Gender Pay Gap

Darum verdienen Augsburgerinnen ein Viertel weniger

Frauen in Augsburg verdienen rund 23 Prozent weniger als Männer. Das belegen die aktuellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. Tim Lubecki von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten kritisierte dies nun scharf. Er erklärte aber auch die Gründe für die Gender Pay Gap.

Sie arbeiten genauso lang, ziehen aber beim Verdienst den Kürzeren: Frauen, die in Augsburg eine Vollzeit-Stelle haben, verdienen rund 960 Euro weniger im Monat als ihre männlichen Kollegen. Darauf hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten jetzt zum Internationalen Frauentag am 8. März hingewiesen. Die NGG beruft sich dabei auf aktuelle Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. Danach liegt das durchschnittliche Vollzeit-Einkommen von Frauen in Augsburg aktuell bei 3.128 Euro im Monat – Männer mit der gleichen Arbeitszeit kommen dagegen auf 4.089 Euro. Das macht einen Unterschied von 23 Prozent. In ganz Bayern beläuft sich der Gender Pay Gap, die Lohnlücke zwischen den Geschlechtern, auf rund 16 Prozent. 

Liegt die Gender Pay Gap sogar noch höher?

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„Es kann nicht sein, dass Frauen auf dem Arbeitsmarkt noch immer so stark benachteiligt sind. Viele Unternehmen in der Region nutzen das Lohngefälle aus, obwohl sie mehr zahlen müssten“, kritisiert Tim Lubecki von der NGG-Region Schwaben. Besonders problematisch sei die Situation in frauendominierten Berufen – etwa im Service einer Gaststätte oder im Verkauf einer Bäckerei. Wenn hier nicht nach Tarif gezahlt werde, träfen niedrige Löhne häufig auf Teilzeitjobs und befristete Stellen. „Die Folge sind geringe Einkommen und im Alter Mini-Renten, die Frauen dann beim Amt aufstocken müssen“, erläutert Lubecki weiter. 

Nach Einschätzung des Gewerkschafters dürfte der tatsächliche Gender Pay Gap in Augsburg bei deutlich über 23 Prozent liegen: „Bezieht man Teilzeitstellen und Minijobs in die Rechnung ein, wird die Kluft noch größer. Denn hier arbeiten mehr Frauen als Männer. Zugleich sind die Löhne im Schnitt deutlich niedriger“. Das zeige sich gerade im Gastgewerbe: Nach Angaben der Arbeitsagentur werden in der Stadt aktuell 59 Prozent aller Teilzeit- und Minijobs in der Branche von Frauen erledigt.  

NGG fordert Unternehmen zum Handeln auf

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„Hinzu kommt, dass noch immer zu viele Frauen zu Hause bleiben – nicht zuletzt auch, weil das Ehegatten-Splitting bei der Steuer die Rollenteilung verstärkt“, führte Lubecki weiter aus. Damit gehe dem heimischen Arbeitsmarkt eine große Chance durch die Lappen. Mit Blick auf die Alterung der Gesellschaft und den Fachkräftemangel müssten eigentlich schon heute viel mehr Frauen ins Berufsleben einsteigen. 

Die NGG fordert die Unternehmen deswegen dazu auf, die unterschiedliche Bezahlung von Frauen und Männern in vergleichbaren Positionen zu beenden. Auch die Politik sei gefordert. „Statt immer neuer Lippenbekenntnisse zum Frauentag brauchen wir einen gesetzlichen Anspruch auf gleiches Geld für gleichwertige Arbeit, der Wirkung zeigt und in den Betrieben zwingend umgesetzt werden muss. Alles andere ist im Jahr 2020 von vorgestern“, resümierte Lubecki schließlich.

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