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Braucht Schwaben einen Hafen?
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Logistik-Cluster Schwaben (LCS) e.V.

Braucht Schwaben einen Hafen?

 Fotos: Logistik-Cluster Schwaben (LCS) e.V.

Die Bedeutung der Hafenanbindung ist für den Produktionsstandort Schwaben existenziell. Im Logistik-Cluster Schwaben am 11. Juni 2012 in der Hochschule Augsburg wurde über die Möglichkeiten diskutiert. Die Augsburger Localbahn spielt dabei eine große Rolle.

Der Logistik-Cluster Schwaben hatte Vortragende und Diskutanten eingeladen, diese Frage von unterschiedlichen Blickwinkeln aus zu betrachten. Schon vor über 100 Jahren gab es Planungen, in Augsburg einen Hafen zu bauen. Sie existierte bereits 1903 in Plänen des Augsburger Architekten Karl Albert Gollwitzer.

Auch wenn es darüber heute Bedauern gibt, dass das Vorhaben nicht umgesetzt wurde, ist klar, dass es ein solches „Asset“ für die Produktions- und Logistikwirtschaft nicht geben wird. Umso wichtiger ist, die Infrastruktureinrichtungen der Region optimal zu nutzen und ggf. das Potenzial einzelner Bestandteile der Transportkette noch besser zu nutzen oder wieder stärker einzubinden.

Das Image der Augsburger Localbahn wird ihr nicht gerecht

„Das Relikt ist eine Perle“ lautet passenderweise das Fazit einer Studie über die Augsburger Localbahn, die in der Fakultät für Wirtschaft der Hochschule Augsburg abgeschlossen wurde. Mitinitiator Prof. Michael Krupp stellte im ersten Vortrag des Nachmittags das Ergebnis des studentischen Projekts vor: „Das Image wird der Augsburger Localbahn nicht gerecht. Ihre Infrastruktur im Stadtgebiet ist in dieser Form einzigartig in Deutschland.“

Dafür sei sie jedoch überregional sehr wenig bekannt. 1898 gegründet, blickt die Augsburger Localbahn auf rund 124 Jahre Eisenbahngeschichte zurück. Heute agiert sie als Frachtführer und spezialisierter Berater für Bahndienstleistungen. Ihr Kerngeschäft sind Sammel- und Verteilverkehre in Augsburg. Von dieser einfach zugänglichen Bahnexpertise machen in Augsburg neun Unternehmen aktiv Gebrauch. Sechs weitere Firmen könnten nach Aussage von Prof. Krupp vorhandene Schienen wieder aktivieren, weitere zehn Unternehmen lägen so nahe am Netz, dass sie zeitnah angebunden werden könnten.

Schwaben als Supply Chain Region

Warum diese Vision? Prof. Krupp hob einen Vorteil besonders hervor: „Die Augsburger Localbahn könnte helfen, Augsburg an internationale Häfen anzubinden.“ Sie ermögliche einen umschlagfreien Zugang an die überregionale Infrastruktur. Bei der Idee eines Hafens für Schwaben im heutigen Sinne handele es sich dabei jedoch nur um einen Hafen im übertragenen Sinne. Schwaben ist laut Prof. Krupp Teil einer Wertschöpfungskette, die sich über den gesamten Globus erstreckt. Dadurch sei Schwaben als „Supply Chain Region“ ein wichtiges Bindeglied in nationalen und internationalen Versorgungsketten, wie auch der Logistik-Cluster Schwaben in seinem Logistik-Atlas schreibt. Daher sei es wichtig, dass die Augsburger Localbahn mittelfristig in das Konzept des Güterverkehrszentrums Region Augsburg (GVZ) integriert werde.

Reduzierung von externen Kosten

Auch Peter Stöferle, Produktmanager Verkehrsinfrastruktur und -politik, Logistik, der Industrie- und Handelskammer Schwaben erklärte im zweiten Vortrag des Nachmittages, dass „beim Quell- und Zielverkehr per Bahn von und nach Schwaben die Augsburger Localbahn auch in Zukunft eine wichtige Verteilfunktion hat.“

Mithilfe des Stadtzuges könnten Waren künftig in noch größerem Maße innerstädtisch verteilt und bald auch zum geplanten Container-Terminal im Güterverkehrszentrum Gersthofen nahe Augsburg gebracht werden. Von hier aus reisen die Waggons weiter auf der Schiene nach Hamburg, Rotterdam und Triest. Zum Meer, zum eigentlichen Hafen.. „Augsburg liegt an einem Knotenpunkt im europäischen Schienenverkehr“, sagt Stöferle. Und dieser Pluspunkt für den Standort sei nicht das Einzige, das für den Augsburger Schienen-Hafen spricht, so der IHK-Experte.

Auch die Wachstumsprognosen im Güterverkehr sprechen für das Konzept: Waren es zuletzt jährlich im Schnitt 69 Millionen Tonnen Güter, die von und nach Schwaben kamen, sollen es 2025 schon 89 Millionen sein. Der Anteil, den hierbei die Schiene einnimmt, soll sich von rund vier auf acht Prozent verdoppeln. „Augsburg wird mit dem Schienen-Hafen eine der wichtigen Schnittstellen im Hinterland der großen Seehäfen“, prognostiziert Stöferle.

Häfen sind positive Imageträger

Dass ein Hafen aber ein Gemeinschaftsgefühl erzeugen kann, betonten die vier Diskutanten Stefan Blaas, Jan-Uwe Nissen, Jonas Pürckhauer und Udo Schambeck in der von Joachim Bomhard geführten abschließenden Diskussionsrunde.  Die positiven Assoziationen mit dem Hafen in Hamburg und Bremerhaven sind sehr gute Beispiele, wie die Logistik positive wahrgenommen wird. Und die Globalisierung macht einen Hafenzugang zukünftig mehr notwendig, denn je und Schwaben muss sich als Schnittstelle für Hinterlandverkehre weiter etablieren. 

Dass das erfolgversprechend ist, zeigen die Zuwachsraten des GVZ Ulm, so Jonas Pürckhauer von der IHK Ulm, und die etablierten Zugverbindungen in den Norden und in den Süden. Die Bedeutung für den Produktionsstandort Augsburg unterstreichen Jan-Uwe Nissen und Udo Schambeck und zeichnen eine Vision, wie Schwaben als Verladekai an die Häfen rückt und die Augsburger Localbahn als „Schwäbische Localbahn“ wichtige Funktionen in der Wertschöpfungskette einnimmt. Ideen, die weiter diskutiert werden müssen, aber auch eine realistische Form des schwäbischen Hafens darstellen. Die Schiffe blieben damit allerdings weiterhin an der Küste.

Schwaben braucht einen Hafen! Das war die bewusst provokant gewählte Überschrift für die Netzwerkveranstaltung des Logistik-Cluster Schwaben am 11. Juni 2012 in der Hochschule Augsburg. Die Frage dahinter war: Welche Möglichkeiten gibt es, Schwaben näher an die Häfen im Norden und im Süden zu rücken? Fotos: Logistik-Cluster Schwaben (LCS) e.V.