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Schneller als der Tod erlaubt: Vom Gestalter zum Buchautor
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Georg Lehmacher im B4B SCHWABEN Interview

Schneller als der Tod erlaubt: Vom Gestalter zum Buchautor

 Unternehmer und Buchautor Georg Lehmacher im Gespräch mit B4B SCHWABEN. Foto: B4B SCHWABEN

Hauptberuflich führt Kommunikationsdesigner und Autor Georg Lehmacher seine Agentur „Atelier für Gestaltung“ in Friedberg. Zusätzlich ist er nach dem Zivildienst ehrenamtlich beim Roten Kreuz geblieben und inzwischen seit über 30 Jahren im Rettungsdienst. Seine gesammelten Erfahrungen hat er nun in seinem Buch „Schneller als der Tod erlaubt“ niedergeschrieben. Im B4B SCHWABEN Interview verrät Georg Lehmacher, wie er vom Gestalten zum Schreiben kam und was ihn antreibt.

B4B SCHWABEN: Herr Lehmacher, nach Ihrem Kommunikationsdesign-Studium an der Fachhochschule Augsburg haben Sie Station in namenhaften Agenturen gemacht. Wie kam es, dass Sie sich schlussendlich für die Selbstständigkeit entschieden haben?

Georg Lehmacher: Es war weniger der klassische Wunsch danach „mein eigener Herr zu sein“, das war eher ein verlockender Nebeneffekt. Mein Hauptbeweggrund war, meine Familie langfristig abzusichern. In der damaligen Zeit war die Wirtschaftslage für Agenturen schwierig – so schwierig, dass die Selbstständigkeit als die bessere Perspektive schien. Hätte ich damals gewusst, was da auf mich zukommt, hätte ich es mir vermutlich anders überlegt.

Von Vorteil ist natürlich auch, dass man sich als selbstständiger Grafiker seine Wunschprojekte aussuchen kann, wenn es denn die  Auftragslage zulässt.

Genau und das war es auch, was mir von Anfang an, auch als Angestellter wichtig war. Das Stellenangebot einer Agentur musste ich beispielsweise ablehnen, da ich für die Werbemittel eines Waffenherstellers eingesetzt worden wäre. Auch bei der Gestaltung von Werbung möchte ich Ästhetik in die Welt bringen – und mit Überzeugung hinter dem Produkt stehen. Das funktioniert nicht mit Dingen, die ich persönlich ablehne.

Verständlich, aber wie verhält es sich bei den Kunden? Ist es im hartumkämpften Werbeumfeld nicht ein Luxus, sich den Kunden aussuchen zu können?

Gerade zu Beginn der Selbstständigkeit war es nicht immer leicht. Die Kundenakquise stellte sich schwierig dar, und ich hielt mich mit Anzeigenstrecken und Infografiken über Wasser. Später verhalf mir ein Kontakt zum Weltbild-Verlag und dem Pattloch Verlag, die damals noch zusammengehörten, zu Aufträgen in der Buchgestaltung.

Beim Stichwort Bücher: kam es durch die Zusammenarbeit mit den Verlagen dazu, dass Sie schließlich das Schreiben für sich entdeckten?

Tatsächlich habe ich für Pattloch einige Geschenkbücher gesetzt, bei denen ich mir damals manchmal gedacht habe: ‚das könnte man besser machen‘. Schließlich habe ich diesen Gedanken umgesetzt und es kam „Das Kleine Buch der guten Wünsche“ heraus. Auf meine  Nachfrage beim Verlag war man erst skepisch, aber dann erhielt ich eine Zusage und konnte das Buch veröffentlichen. Es wurde ein großer Erfolg und verkaufte sich über 400.000mal. Momentan wird es neu aufgelegt. Darauf folgte „Das kleine Buch vom Glücklichsein“, Kalender und weitere Werke für den Geschenkartikelbereich, die bis heute gut laufen.

Das ist ja praktisch! Dann liefern Sie als Autor quasi auch gleich die grafische Gestaltung für Ihre Bücher dazu?

Das stimmt nur in Bezug auf meine Geschenkbücher. Für meine Bücher mit Erzählungen „Stille Weihnachtswunder“, sowie „Wahre Weihnachtswunder“ und meine neueste Veröffentlichung „Schneller als der Tod erlaubt“ wurden von den Verlagen andere Grafiker für die Gestaltung bemüht. Kontrovers ist, dass ich gleichzeitig Satz und Grafik für die Werke anderer Autoren übernehme. Das heißt übrigens nicht, dass ich damit unzufrieden wäre – die Gestaltung von „Schneller als der Tod erlaubt“ finde ich zum Beispiel sehr gelungen.

Herr Lehmacher, Sie sind aber nicht nur Kommunikationsdesigner und Autor sondern auch Fotograf, Rettungssanitäter, Unternehmer und Dozent an der Hochschule Augsburg – was davon ist Ihre wahre Leidenschaft?

Ich sehe meine Berufung weniger in meiner spezifischen Tätigkeit. Ich möchte meine Botschaft zu den Menschen bringen: „Das Leben ist lebenswert – wenn man etwas dafür tut“. Ich möchte die Aufmerksamkeit auf das Schöne in der Welt lenken und den Leuten den Gedankenanstoß geben, dass jeder Glück und Freude haben kann. Ich habe schon Menschen unter extrem schlechten Lebensumständen kennengelernt, und bemerkt, dass sie glücklicher waren, als andere, denen es gut geht. Glück ist nicht unbedingt ein Zufall – man muss auch selbst etwas dafür tun.

Diese Botschaft möchte ich mit meinen Werken verbreiten. Sei es nun mittels Büchern, Bildern, Kalendern oder in meiner Tätigkeit als Sanitäter. Oftmals werde ich gefragt, ob es im Rettungsdienst nicht irgendwann unerträglich ist, so viel Leid sehen zu müssen. Meine Antwort darauf lautet: Es ist schön, helfen zu dürfen – und zu können. Als kleines Rädchen in einem großen Ganzen.

In letzter Zeit ist die zunehmende Gewalt gegen Rettungskräfte ein großes Thema – haben Sie solche Erfahrungen machen müssen?

Leider kommt es immer wieder vor, dass wir mit aggressiven Reaktionen konfrontiert werden. Tatsächlich ist es auch schon passiert, dass ein frisch versorgter Verletzter aus seiner Bewusstlosigkeit aufgewacht ist und auf mich losging.

Generell hat man im Rettungsdienst mit zunehmender Respektlosigkeit und Undank zu kämpfen: Eben haben wir noch jemandem mitten in der Nacht das Leben gerettet, später fordert er Schadensersatz, weil wir mit der Trage seinen Parkettboden verkratzt hätten.

Sie schrecken in Ihren Büchern nicht davor zurück, den Tod zu thematisieren – wie kommt das?

Gerade das finde ich wichtig. Würde es den Tod nicht geben, wären wir wahrscheinlich noch sorgloser mit unserer Zeit. Im Hinterkopf zu haben, dass die Lebenszeit begrenzt ist, ist auch ein Anstoß, das Leben besser auszukosten.

Haben Sie aktuell auch wieder ein Buchprojekt?

Wenn „Schneller als der Tod erlaubt“ gut ankommt, könnte ich mir vorstellen eine Fortsetzung zu bringen. Genug Material ist auf jeden Fall vorhanden – in über 30 Jahren als Rettungssanitäter kommt so einiges zusammen.

Außerdem arbeite ich auch gerade an weiteren Kurzgeschichten. Zum Nachdenken, Freuen, über Schönes und Trauriges.

Des Weiteren könnte ich mir auch vorstellen ein Fachbuch zu schreiben, zum Beispiel gegen Flugangst – ich habe zahlreiche Ideen, nur fehlt mir leider die Zeit alle umzusetzen.

Vielen Dank für das interessante Gespräch!


Das neueste Buch von Georg Lehmacher "Schneller als der Tod erlaubt - Ein Rettungssanitäter berichtet" ist im Januar 2013 erschienen. Mehr Infos zum Buch gibt es hier.