchmair vom BioCampus Straubing zusammen. Unterstützt wird der Wettbewerb daher auch vom Bayerischen Wirtschaftsministerium unter der Schirmherrschaft von Staatsminister Franz Josef Pschierer.

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