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Die „Neinsager“ betreiben ein unseriöses Geschäft mit der Angst
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Kommentar

Die „Neinsager“ betreiben ein unseriöses Geschäft mit der Angst

 Chefredakteur Ulrich Pfaffenberger. Foto: vmm wirtschaftsverlag

Mit voller Kraft auf Gegenkurs: Viele scheuen den Schweiß, den Ärger und die Mühen, die es macht, sich für etwas einzusetzen.

Wer sich umsieht in dieser Welt, entdeckt viele Indizien, dass eine Geisteshaltung um sich greift: Viele Menschen sind sehr konkret gegen etwas, aber nur noch abstrakt für etwas eingestellt. Damit lassen sich leicht Anhänger, am Ende gar Freunde gewinnen. Jüngstes Beispiel ist SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz, der wortreich die Ressentiments gegen die „Agenda 2010“ bedient, als Gegenversprechen aber nur die sehr relative „Gerechtigkeit“ anzubieten hat, unter der sich jeder etwas Anderes vorstellt.

Man kann bei der Ursachenforschung tiefer einsteigen, für eine Schlüsselerkenntnis reicht allerdings schon die Selbsterfahrung: Es fällt eben leichter, sich von Emotionen treiben zu lassen als mühsam Wissen zu erwerben. Dass enttäuschte Gefühle als Gegenreaktion viel härter treffen als die Folgen einer bewussten Entscheidung, blenden wir nur allzu gern aus. Auch die Mühe, sich für etwas zu entscheiden, dafür zu kämpfen, sich durchzubeißen – wie abschreckend ist sie im Vergleich mit der Vorstellung, einem Wunschkonzert zu lauschen. Ein Ulmer würde das so formulieren: „Lieber Nabada als Naufschwemma…“

Aus gutem Grund haben Unternehmer und Führungskräfte erkannt, dass konkrete Zielvereinbarungen mit ihren Mitarbeitern mehr bringen als pauschale Lohnversprechen. Aus gutem Grund wenden wir uns als Kunden – privat wie geschäftlich – von frei interpretierbaren Verkaufsphrasen ab und verlangen den Nachweis konkreten Nutzens oder belegbarer Vorteile. Aus gutem Grund verbietet nicht zuletzt das Wettbewerbsrecht der Wirtschaft die Herabwürdigung von Konkurrenten in der Werbung: Wer seinen Erfolg darauf aufbaut, andere schlecht zu machen, zählt nicht zur Gilde der ehrbaren Kaufleute.

„Die Wirtschaft“ wird gesellschaftlich gern auch als profitgierig und übelwollend charakterisiert, ein Feindbild aus dem Bilderbuch. Bar jeder Sachkenntnis darf gegen sie geschimpft, gewettert, polemisiert werden. Dass jedes Unternehmen in unserem Lande inzwischen in einem massiven Käfig von Gesetzen, Vorschriften und Regeln so domestiziert ist, dass es in freier Wildbahn globalen Wettbewerbs ums Überleben kämpfen muss: Das wird nur allzu gern ausgeblendet, wenn es darum geht, mit billigen Versprechen auf Stimmenfang zu gehen. Auch wenn – angesichts diverser Verkaufserfolge – das „Geschäft mit der Angst“ verlockend erscheint: Unredlich bleibt es allemal.