Interview mit fly-tech-CEO Tobias Wirth

Digitalisierung: Wie ein Chief Digital Officer dem Mittelstand hilft

Ein etabliertes Unternehmen mit Start-up-Spirit. Bei fly-tech sind Digitalisierungslösungen täglich Thema – aber eben auf Mittelstands-Art. CEO Tobias Wirth weiß, worauf es bei der Digitalisierung im Mittelstand ankommt und warum ein „Chief Digital Officer“ helfen kann.

B4B WIRTSCHAFTESLEBEN SCHWABEN: Herr Wirth, beim Digital Day Anfang Juli in Augsburg waren zwei Themen prägend. Nummer 1: Der Mittelstand will digitalisieren – weiß aber oft nicht so recht wie. Nummer 2: Der Mensch muss im Mittelpunkt des digitalen Wandels stehen. Beide Aspekte haben Sie in Ihrem Vortrag aufgegriffen.

Tobias Wirth: Auch wir sehen, dass Mittelständler die Chancen nutzen möchten, welche ihnen die Digitalisierung bietet. Aber viele erkennen nicht, dass es mit dem Kauf neuer Hardware und ein paar Softwarelizenzen selten getan ist. Die digitale Transformation erfordert das Zusammenspiel aus drei Komponenten: Mensch, Raum und Technik. Sie bilden das Fundament des ,Hauses der Digitalisierung‘, ein Konzept, das wir bei fly-tech entwickelt haben. Es veranschaulicht die komplexen digitalen Möglichkeiten ganz pragmatisch. Das Fundament muss sicher stehen. Erst dann kann man sich mit digitalen Geschäftsmodellen und Innovationsthemen auseinandersetzen.

Wenn Mensch, Raum und Technik das Fundament einer erfolgreichen Digitalisierungsstrategie bilden, warum wird der Mensch dann so häufig außer Acht gelassen?

In der Vergangenheit haben sich die digitalen Möglichkeiten mit einer Geschwindigkeit entwickelt, die für viele verträglich war. Heute muss man tief in der Materie stecken, um mit allen Neuerungen Schritt halten zu können. Viele sehen nur die Chancen und vergessen, dass auch jemand damit arbeiten muss. Das Wichtigste ist, dass jeder einzelne Mitarbeiter in den Digitalisierungsprozess eingebunden wird und versteht, wofür er das tut. Darum auch das fly-tech-Motto: ,Einfach digital arbeiten‘.

Welche Rolle spielen hier New-Work-Konzepte?

Eine ganz entscheidende – wenn nicht sogar die entscheidende Rolle. Unternehmenslenker, die eine New-Work-Kultur einführen wollen, müssen sich darüber im Klaren sein, dass dies eine tiefe Operation an der Organisation und seiner Kultur ist. Im Grunde wird man gezwungen, Gewohnheiten zu hinterfragen und diese loszulassen. Nur so wird der Nährboden für agiles Arbeiten geschaffen und Menschen ermutigt, Ideen einzubringen.

Ist New Work denn schon im Mittelstand angekommen?

Das Thema kommt nach und nach im Mittelstand an – und zwar auf Mittelstands-Art. Damit meine ich, dass Konzepte, welche die großen US-Unternehmen vorleben, nicht 1:1 kopiert werden können. New Work im Mittelstand heißt unserer Meinung nach: moderne Bürokonzepte, flexible Arbeitszeiten und beste technische Ausstattung. Und das kombiniert mit konservativen Werten, die zur Arbeitsweise hierzulande passen. Wie wir bei fly-tech New Work definieren, kann sich jeder anschauen. Einfach auf einen Kaffee in Friedberg vorbeikommen.

Sie haben ein neues „Produkt“ im Portfolio: den Chief Digital Officer (CDO) zum Ausleihen.

Richtig. Obwohl wir nun schon fast 20 Jahre auf dem Markt sind, wollen wir uns doch immer noch den Start-up-Spirit behalten. Deswegen sind wir immer auf der Suche nach neuen Ideen, wie wir den Mittelstand bei der Digitalisierung unterstützen können. Den ,Chief Digital Officer‘, kurz CDO, gibt es in Deutschland selten – im Mittelstand quasi gar nicht. Aber gerade bei komplexen Wandlungsprozessen ist es wichtig, dass einer die Fäden in der Hand hält. Und das machen wir hier schon seit vielen Jahren.

Und wo genau liegen die Vorteile, wenn ich einen CDO leihe, statt einen einzustellen?

Wirth: Er blickt aus der Vogelperspektive auf den Ist-Zustand. Wer tief im Unternehmen steckt, sieht die Probleme meist nicht. Ein CDO hat etwa drei bis vier Mandate. Er weiß also, was auf dem Markt los ist, kennt Best Practices und kann diese auf das Unternehmen übertragen. Außerdem steht er mit seinen Kollegen bei fly-tech im Austausch. Wäre er im Unternehmen selbst, hätte er meist nur einen oder zwei Sparringspartner, mit denen er Ideen durchsprechen kann.

Artikel teilen
Interview mit fly-tech-CEO Tobias Wirth

Digitalisierung: Wie ein Chief Digital Officer dem Mittelstand hilft

Ein etabliertes Unternehmen mit Start-up-Spirit. Bei fly-tech sind Digitalisierungslösungen täglich Thema – aber eben auf Mittelstands-Art. CEO Tobias Wirth weiß, worauf es bei der Digitalisierung im Mittelstand ankommt und warum ein „Chief Digital Officer“ helfen kann.

B4B WIRTSCHAFTESLEBEN SCHWABEN: Herr Wirth, beim Digital Day Anfang Juli in Augsburg waren zwei Themen prägend. Nummer 1: Der Mittelstand will digitalisieren – weiß aber oft nicht so recht wie. Nummer 2: Der Mensch muss im Mittelpunkt des digitalen Wandels stehen. Beide Aspekte haben Sie in Ihrem Vortrag aufgegriffen.

Tobias Wirth: Auch wir sehen, dass Mittelständler die Chancen nutzen möchten, welche ihnen die Digitalisierung bietet. Aber viele erkennen nicht, dass es mit dem Kauf neuer Hardware und ein paar Softwarelizenzen selten getan ist. Die digitale Transformation erfordert das Zusammenspiel aus drei Komponenten: Mensch, Raum und Technik. Sie bilden das Fundament des ,Hauses der Digitalisierung‘, ein Konzept, das wir bei fly-tech entwickelt haben. Es veranschaulicht die komplexen digitalen Möglichkeiten ganz pragmatisch. Das Fundament muss sicher stehen. Erst dann kann man sich mit digitalen Geschäftsmodellen und Innovationsthemen auseinandersetzen.

Wenn Mensch, Raum und Technik das Fundament einer erfolgreichen Digitalisierungsstrategie bilden, warum wird der Mensch dann so häufig außer Acht gelassen?

In der Vergangenheit haben sich die digitalen Möglichkeiten mit einer Geschwindigkeit entwickelt, die für viele verträglich war. Heute muss man tief in der Materie stecken, um mit allen Neuerungen Schritt halten zu können. Viele sehen nur die Chancen und vergessen, dass auch jemand damit arbeiten muss. Das Wichtigste ist, dass jeder einzelne Mitarbeiter in den Digitalisierungsprozess eingebunden wird und versteht, wofür er das tut. Darum auch das fly-tech-Motto: ,Einfach digital arbeiten‘.

Welche Rolle spielen hier New-Work-Konzepte?

Eine ganz entscheidende – wenn nicht sogar die entscheidende Rolle. Unternehmenslenker, die eine New-Work-Kultur einführen wollen, müssen sich darüber im Klaren sein, dass dies eine tiefe Operation an der Organisation und seiner Kultur ist. Im Grunde wird man gezwungen, Gewohnheiten zu hinterfragen und diese loszulassen. Nur so wird der Nährboden für agiles Arbeiten geschaffen und Menschen ermutigt, Ideen einzubringen.

Ist New Work denn schon im Mittelstand angekommen?

Das Thema kommt nach und nach im Mittelstand an – und zwar auf Mittelstands-Art. Damit meine ich, dass Konzepte, welche die großen US-Unternehmen vorleben, nicht 1:1 kopiert werden können. New Work im Mittelstand heißt unserer Meinung nach: moderne Bürokonzepte, flexible Arbeitszeiten und beste technische Ausstattung. Und das kombiniert mit konservativen Werten, die zur Arbeitsweise hierzulande passen. Wie wir bei fly-tech New Work definieren, kann sich jeder anschauen. Einfach auf einen Kaffee in Friedberg vorbeikommen.

Sie haben ein neues „Produkt“ im Portfolio: den Chief Digital Officer (CDO) zum Ausleihen.

Richtig. Obwohl wir nun schon fast 20 Jahre auf dem Markt sind, wollen wir uns doch immer noch den Start-up-Spirit behalten. Deswegen sind wir immer auf der Suche nach neuen Ideen, wie wir den Mittelstand bei der Digitalisierung unterstützen können. Den ,Chief Digital Officer‘, kurz CDO, gibt es in Deutschland selten – im Mittelstand quasi gar nicht. Aber gerade bei komplexen Wandlungsprozessen ist es wichtig, dass einer die Fäden in der Hand hält. Und das machen wir hier schon seit vielen Jahren.

Und wo genau liegen die Vorteile, wenn ich einen CDO leihe, statt einen einzustellen?

Wirth: Er blickt aus der Vogelperspektive auf den Ist-Zustand. Wer tief im Unternehmen steckt, sieht die Probleme meist nicht. Ein CDO hat etwa drei bis vier Mandate. Er weiß also, was auf dem Markt los ist, kennt Best Practices und kann diese auf das Unternehmen übertragen. Außerdem steht er mit seinen Kollegen bei fly-tech im Austausch. Wäre er im Unternehmen selbst, hätte er meist nur einen oder zwei Sparringspartner, mit denen er Ideen durchsprechen kann.

nach oben