IHK Schwaben

Das Ringen um die Azubis IHK Schwaben

Gestern startete das neue Ausbildungsjahr. Auch in diesem Jahr konnte die IHK Schwaben wieder mehr Ausbildungsverträge abschließen. Doch die Auszubildenden werden rar und die Unternehmen in Bayerisch-Schwaben müssen um ihren Nachwuchs kämpfen.

Am 03. September begann in diesem Jahr das neue Ausbildungsjahr. Erfreulicherweise konnte die IHK Schwaben in diesem Jahr mehr einstellungen von Auszubildenden verzeichnen. „Derzeit liegen wir Ende August mit 8.092 neuen Verträgen 2,1 % über dem Vorjahresmonat. Damit wachsen wir auf außerordentlich hohem Niveau“, erläutert Oliver Heckemann, Leiter des Geschäftsbereichs Bildung der IHK. Im vergangen Jahr konnte gegenüber dem Vorjahr bereits ein Zuwachs von 7,6 Prozent verzeichnet werden. Dies entsprach damals insgesamt 9.213 Ausbildungsverträgen mehr im Bereich Industrie, Handel und Dienstleistung.

Duale Ausbildung ist weiterhin Erfolgsmodell

In Deutschland ist es bereits Routine und viele andere Länder beneiden uns deswegen. Die Rede ist von der dualen Berufsausbildung. In den meisten Ländern gibt es nichts vergleichbares, kein Wunder, dass sich immer mehr Länder darüber informieren, wie die duale Ausbildung in Deutschland funktioniert. „Der Export von Bildung ist mittlerweile ein Trend, vor allem China ist daran interessiert, die duale Ausbildung nach deutschem Muster zu übernehmen“, erklärt Ronald Herkert, Vorsitzender des Ausschusses Aus- und Weiterbildung der IHK Schwaben und Geschäftsführer der Forum Media Group. Auch in Spanien sowie in den USA wird die Übernahme des dualen Modells mehr und mehr thematisiert. Hauptmotiv ist in der Regel die Reduzierung der Jugendarbeitslosigkeit.

Das Zeugnis als Schlüssel in die Berufswelt

In vielen Ländern hat man sich auf die Steigerung des Akademiker-Anteils konzentriert. Doch das dies alleine nicht ausreicht, ist logisch, denn „hohe Produktqualität und Wettbewerbsfähigkeit erfordern auch Arbeitskräfte mit einer wissensintensiven, praxisorientierten Berufsausbildung“, macht Herkert deutlich. Genau das bietet das deutsche Modell durch die beiden Lernorte Unternehmen und Berufsschule sowie eine anspruchsvolle zentrale Zwischen- und Abschlussprüfung durch die IHK-Organisation. „Egal, ob die Prüfung in Flensburg oder in Lindau erfolgte, er hat stets ein Zeugnis in der Hand, welches eine verlässliche Aussage bietet.“

Die Azubis werden rar

Eigentlich geht man davon aus, dass im September bereits alle Ausbildungsplätze vergeben sind und sich die Firmen nun in die Arbeit mit ihrem Nachwuchs stürzen können. Dem ist neuerdings aber nicht so, denn laut Steiger können einige Firmen mit dem 3. September im Hinblick auf die Gewinnung von neuen Azubis die Hände noch nicht in den Schoß legen. Die Ausbildung kann zu jedem Zeitpunkt begonnen werden, wenn eine Firma dies möchte. Der Start mit einigen Monaten Verspätung ist aber gar kein Problem. Diese Entwicklung macht die Anstrengung der schwäbischen Wirtschaft um junge Leute deutlich. „Wir freuen uns über diesen Trend und unterstützen die Firmen. Insbesondere wollen wir ihnen neue, interessante Zielgruppen erschließen, beispielsweise junge Mütter, denen mit einer Teilzeitausbildung der Berufseinstieg ermöglicht werden soll“, erklärt Steiger. Die Teilzeitausbildung sei vielen Firmen noch gar nicht bekannt, wird aber nach den Erfahrungen der IHK-Expertin von den Betrieben als innovative Lösung zur Gewinnung junger Menschen gerne genutzt, wenn sie darüber informiert wurden.

Das mangelnde Arbeitgebermarketing

Firmen, die seit Jahren an ihrer Marke als Arbeitgeber arbeiten, haben kaum Probleme Auszubildende zu finden. Kleine und mittelständische Unternehmen müssen hier kräftig nachlegen, denn ein passabler Internetauftritt und hin und wieder eine Anzeigenschaltung in einer regionalen Zeitung reichen längst nicht mehr aus. Die IHK empfiehlt kleinen und mittleren Betrieben, sich darüber hinaus eine Strategie für die Öffentlichkeitsarbeit zu überlegen. Konkret sollten Betriebe beispielsweise an Berufsinformationsmessen teilnehmen, auf Social-Media-Plattformen aktiv werden, aber auch über eine Partnerschaft mit einer Mittelschule, einer Realschule oder einem Gymnasium nachdenken.

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Das Ringen um die Azubis IHK Schwaben

Gestern startete das neue Ausbildungsjahr. Auch in diesem Jahr konnte die IHK Schwaben wieder mehr Ausbildungsverträge abschließen. Doch die Auszubildenden werden rar und die Unternehmen in Bayerisch-Schwaben müssen um ihren Nachwuchs kämpfen.

Am 03. September begann in diesem Jahr das neue Ausbildungsjahr. Erfreulicherweise konnte die IHK Schwaben in diesem Jahr mehr einstellungen von Auszubildenden verzeichnen. „Derzeit liegen wir Ende August mit 8.092 neuen Verträgen 2,1 % über dem Vorjahresmonat. Damit wachsen wir auf außerordentlich hohem Niveau“, erläutert Oliver Heckemann, Leiter des Geschäftsbereichs Bildung der IHK. Im vergangen Jahr konnte gegenüber dem Vorjahr bereits ein Zuwachs von 7,6 Prozent verzeichnet werden. Dies entsprach damals insgesamt 9.213 Ausbildungsverträgen mehr im Bereich Industrie, Handel und Dienstleistung.

Duale Ausbildung ist weiterhin Erfolgsmodell

In Deutschland ist es bereits Routine und viele andere Länder beneiden uns deswegen. Die Rede ist von der dualen Berufsausbildung. In den meisten Ländern gibt es nichts vergleichbares, kein Wunder, dass sich immer mehr Länder darüber informieren, wie die duale Ausbildung in Deutschland funktioniert. „Der Export von Bildung ist mittlerweile ein Trend, vor allem China ist daran interessiert, die duale Ausbildung nach deutschem Muster zu übernehmen“, erklärt Ronald Herkert, Vorsitzender des Ausschusses Aus- und Weiterbildung der IHK Schwaben und Geschäftsführer der Forum Media Group. Auch in Spanien sowie in den USA wird die Übernahme des dualen Modells mehr und mehr thematisiert. Hauptmotiv ist in der Regel die Reduzierung der Jugendarbeitslosigkeit.

Das Zeugnis als Schlüssel in die Berufswelt

In vielen Ländern hat man sich auf die Steigerung des Akademiker-Anteils konzentriert. Doch das dies alleine nicht ausreicht, ist logisch, denn „hohe Produktqualität und Wettbewerbsfähigkeit erfordern auch Arbeitskräfte mit einer wissensintensiven, praxisorientierten Berufsausbildung“, macht Herkert deutlich. Genau das bietet das deutsche Modell durch die beiden Lernorte Unternehmen und Berufsschule sowie eine anspruchsvolle zentrale Zwischen- und Abschlussprüfung durch die IHK-Organisation. „Egal, ob die Prüfung in Flensburg oder in Lindau erfolgte, er hat stets ein Zeugnis in der Hand, welches eine verlässliche Aussage bietet.“

Die Azubis werden rar

Eigentlich geht man davon aus, dass im September bereits alle Ausbildungsplätze vergeben sind und sich die Firmen nun in die Arbeit mit ihrem Nachwuchs stürzen können. Dem ist neuerdings aber nicht so, denn laut Steiger können einige Firmen mit dem 3. September im Hinblick auf die Gewinnung von neuen Azubis die Hände noch nicht in den Schoß legen. Die Ausbildung kann zu jedem Zeitpunkt begonnen werden, wenn eine Firma dies möchte. Der Start mit einigen Monaten Verspätung ist aber gar kein Problem. Diese Entwicklung macht die Anstrengung der schwäbischen Wirtschaft um junge Leute deutlich. „Wir freuen uns über diesen Trend und unterstützen die Firmen. Insbesondere wollen wir ihnen neue, interessante Zielgruppen erschließen, beispielsweise junge Mütter, denen mit einer Teilzeitausbildung der Berufseinstieg ermöglicht werden soll“, erklärt Steiger. Die Teilzeitausbildung sei vielen Firmen noch gar nicht bekannt, wird aber nach den Erfahrungen der IHK-Expertin von den Betrieben als innovative Lösung zur Gewinnung junger Menschen gerne genutzt, wenn sie darüber informiert wurden.

Das mangelnde Arbeitgebermarketing

Firmen, die seit Jahren an ihrer Marke als Arbeitgeber arbeiten, haben kaum Probleme Auszubildende zu finden. Kleine und mittelständische Unternehmen müssen hier kräftig nachlegen, denn ein passabler Internetauftritt und hin und wieder eine Anzeigenschaltung in einer regionalen Zeitung reichen längst nicht mehr aus. Die IHK empfiehlt kleinen und mittleren Betrieben, sich darüber hinaus eine Strategie für die Öffentlichkeitsarbeit zu überlegen. Konkret sollten Betriebe beispielsweise an Berufsinformationsmessen teilnehmen, auf Social-Media-Plattformen aktiv werden, aber auch über eine Partnerschaft mit einer Mittelschule, einer Realschule oder einem Gymnasium nachdenken.

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