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Greif-Gruppe: Neuer Tarifvertrag mit „Leuchtturmcharakter“
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IG Metall

Greif-Gruppe: Neuer Tarifvertrag mit „Leuchtturmcharakter“

 Markus Greif, Geschäftsführer und Gesellschafter der Greif Holding GmbH & Co. KG. Foto: Greif Holding GmbH & Co. KG
Von Angelina Märkl

Nach ihrem Austritt aus dem Arbeitgeberverband intex hat die Greif-Gruppe ein eigenes Tarifwerk mit der IG Metall Bayern abgeschlossen. Die neuen Regelungen sollen zum Vorbild für Wettbewerber werden.

Nach ihrem Austritt aus dem Arbeitgeberverband intex im Jahr 2019 hat die deutschlandweit tätige Greif-Gruppe mit Hauptsitz in Augsburg einen neuen Tarifvertrag mit der IG Metall Bayern abgeschlossen. Dieser gilt zunächst für die Unternehmen in Bayern soll aber auch für die anderen Standorte sowie für Wettbewerber „Leuchtturmcharakter“ haben, heißt es in der Pressemitteilung.

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„Das alte Tarifwerk war einige Jahrzehnte alt und in der Praxis so nicht mehr anwendbar“, sagt Markus Greif, Inhaber und Geschäftsführer der Unternehmen der Greif-Gruppe. „Zudem waren wir im Arbeitgeberverband das letzte Mitgliedsunternehmen im Kernmarkt Textilservices für Hotellerie und Gastronomie. Die Bindung an dieses Tarifwerk wirkte also wettbewerbsverzerrend.“ Mit dem Austritt gab das Unternehmen an, seine gute Unternehmens- und Mitarbeiterentwicklung sichern zu wollen. „Insbesondere in einem von Corona geprägten Jahr, in dem wir wieder einmal erhebliche Umsatzeinbrüche zu verzeichnen hatten, haben wir auch unsere Mitarbeiter vor einige Herausforderungen gestellten“, sagt Martin Greif ebenfalls Inhaber und Geschäftsführer im Hinblick auf die im Unternehmen coronabedingt eingeführte Kurzarbeit. „Mit dem neuen Tarifwerk wollen wir uns auch bei unseren Mitarbeitern erkenntlich zeigen, diese Durststrecke mit uns mitgegangen zu sein“, so die beiden Brüder weiter.

 

Greif-Gruppe arbeitet seit Jahren an einheitlicher tariflicher Lösung

Nach Aussage der Unternehmensleitung war es seit dem Austritt aus dem Arbeitgeberverband immer Ziel, einen neuen Tarifvertrag für eine größere Anzahl an Mitarbeitern einzuführen. „Wir standen jederzeit für Verhandlungen eines neuen Tarifvertrags bereit“, sagt Helmut Börner, Geschäftsführer der bayrischen Unternehmen der Greif-Gruppe. „Im Laufe des Jahres 2021 haben wir uns dann tatsächlich mit der IG Metall zusammengefunden und ein modernes und zeitgemäßes Tarifwerk geschaffen.“ Nach insgesamt 8 Monaten der Vorbereitung wurden die verhandlungsrelevanten Inhalte an zwei Verhandlungstagen mit insgesamt 24 Stunden vereinbart. 

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Zahlreiche Verbesserungen für die Mitarbeiter

Zudem wird die Tarifbindung ausgeweitet: Bislang war lediglich das Unternehmen in Augsburg tarifgebunden. Die neuen Tarifverträge wurden aber bewusst mit allen Unternehmen der Greif-Gruppe in Bayern geschlossen. „Wir verfolgen hiermit auch das Ziel, die Arbeitsbedingungen innerhalb der Greif-Gruppe zu harmonisieren. So wollen wir unser Profil als sozialer Arbeitgeber weiter schärfen“, sagt Florian Oehler, Leiter Human Resources, der die Verhandlungen mit der IG Metall federführend übernahm. Insgesamt schüttet die Greif-Gruppe mit dem neuen Tarifwerk zusätzlich zwischen 4 und 5 Mio. Euro bis 2027 an die Mitarbeiter aus. „Neben einer neuen Entgelttabelle haben wir auch eine jährliche Erhöhung von 2,5 Prozent für die nächsten fünf Jahre beschlossen“, sagt Christian Mewes, Vorsitzender des Betriebsrats in Augsburg, der auf der Seite der Arbeitnehmer mitverhandelt hat.

Verbesserungen durch den neuen Tarifvertrag in der Übersicht :

Zur Greif-Gruppe-Süd gehören

  • Walter Greif GmbH & Co. KG (Sitz in Augsburg) (ca. 100 Mitarbeiter)
  • Greif Textilservice GmbH & Co. KG (Sitz in Augsburg) (ca. 500 Mitarbeiter)
  • Greif Süd GmbH (Sitz Wolfratshausen) (ca. 200 Mitarbeiter)
  • Greif Nordbayern GmbH (Sitz Cadolzburg) (ca. 150 Mitarbeiter)

 

Greif-Gruppe verzeichnet starke Umsatzeinbußen durch Corona

Die Greif-Gruppe bearbeitet mit den Marken Greif Textile Mietsysteme, diemietwaesche.de und die GesundheitsWäsche deutschlandweit mit insgesamt 1.350 Mitarbeitern an 9 Standorten ca. 370 Tonnen Wäsche pro Tag. Seit 2020 hat die Greif-Gruppe aufgrund der coronabedingten Schließungen von Hotels und Gastronomie nach eigenen Angaben circa 50 Prozent ihres Umsatzes eingebüßt und hat daher flächendeckend Kurzarbeit eiingeführt. 

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