Genossenschaftsverband Bayern e. V.

Agrarimpulse 2016: Wieso die Politik mehr Unternehmertum von Landwirten fordert

Gruppenbild der Referenten auf der Agrarimpulse 2016. Foto: Christian Strohmayr - image24.eu

Mit Bildergalerie: Die Landwirtschaft ist fast so alt, wie die Menschheit selbst. Schon früh wurde der Nutzen eines gezielten Anbaus erkennt. Was damals mühselig von Hand angepflanzt, gepflegt und geerntet wurde, geht heute, durch technischen Fortschritt, fast von selbst. Dafür stehen die Landwirte im modernen Zeitalter anderen Herausforderungen gegenüber. Dinge wie neue Gesetzesvorgaben und schwankende Marktpreise rücken in den Vordergrund. Was tun?

von Iris Zeilnhofer, Online-Redaktion

„Unter den Erwerbsquellen ist keine so edel, so ergiebig, so lieblich und so ehrenvoll für den freien Mann als die Landwirtschaft“, zitierte Dr. Alexander Büchel, Vorstandsmitglied des Genossenschaftsverband Bayern e.V. (GVB), in seiner Einleitung zur Agrarimpulse 2016 Marcus Tullius Cicero. Wie schön wäre es, sinnierte Büchel, wenn dieser Satz noch heute uneingeschränkt gelten würde. Doch schon beim Wort „ergiebig“, also „profitabel“, steht heute vermehrt ein Fragezeichen. Doch warum?

Ursachen für die neuen Rahmenbedingungen sind vielfältig

„Verantwortlich dafür sind die veränderten Rahmenbedingungen“, erklärte Dr. Büchel vor rund 900 Gästen im Augsburger Kongress am Park. Dadurch sind die Landwirte heute verstärkt Marktschwankungen ausgesetzt. Begünstigt werden diese durch die Integration der Agrarwirtschaft in die internationalen Märkte und die geopolitischen Spannungen mit den daraus resultierenden Sanktionswettläufen. „Aber auch agrarpolitische Paradigmenwechsel, wie wir sie in Deutschland und Europa derzeit erleben, stellen die Landwirtschaft vor neue Herausforderungen“, fuhr Büchel fort.

Neue Gesetze und politische Spannungen bedrohen die Landwirtschaft

In Folge diese Entwicklungen gewinnt unternehmerisches Handeln immer mehr an Bedeutung in der Landwirtschaft. Nur so könnten sich Landwirte gegen neue Standards für Umwelt-, Verbraucher- oder Tierschutz, russische Importstopps, niedrigen Preise für Agrarprodukte und eine Milchquote behaupten. Denn diese Veränderungen sind es, die das Handlungsfeld in der Landwirtschaft neu abstecken. „Mehr Unternehmertum ist die beste Antwort auf dieses Umfeld“, betonte Büchel deshalb in seiner Ansprache.

Unternehmer müssen kreativer werden

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Auch wenn Regulierungen unternehmerisches Handeln erschweren, schaffen sie damit auch mehr Anreize für Kreativität. Das GVB-Vorstandsmitglied weiß: „Nicht der stärkste oder größte, sondern der cleverste Unternehmer ist im Wettbewerb besonders erfolgreich.“ Zudem ist Büchel überzeugt, dass den Landwirten innovatives Unternehmertum in den Knochen steckt. Schließlich blickt die Branche hierbei auf eine lange Tradition zurück. Wer aufgeschlossen gegenüber Innovationen ist und sich nicht Risikoscheu gibt, dem blühe, Büchel zufolge, der Erfolg.

Risikomanagement ist unerlässlich

Dabei müssen die möglichen Risiken jedoch kalkuliert eingegangen werden. Unternehmer hätten eine „klare betriebliche Entwicklungsstrategie, die Ziele, Chancen, Risiken und Handlungsmöglichkeiten festlegt“ zu befolgen. Landwirte sollten sich also folgende Fragen stellen: Wo liegen unsere Märkte heute und wo in der Zukunft? Wo wollen wir in fünf Jahren stehen? Welchen wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen sind wir ausgesetzt? Wie lassen sich daraus resultierende Risiken managen? Was müssen wir tun, damit wir unsere Ziele unter diesen Bedingungen erreichen?

Referenten skizzieren detaillierteres Bild zu den aktuellen Entwicklungen

Um die von Dr. Alexander Büchel angesprochenen Themen weiter zu vertiefen, referierten auch eigene Experten auf der Agrarimpulse 2016 in Augsburg. Sie gaben Einblicke zu den aktuellen Entwicklungen auf den internationalen Getreidemärkten, den Regulierungen bei Düngern, Pflanzeschutz und Stallbau, und stellten Markt, Politik und Unternehmer in den Fokus der Betriebsentwicklung. Veranstalter der Agrarimpulse 2016 waren die BayWa AG und die GVB.

Bilder zur Veranstaltungen finden Sie hier.

Die Agrarimpulse 2016 empfing rund 900 Gäste in Augsburg
Rund 900 Gäste verfolgten die Vorträge auf der Agrarimpulse 2016. Foto: B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
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von Iris Zeilnhofer, Online-Redaktion

„Unter den Erwerbsquellen ist keine so edel, so ergiebig, so lieblich und so ehrenvoll für den freien Mann als die Landwirtschaft“, zitierte Dr. Alexander Büchel, Vorstandsmitglied des Genossenschaftsverband Bayern e.V. (GVB), in seiner Einleitung zur Agrarimpulse 2016 Marcus Tullius Cicero. Wie schön wäre es, sinnierte Büchel, wenn dieser Satz noch heute uneingeschränkt gelten würde. Doch schon beim Wort „ergiebig“, also „profitabel“, steht heute vermehrt ein Fragezeichen. Doch warum?

Ursachen für die neuen Rahmenbedingungen sind vielfältig

„Verantwortlich dafür sind die veränderten Rahmenbedingungen“, erklärte Dr. Büchel vor rund 900 Gästen im Augsburger Kongress am Park. Dadurch sind die Landwirte heute verstärkt Marktschwankungen ausgesetzt. Begünstigt werden diese durch die Integration der Agrarwirtschaft in die internationalen Märkte und die geopolitischen Spannungen mit den daraus resultierenden Sanktionswettläufen. „Aber auch agrarpolitische Paradigmenwechsel, wie wir sie in Deutschland und Europa derzeit erleben, stellen die Landwirtschaft vor neue Herausforderungen“, fuhr Büchel fort.

Neue Gesetze und politische Spannungen bedrohen die Landwirtschaft

In Folge diese Entwicklungen gewinnt unternehmerisches Handeln immer mehr an Bedeutung in der Landwirtschaft. Nur so könnten sich Landwirte gegen neue Standards für Umwelt-, Verbraucher- oder Tierschutz, russische Importstopps, niedrigen Preise für Agrarprodukte und eine Milchquote behaupten. Denn diese Veränderungen sind es, die das Handlungsfeld in der Landwirtschaft neu abstecken. „Mehr Unternehmertum ist die beste Antwort auf dieses Umfeld“, betonte Büchel deshalb in seiner Ansprache.

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Risikomanagement ist unerlässlich

Dabei müssen die möglichen Risiken jedoch kalkuliert eingegangen werden. Unternehmer hätten eine „klare betriebliche Entwicklungsstrategie, die Ziele, Chancen, Risiken und Handlungsmöglichkeiten festlegt“ zu befolgen. Landwirte sollten sich also folgende Fragen stellen: Wo liegen unsere Märkte heute und wo in der Zukunft? Wo wollen wir in fünf Jahren stehen? Welchen wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen sind wir ausgesetzt? Wie lassen sich daraus resultierende Risiken managen? Was müssen wir tun, damit wir unsere Ziele unter diesen Bedingungen erreichen?

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Um die von Dr. Alexander Büchel angesprochenen Themen weiter zu vertiefen, referierten auch eigene Experten auf der Agrarimpulse 2016 in Augsburg. Sie gaben Einblicke zu den aktuellen Entwicklungen auf den internationalen Getreidemärkten, den Regulierungen bei Düngern, Pflanzeschutz und Stallbau, und stellten Markt, Politik und Unternehmer in den Fokus der Betriebsentwicklung. Veranstalter der Agrarimpulse 2016 waren die BayWa AG und die GVB.

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