Vorwürfe aus Günzburg und Burgau

Heftige Kritik am Outlet Jettingen-Scheppach

Günzburgs Oberbürgermeister Gerhard Jauernig. Foto: Bernhard Weizenegger
Burgaus Bürgermeister Konrad Barm. Foto: Ulrike Vogele
Das Marken-Outlet in Jettingen-Scheppach möchte sich weiter vergrößern. Bis zu sechs neue Stores könnten im Outlet neu eröffnen. Die Städte Günzburg und Burgau befürchtet dadurch Nachteile für die eigene Innenstadt und prüfen nun sogar rechtliche Schritte gegen die Erweiterung.

Gerhard Jauernig, Oberbürgermeister der Stadt Günzburg, steht den Entwicklungen in Jettingen-Scheppach äußerst kritisch gegenüber. „Die geplante Erweiterung steht jeglichen Bestrebungen der Innenstadt-Belebung Günzburgs und der umliegenden Kommunen entgegen. Mit der geplanten Erweiterung ist zu befürchten, dass sich die Ausgangssituation für die umliegenden Kommunen in Bezug auf den stationären Handel deutlich verschlechtert“, so Jauernig.

Konrad Barm: "Qualität in Outlet schlechter als in der Innenstadt"

Burgaus Erster Bürgermeister Konrad Barm stimmte dem zu. „Dieselben Marken, die im Einzelhandel Burgaus verkauft werden, werden auch im Outlet-Center vertrieben, wenngleich oft in schlechterer Qualität, was jedoch für den Kunden sofort nicht einfach erkennbar ist“, erklärte er. Burgau leide durch den „hierdurch bedingten Imageschaden“, was sich negativ auf den Einzelhandel auswirken würde.

Citymanagerin Tesch: Rückgang der Kundenfrequenz zu spüren

Die Günzburger Innenstadt beleben und den stationären Handel stärken – dafür ist die Cityinitiative Günzburg mit zuständig. An der Spitze steht Citymanagerin Nikola Tesch. „Mit der geplanten Erweiterung kann sich die Ausgangslage für das Erreichen unserer Ziele erheblich verschlechtern“, befürchtet auch Tesch. „Laut unseren Einzelhändlern ist bereits heute ein Rückgang der Kundenfrequenz in der Innenstadt zu spüren.“ Gleichzeitig gibt Tesch zu, seien auch andere Faktoren, wie beispielsweise der Online-Handel, mit Schuld an diesem Trend. „Allerdings spielt auch die Sortiments-Zusammensetzung des Outlets in Jettingen-Scheppach eine große Rolle, da es dem angebotenen Sortiment in unserer Innenstadt ähnelt.“

„Mittelfristig bluten die Einzelhandels-Geschäfte bei uns aus“

Fehlende Käufer beklagt auch Burgau. „Bereits gegenwärtig lässt sich ein Rückgang von Kunden feststellen. Unmöglich hingegen wird es künftig Einzelhändler für den innerstädtischen Bereich zu finden. Dies gilt auch für bestehende Betriebe, die Nachfolger suchen“, befürchtet Barm. „Mittelfristig bluten die Einzelhandels-Geschäfte bei uns aus und die Innenstädte dienen lediglich noch als Schlafgelegenheit ohne jegliche Attraktivität, zum Beispiel für Restaurants oder Cafés.“

Günzburg und Burgau prüfen rechtliche Schritte

Die geplante Erweiterung des Outlets in Jettingen-Schappach umfasst bis zu sechs weitere Stores. Oliver Maronna, Geschäftsführer der 1A Outlet GmbH, erklärte dazu, dass immer mehr Flächen beantragt werden, als am Schluss eine Genehmigung erhalten würden. Die Stadt Günzburg und OB Jauernig prüfen derweil, ob eine Klage gegen die Planungen möglich ist, „falls die Regierung von Schwaben und das Landratsamt Günzburg dem Vorhaben nicht Einhalt gebieten“. Auch Bürgermeister Barm erklärte: „Derzeit werden in Zusammenarbeit mit dem Einzelhandel, den Handels- und Gewerbevertretungen sowie weiteren betroffenen Nachbarkommunen politische und juristische Optionen geprüft.“ 

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