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Eva Weber, wie passen Social Media, Politik und Wirtschaft zusammen?
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Interview

Eva Weber, wie passen Social Media, Politik und Wirtschaft zusammen?

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Eva Weber, zweite Bürgermeisterin in Augsburg, ist selbst reger Social Media Nutzer. Im Interview teilt sie mit uns ihre Ansichten über das Thema im Bezug auf Wirtschaft und Politik. Foto: Ruth Plössl

Die Wirtschaftsreferentin und Augsburger OB Kandidatin ist selbst auf den Socialen Plattformen sehr aktiv. Wie Sie das Zusammenspiel von Wirtschaft, Politik und Social Media sieht und was sie Unternehmen diesbezüglich rät, lesen Sie im Interview.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Frau Weber, wie passen Social Media, Politik und Wirtschaft zusammen?

Eva Weber: Ich lege auf transparente Kommunikation enormen Wert. Deswegen passt das sehr gut! Das Schöne an den sozialen Medien ist doch, dass es keine Hürden mehr gibt, die Kommunikation findet direkt statt. In den sozialen Medien kann ich auf Anfragen schnell und individuell reagieren. Unternehmen können mit einer guten Darstellung Kaufunentschlossene für ihre Marke und von ihrem Produkt überzeugen. Politiker können mit unentschlossenen Wählern kommunizieren. Das war früher so nicht möglich. Und trotzdem braucht die Politik, braucht die Wirtschaft die klassischen Medien zur neutralen Einordnung dessen, was sie sagt und tut. Wir haben also sozusagen eine Win-Win-Situation!

Gibt es keine Nachteile?

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Natürlich haben Soziale Medien auch Nachteile. Stichwort „Fake News“ oder „Hate Speech“. Wenn die Gemüter bei manchen Themen schon aufgeheizt sind, kommt es oft zu unschönen Szenen am digitalen Stammtisch. Wirtschaft als auch Politik sollte hier ihren vorbildhaften Einfluss geltend machen: Dialog, Augenhöhe, Echtzeit, Haltung und Klarheit sind wichtige Elemente der Kommunikation im Netz. Aber auch gegenseitiger Respekt ist ein Wert, der in der digitalen Welt vermittelt und eingefordert werden muss.

Kennen Sie Beispiele aus der Region, wo Unternehmen Kanäle wie Facebook, Twitter oder Instagram gut einsetzen?

Ja klar. Ich beobachte „meinen“ Wirtschaftsstandort sehr genau im Web! In Augsburg gibt es einige Unternehmen, die Social Media-Kanäle besonders gut und kreativ nutzen. Manche Unternehmen, insbesondere Start-ups haben ihre Marke regelrecht über Facebook und Co. geformt. Sie treten jung, wild und witzig auf, die Beiträge sind kurzweilig und bringen einen manchmal zum Schmunzeln. Über ihre Posts haben sie es geschafft, auf ihr Unternehmen und die Produkte aufmerksam zu machen und eine breite Fan-Basis aufzubauen. 

Auch Sie nutzen Social Media rege. Ist das für Politiker heute entscheidend?

Ob es entscheidend ist, kann ich Ihnen nicht sagen. Für mich ist das ganz natürlich. Ich nutze soziale Medien, um mich zu vernetzen, um meine Gedanken zu teilen, um Lob loszuwerden oder den „Schwarm“ um eine Meinung zu einem bestimmten Thema zu bitten. Ich glaube aber auch, dass es für die Bürger wichtig ist, zu sehen, dass auch wir Politiker nur Menschen sind. Es ist mir wichtig, eine breite Community aufzubauen, mit ihnen zu diskutieren und ihnen einen kleinen Einblick in meinen Arbeits- und Alltag zu geben, auch abseits der Politik. Gleichzeitig sind Soziale Medien für mich auch unheimlich wichtig, um ein Stimmungsbild zu erhalten. Unter Postings von mir, der Stadt Augsburg oder Zeitungen sieht man ganz häufig, wo der Schuh momentan drückt. Mir schreiben einige Personen auch Privatnachrichten, weil die Hürde einfach geringer ist. Ich nehme die Anregungen und Kritik ernst und versuche Lösungen und Antworten zu geben.

Was würden Sie Unternehmern raten, die noch auf keiner der gängigen Plattformen aktiv sind?

Jedes Unternehmen muss das für sich entscheiden. Es ist abhängig von Branche, Produkt und personeller Aufstellung. Die sozialen Medien bedienen sich ja nicht von selbst. Im Zweifel würde ich mich eher für einen guten Kundenservice als für einen Facebook-Kanal entscheiden, der bespielt wird. Aber klar, online ist die Zukunft. Studien zufolge sind 9 von 10 Internetnutzern in den Sozialen Medien unterwegs. Sogar 38 Prozent davon nutzen sie, um sich über Angebote für Produkte und Dienstleistungen zu informieren. Es hat also durchaus Vorteile, sich aktiv auf Facebook und Co. zu zeigen. Gleichzeitig kann der Auftritt auch genutzt werden, um Erkenntnisse über die Bedürfnisse und Interessen der Kunden zu erhalten. Wichtig ist allerdings, sich vorher über die richtige Plattform zu informieren, Ziele festzulegen und eine Social Media-Strategie zu erstellen. Ein Account alleine reicht nicht, um Follower zu generieren. Um erfolgreich zu sein, muss man regelmäßig interessante Beiträge erstellen, auf Kundenanfragen eingehen, testen, evaluieren, usw. Am Anfang sollte also die Frage stehen, ob man die Muße und Kapazitäten hat, um regelmäßig Inhalte zu erstellen.

Wie ist die Wirtschaftsförderung hinsichtlich Social Media aufgestellt? Was plant diese, hier zu bewegen?

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Die Wirtschaftsförderung hat eine eigene Seite auf Facebook und informiert dort über ihre Aktivitäten. Besonders interessant für die Augsburger sind beispielsweise die Postings über Veränderungen in der Innenstadt, also beispielsweise die Eröffnung von neuen Geschäften. Sie informiert aber auch über Netzwerktreffen und ganz allgemein über die Augsburger Wirtschaft und dortige Entwicklungen. Wir wollen den Leuten allerdings auch nicht auf die Nerven gehen – deswegen posten wir nur, wenn wir für unsere Infos einen echten Neuigkeitswert haben.