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Caritas ruft einmalige Kooperation ins Leben
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Caritasverband für die Diözese Augsburg e. V.

Caritas ruft einmalige Kooperation ins Leben

 Die Projektpartner von "Junges Augsburg" an einem Tisch vereint, Foto: Schmid Media

Eine zweite Chance ist nicht selbstverständlich – und im Berufsleben auch nicht unbedingt üblich. Die Beschäftigungsinitiative „Junges Augsburg“ der Augsburger Caritas richtet sich speziell an Jugendliche, die eine solche zweite Chance jedoch dringend nötig haben. Dafür rief die Caritas ein bundesweit einmaliges Novum ins Leben.

Für Jugendliche, die im Sozialzentrum der Caritas in Göggingen ihre Situation schildern, ist es die zweite Chance, wenn nicht sogar ihre letzte. Sie nehmen am Caritas-Programm „Junges Augsburg“ teil, eine Beschäftigungsinitiative für schwer vermittelbare Jugendliche, die diese auf den richtigen Weg begleiten will. Für die Initiative kam ein bundesweites Novum zustande: Das Jobcenter und die Stadt Augsburg gingen für die Realisierung eine Kooperation ein.

Letzte Chance „Junges Augsburg“

Der 18-jährige Heinrich beispielsweise, der bei Caritas Möbel repariert und verkauft, will Einzelhandelskaufmann werden. „In meiner Familie haben alle gleich zwei Ausbildungen und dich noch keine.“ Inzwischen bedauert Heinrich, dass er sich während seiner Schulzeit so hat gehen lassen und kaum Wert auf schulische Erfolge legte. „Jetzt bin ich voll motiviert“, betont der junge Mann. Domenico, 16 Jahre alt, ist ein weiteres Beispiel für einen dieser Jugendlichen, bei denen es kurz vor knapp ist. Er besitzt keinen Schulabschluss und ist aktuell in der Küche des Bio-Cafés Werthmann der Caritas tätig. „Ich bekomme sehr viel Hilfe. Wenn etwas nicht sofort klappt, wird man deshalb nicht sofort angeschrien“, berichtet er über seine Arbeit bei Caritas. Mit der Tätigkeit erhofft er sich bessere Karten bei der Bewerbung auf eine Lehrstelle als Koch. Auch die 18-jährige Nadine nutzt ihre Chance bei Caritas: Sie ging früher nur dann zur Schule, wenn sie auch Lust hatte. Diese Einstellung spiegelt sich in den Noten ihres Abschlusszeugnisses wider – die junge Frau fand deshalb keinen Ausbildungsplatz. Jetzt versucht sie bei Caritas einen Neuanfang und hofft auf ihren Moment.

Begleitschutz für echte Härtefälle

Die Jugendlichen, die an dem Caritas-Programm teilnehmen, werden in Tätigkeitsfeldern von Gartenbau bis Hauswirtschaft und von Metall bis Pflege eingesetzt und erhalten – je nach Bedarf und persönlicher Problemlage – persönliche Betreuung und Begleitung. Darauf ist die Initiative „Junges Augsburg“ eingestellt. Die Teilnehmer lernen, ihren Tag besser zu strukturieren, mit Geld und Stress sinnvoll hauszuhalten und sich gesund zu ernähren. Ein begleitender Kurs vertieft zudem die Deutsch- und Computerkenntnisse der Teilnehmer.

Jugendamt und Jobcenter gehen Hand in Hand für „Junges Ausgburg“

Möglich wurde die Beschäftigungsinitiative – verbunden mit sozialpädagogischer Betreuung – „Junges Augsburg“ nur durch eine konzertierte Aktion von Jugendamt und Jobcenter. Dabei handelt es sich um eine Neuauflage von „Pro Jugend“, das von 2006 bis 2012 durchgeführt wurde. „Das ist bundesweit einmalig“, berichtet Eckart Wieja, Geschäftsführer des Augsburger Jobcenters, stolz. Wegen veränderter Rahmenbedingungen kann das Jobcenter nun die begleitende Betreuung nicht länger übernehmen – an dieser Stelle sprang das Jugendamt der Stadt Augsburg trotz knapper Kassen ein.

Teilnahmeplätze aufgrund hoher Nachfrage aufgestockt

„Von dieser gemeinsamen Aktion werden die Jugendlichen hoffentlich stark profitieren“, bringt der Augsburger Sozialreferent Max Weinkamm seine Hoffnung in das Projekt zum Ausdruck. Die Stadt Augsburg bezuschusst „Junges Augsburg“ jährlich mit 150.000 Euro, das Jobcenter stellt rund 600.000 Euro zur Verfügung. Insgesamt ist das Projekt auf einen Zeitraum von drei Jahren – bis 2016 – ausgelegt. Die Teilnehmerplätze wurden aufgrund der hohen Nachfrage von 63 auf 76 Plätze aufgestockt, pro Teilnehmer kostet das Projekt monatlich rund 850 Euro.

Große Erwartungen in die Beschäftigungsinitiative „Junges Augsburg“

Die Messlatte bei „Junges Augsburg“ ist hoch angesetzt: „Bei ,Pro Jugend` hat ein Drittel der Teilnehmer anschließend einen Ausbildungsplatz gefunden, eine berufsbegleitende Maßnahme gemacht oder einen Schulabschluss nachgeholt. Das sollten wir wieder erreichen“, betont Wieja. „Wenn die jungen Leute dadurch anschließend auf eigenen Beinen stehen und kein Arbeitslosengeld 2 (Hartz IV) mehr beziehen, hat sich die Beschäftigungsinitiative gelohnt“, meint Eckart Wieja.

Bereits erste Erfolge von "Junges Augsburg" sichtbar

Schon jetzt kann „Junges Augsburg“, das im April 2013 gestartet ist, erste Erfolge vorweisen. „Einige Teilnehmer haben schon einen Ausbildungsplatz erhalten oder sich für die Schule angemeldet“, berichtet Gabriela Hoffmann, stellvertretende Geschäftsführerin der Augsburger Caritas.

Fachkräftemangel eröffnet neue Chancen

Dennoch gibt es noch einiges zu tun bei „Junges Augsburg“. Täglich und pünktlich zu erscheinen, ist für so manchen Teilnehmer noch nicht selbstverständlich. Dabei eröffnet ihnen „Junges Augsburg“ durchaus neue Perspektiven: „Durch den Fachkräfte-Mangel geben Unternehmen auch öfter jungen Leuten eine Chance, die früher nicht zum Zug gekommen wären“, beobachtet Eckart Wieja vom Jobcenter.

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