Mehrwertsteuer-Senkung

Corona-Überlebenskampf: Das fordern Augsburger Gastronomen

Eine vorsichtige Öffnung der Gastronomie sei laut Söder ab Ende Mai denkbar. Um die Betriebe zu unterstützen, wird die Mehrwertsteuer ab 1. Juli einheitlich auf sieben Prozent gesenkt. Doch reicht das, um sich über Wasser halten zu können? Wir haben bei Augsburger Gastronomen nachgefragt.

Die bayerische Gastronomie und vielleicht auch Hotellerie können auf eine Lockerung der aktuellen Beschränkungen ab Pfingsten hoffen. Wie Ministerpräsident Markus Söder am Dienstag in einer Pressekonferenz mitteilte, sei eine „vorsichtige Öffnung“ ab Ende Mai denkbar. Doch wie lange können die Gastronomen noch durchhalten? Um die Betriebe zu unterstützen, hat die Politik beschlossen, die Mehrwertsteuer ab dem 1. Juli befristet bis Juni 2021 von 19 auf 7 Prozent zu senken. Bisher gilt dieser Satz nur für Gerichte, die der Gast mitnimmt oder nach Hause bestellt. 

Gastronomie hat mit hohen Fixkosten zu kämpfen

„Ich finde, dass es ein positives Signal für die Gastronomie ist, die mit hohen Kosten für Personal, Miete und so weiter zu kämpfen hat.  Ich persönlich war schon lange dafür, dass die Mehrwertsteuer einheitlich auf 7 Prozent gesenkt wird und freue mich darüber, dass das nun zumindest für ein Jahr der Fall ist. Für uns wird es damit einfacher, zu überleben”, sagt Manuel Engelhardt, Inhaber von Mr. Camouflage. 

„Die Senkung der Mehrwehrtsteuer ist längst überfällig – und das ohne Befristung auf ein Jahr. Gerechtigkeit für alle. Die Senkung als Corona-Hilfe darzustellen, funktioniert aber leider nur bedingt. Bars und Kneipen, die wichtige soziale Anlaufstellen und der Teil unserer Gastronomielandschaft sind, nützt die Senkung wenig bis gar nichts“, äußert sich Benjamin Mitschele, Betreiber der Alten Liebe im Augsburger Bismarckviertel. Denn der niedrigere Mehrwertsteuersatz gilt nur für Speisen, nicht aber für Getränke.  

Dass die Senkung der Mehrwertsteuer zwar ein guter Anfang ist, aber nur ein Teil der Hilfen sein kann, findet auch Tobias Emminger, Betreiber des Restaurant Ofenhaus auf dem Augsburger Gaswerksareal. „Wir werden auch nach Beendigung der Kontaktsperren nicht zu 100 Prozent öffnen dürfen. Und die Senkung auf ein Jahr zu beschränken, ist leider nur eine Verschiebung der Gesamtlage in diesem Segment“, äußert er sich. Aufgrund der dringend benötigten Abstands- und Hygieneregelungen und des zu erwartenden veränderten Gastverhaltens rechnet der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband e.V. (DEHOGA) mit 50 Prozent weniger Umsatz. 

Betrieb wie vor der Krise wird lange Zeit nicht möglich sein 

„Sehr viele Kneipen, Bistros, Clubs leben von der Geselligkeit und dem Verkauf von Getränken. Wenn die Gastronomie wieder öffnen darf, werden die Einschränkungen groß sein, so dass ein Betrieb wie vor der Krise für längere Zeit gar nicht möglich sein wird. Der geringere Mehrwertsteuersatz auf Speisen wird da keine große Hilfe sein“, sagt Nikos Mparkas, Inhaber von Nikos Tavernaki. „Pacht, Personal, Versicherungen, Leasing und so weiter müssen wir nach wie vor in vollem Umfang bezahlen. Meiner Meinung wird diese Steuersenkung daher vielen Wirten nichts bringen. Wenn es soweit kommen sollte, dass wir davon profitieren, dann wird es für viele zu spät sein“, ist sich Mparkas sicher. Es sei aber natürlich auch keine leichte Aufgabe für die Politik allen zu helfen.

Mitschele fordert permanente Senkung der Mehrwehrtsteuer

„Als wirkliche Maßnahme brauchen wir eine umgreifende Lösung. Rückerstattung der Umsatzsteuer für eine gewisse Zeitraum wäre ein Denkansatz“, meint Mitschele. Auch die permanente Senkung der Mehrwertsteuer – ohne Corona und ohne Befristung – wäre ein erster Schritt Richtung Gerechtigkeit und „ein Quell an Möglichkeiten positiver Entwicklungen für  den Gastronom, die Angestellten und die Gäste“.  

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„Als wirkliche Maßnahme brauchen wir eine umgreifende Lösung. Rückerstattung der Umsatzsteuer für eine gewisse Zeitraum wäre ein Denkansatz“, meint Mitschele. Auch die permanente Senkung der Mehrwertsteuer – ohne Corona und ohne Befristung – wäre ein erster Schritt Richtung Gerechtigkeit und „ein Quell an Möglichkeiten positiver Entwicklungen für  den Gastronom, die Angestellten und die Gäste“.  

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