Lechwerke AG

Energie aus der Region, für die Region

top FIRMEN | Schwaben 7.0: Wir zeigen Europa, wohin der Hase läuft. | 11.12.2013

Grünstrom direkt vermarkten
Grünstrom direkt vermarkten. Foto: LEW

Ob Strom, Wärme, Kälte, Dampf oder Druckluft – Energie in unterschiedlichster Form ist das Rückgrat jeder wirtschaftlichen Aktivität. Diese Energie liefert die Lechwerke AG (LEW) seit über 110 Jahren den Unternehmen in der Region.

Gerade in Zeiten der Energiewende sind die Zuverlässigkeit und die Sicherheit der Energieversorgung für die Unternehmen wichtig. „Für die Stärke des Wirtschaftsstandorts ist ebenso entscheidend, dass Energie auch noch in zehn oder zwanzig Jahren bezahlbar bleibt“, so LEW-Vorstandsmitglied Norbert Schürmann. Ein zentraler Faktor dabei ist die Erhöhung der Energieeffizienz. „Ein sparsamer Umgang mit Energie hilft nicht nur dem Klima, sondern senkt zugleich die Energiekosten der Unternehmen“, erklärt Schürmann.

Bio-Dampf und kleine Kraftwerke

Als Energiepartner der Unternehmen entwickeln und realisieren die Lechwerke individuelle und innovative Lösungen. In Rain am Lech lassen sich zwei zukunftsweisende Beispiele besichtigen.

Die AVIKO Deutschland GmbH versorgt von Rain am Lech aus den gesamten südeuropäischen Markt mit Kartoffelprodukten. Die Anlage steht dafür im wahrsten Sinne des Wortes „unter Dampf“. Seit dem Sommer wird der für die Produktion nötige heiße Dampf in einem hochmodernen Biomasse-Heizwerk erzeugt. Die alte Gasturbine hat damit ausgedient. Auf den Einsatz fossiler Brennstoffe kann das Unternehmen nun weitgehend verzichten. Als Brennstoff dient Altholz aus der unmittelbaren Region. „Das innovative Konzept zahlt sich doppelt aus: die neue Anlage spart nicht nur Geld, sondern senkt auch die CO2-Emissionen deutlich“, erklärt Peter Strobel, Geschäftsführer der Bayerische Elektrizitätswerke GmbH (BEW), einem Tochterunternehmen von LEW.

Ebenfalls in Rain am Lech, am Stammsitz der Garten-Center-Kette Dehner GmbH & Co. KG, errichtet BEW gerade eine neue Heizzentrale mit Fernwärmenetz. Zwei Blockheizkraftwerke und Erdgaskessel sollen insgesamt eine Heizleistung von elf Megawatt liefern und damit das rund 165.000 m² große Dehner Dienstleistungszentrum versorgen. Gleichzeitig erzeugt die Anlage in Kraft-Wärme-Kopplung Strom mit einer elektrischen Leistung von 1.250 Kilowatt. Damit der Strom auch auf dem Gelände sicher überall ankommt, bringen die Experten von LEW Netzservice gleichzeitig das gesamt Betriebsnetz von Dehner auf den neuesten Stand: Leitungen werden verstärkt oder neu verlegt und Trafostationen errichtet. Außerdem müssen die Blockheizkraftwerke an das Betriebsnetz angeschlossen werden.

Bei diesen Projekten übernimmt die BEW neben der Planung und Umsetzung auch den laufenden Betrieb der Anlagen.

Partner für Sonne und Wind

Die Stromerzeugung aus Sonne, Wind und Biomasse summiert sich in der Region bereits auf eine elektrische Leistung, die der Größenordnung von zwei konventionellen Kraftwerken entspricht. Der Stromertrag von Sonne und Wind ist allerdings wetterabhängig. Erhebliche Schwankungen, teils innerhalb kürzester Zeit, sind unvermeidbar. Das Netz muss daher schnell reagieren können. „Unternehmen mit flexibler Stromnachfrage können hier einen wichtigen Beitrag für die Versorgungssicherheit in der Region leisten. Sie können Partner der LEW Minutenreserve werden und so auch selbst profitieren“, so Jürgen Gorki, Leiter Vertrieb Großkunden bei den Lechwerken. Bei der „Minutenreserve“ geht es letztlich um die Übernahme von Energielasten, wenn gerade zu viel oder zu wenig Energie im Stromnetz ist. Profitieren können Unternehmen in zwei Stufen: Zum einen wird allein ihre Bereitschaft, eine anfallende Energielast aufzunehmen, vergütet. Kommt es dann tatsächlich zum Einsatzfall, steht den Unternehmen eine zweite Vergütung zu. In der Region beteiligen sich bereits eine Reihe von Unternehmen an diesem Angebot und können von der Minutenreserve profitieren.

Grünstrom direkt vermarkten

Mehrerlös erzielen können auch Unternehmen, die aus Wind, Sonne oder Biomasse selbst Strom erzeugen. Seit der Novellierung des EEG vor knapp zwei Jahren haben die Stromproduzenten die Wahl zwischen der klassischen EEG-Vergütung oder der Direktvermarktung nach dem Marktprämienmodell: Dabei erhält jeder Anlagenbetreiber, der seinen Strom selbst an der Strombörse verkauft, zusätzlich eine Marktprämie. Diese Prämie ist so hoch, dass sie die Differenz zwischen der bisherigen EEG-Vergütung und dem erzielten Marktpreis nicht nur ausgleicht, sondern sogar einen Mehrerlös ermöglicht. Der Stromproduzent erzielt also Einnahmen, die die bisherige EEG-Vergütung übertreffen. Der LEW Direktvermarkter-Service macht den Umstieg auf das Marktprämienmodell denkbar einfach. „Über eine eigens eingerichtete Plattform kaufen wir den selbsterzeugten Strom der Kunden an und bieten unseren Kunden einen Mehrerlös oberhalb der EEG-Vergütung“, erklärt Jürgen Gorki. Die Vertriebsexperten der Lechwerke haben Zugang zur Börse und kümmern sich um den Weiterverkauf.

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