Wasserkraftwerk Schongau-Dornau

erdgas schwaben: Unterwasser-Arbeiten an der Lechstaustufe

Letzter Sicherheitscheck für das dreiköpfige Team von Industrietauchern. Foto: erdgas schwaben
Der regionale Energieversorger ließ bei der „vertieften Überprüfung“ am Wasserkraftwerk Schongau-Dornau die Zuläufe der Füllleitungen der Turbinen abdichten. Trotz aufwendigen und teuren Wartungen wie dieser, will das Unternehmen weiter in Wasserkraft investieren.

Im Sommer 2017 übernahm erdgas schwaben vom Papierhersteller UPM vier Wasserkraftwerke in Schwaben. Diese brachten neue Aufgaben mit sich. So fand jüngst im Rahmen der „vertieften Überprüfung“, die an Wasserkraftwerken alle zehn Jahre vorgeschrieben ist, ein Tauchereinsatz am Wasserkraftwerk Schongau-Dornau statt. Direkt an der Wehrmauer der Lechstaustufe 6 dichtete ein Industrietaucher die Zuläufe der Füllleitungen der beiden Turbinen ab.

UPM weiter für technischen Betrieb zuständig

erdgas schwaben hat den technischen Betrieb der Schongauer Turbinen weiterhin der Energie-Abteilung des dortigen Papierwerks übertragen, die auch diese Aktion steuerte. UPM verpflichtete für den erdgas schwaben Tauchgang ein erfahrenes dreiköpfiges Team von Industrietauchern. Solche aufwendigen Wartungsarbeiten stellen für Christian Arlt, den Sprecher der Geschäftsführung von schwaben regenerativ, einer 100-prozentigen Tochter von erdgas schwaben, den Erwerb der Wasserkraftanlagen nicht in Frage. „Wasserkraft hat als 100 Prozent regenerative Energie einen guten Ruf in der Region und ist voll grundlastfähig, liefert also rund um die Uhr Energie“, hebt Arlt hervor. Zudem habe Wasserkraft Zukunftspotential. Es sei also durchaus vorstellbar, dass erdgas schwaben bei Gelegenheit weiter in Wasserkraftwerk investiert.

Darum war der Tauchgang wichtig

Um die Funktion der Füllleitungen zu verstehen, muss man sich vergegenwärtigen, dass an einem Wasserkraftwerk der „Antriebsstoff“, also das Wasser, nicht direkt nach unten in die Turbine läuft. Dieses wird erst über einen sogenannten „Heber“ im Dammbauwerk über das Niveau des oberen Staubereichs „gehoben“ von wo es dann hinab zur Turbine fließt. So kann der Zulauf, falls nötig, schnell, sicher und dauerhaft unterbunden werden. Um die Turbinen nach einem Stillstand für das Anlaufen wieder startklar zu bekommen, müssen die Triebwasserröhren wieder befüllt werden. Hierzu sind die Füllleitungen wichtig, die unter dem Heber hindurch von der Basis der Staumauer zur Wasserzuleitung der Turbine führen. Nach etwa 60 Jahren im Betrieb war es an der Zeit, die Schieber auszutauschen – und als zusätzliche Sicherheit in jeder Leitung einen zweiten Schieber zu installieren.

So lief der Tauchgang ab

Um keinen Sog zu erzeugen, wurden alle Turbinen dieses Wasserkraftwerks stillgelegt. Ein Taucher ließ sich dann vom Rechen an der Staumauer etwa sechs bis sieben Meter hinab zur Böschung des Stausees.

Von dort bewegte er sich dann gut fünf Meter unter den – jetzt stillgelegten – Wassereinlauf in Richtung Heber-Bauwerk. Die Sichtweite im etwa 2 Grad kalten Wasser betrug gerade mal 60 Zentimeter. Er benötigte knapp drei Stunden, um an jedem Füllrohr-Einlauf ein vorgefertigtes Verschlussblech mit Dichtlippe anzubringen. Dieses wird jetzt im Wesentlichen durch den Wasserdruck an seinem Platz gehalten. Nun können die fast 60 Jahre alten Schieber in den Füllleitungen ausgetauscht werden.

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