Beitrag von Christoph von Külmer

7 Tipps, wie Sie Ihren Facebook-Auftritt definitiv an die Wand fahren

Facebook - so bitte nicht! Bild: iStock / Valeriy Kachaev
Sie haben sich für Ihr Unternehmen ein Facebook-Profil zugelegt. Der erste Schritt ist getan - aber was nun? Facebook ist eine mächtige Werbe- und Kommunikationsplattform mit tollen Funktionen, aber alles andere als ein Selbstläufer. Ihr Erfolg oder Misserfolg hängt davon ab, wie professionell Sie mit Ihrem neuen Facebook-Account umgehen.

Im Internet oder in Büchern finden sich die unterschiedlichsten Tipps für Facebook-Anfänger. Dabei sind die Ratschläge mehr oder minder vertrauenswürdig und hilfreich – und meistens recht eintönig. Ich habe mich an ein neues Format gewagt und 7 Tipps zusammengestellt, mit denen Sie Ihren Facebook-Auftritt definitiv an die Wand fahren.

Aber Achtung: bitte mit einem Augenzwinkern lesen!

1. Kommunikation? Doch nicht auf Facebook!

Jetzt haben Sie sich schon mühevoll einen Facebook-Auftritt angeschafft, das muss dann aber auch wirklich reichen. Dass Sie jetzt auch noch mit anderen Menschen in Kontakt treten, auf Nachrichten zeitnah antworten und auf Kommentare reagieren, kann nun wirklich niemand von Ihnen erwarten. Das „sozial“ in „soziales Netzwerk“ wird eh überbewertet.

2. Einmal im Monat posten reicht völlig aus!

Wenn viel zu tun ist, können Sie auch gerne mal eine zweimonatige Auszeit auf Facebook nehmen. Dafür sollten Sie das nächste Mal dann kräftig aufholen und am besten alle News der letzten Zeit auf einmal veröffentlichen. 10 Posts pro Stunde sind das Minimum. Wenn Sie Ihre Fans so richtig nerven wollen, müssen Sie unbedingt dafür sorgen, dass in ihrer Chronik nur noch die Neuigkeiten von Ihrem Unternehmen zu sehen sind. Firmen, die mit ihrem Facebook-Auftritt richtig erfolgreich sind, posten drei bis sieben Mal pro Woche. Das sollten Sie also auf keinen Fall nachmachen!

3. Facebook ist kein Ort für Kreativität!

Gute Facebook-Auftritte sind originell, innovativ, behalten das aktuelle Geschehen im Blick und unterhalten die Follower und Fans mit immer neuen Ideen. Das alles sollten Sie auf keinen Fall sein, Facebook ist schließlich kein Ort für Kreativität. Posten Sie stattdessen seitenlange Texte und würzen Sie das ganze ab und zu mit einem Link. Von unnötigen Spielereien wie Videos, Bildern, GIFs, Live-Videos, 360 Grad-Fotos oder Gewinnspielen sollten Sie unbedingt die Finger lassen!

4. Lassen Sie die Praktikanten ran!

Die neue Praktikantin ist doch privat auf Facebook, dann wird sie unseren Unternehmensauftritt schon auch steuern können. Das kann ja nicht so schwer sein und dann ist sie wenigstens beschäftigt. Die Pflege Ihrer Facebook-Seite Experten anzuvertrauen ist also komplett unnötig. Auch, wenn heute fast alle erfolgreichen Unternehmen ihren Social Media-Auftritt von professionellen Agenturen betreuen lassen, können Sie sich das Geld doch auch einfach sparen. Ab und zu einen Post schreiben macht die Praktikantin schon und auf Qualität kommt es eh nicht an. Werbeanzeigen und Kampagnen schalten, um potentielle Kunden gezielt anzusprechen? Das kann sie vielleicht nicht, aber ich will ja sowieso keine Umsatzsteigerung.

5. Kritik? Am besten Löschen!

Wie? Negative Kommentare? Jemand kritisiert Ihr Unternehmen oder Ihre Produkte? Das sollten Sie nicht tolerieren und den Störenfried am besten umgehend von Ihrer Pinnwand entfernen. Egal ob es konstruktive Kritik ist oder ein Hinweis auf Fehler im Posting und man vielleicht mit einer freundlichen Antwort reagieren könnte. Nicht, dass es nachher auch noch so aussieht, als wären Sie offen für Kritik, bereit, Fehler einzusehen, entgegenkommend und professionell.

6. Hauptsache viele Likes – egal wie!

Bei Facebook kommt es eigentlich nicht auf viel an. Hauptsache die Zahl der „Gefällt mir“-Angaben ist hoch, das spricht doch schon für Erfolg und Vertrauenswürdigkeit. Wenn die Fans nicht von selbst kommen, können Sie sich ja einfach ein paar kaufen. Dass dann 50.000 Menschen aus dem tiefsten Südost-Asien Ihr Unternehmen gefällt, aber niemand Ihre Posts in deutscher Sprache liked oder kommentiert, wird schon nicht auffallen.

7. SEO und Google Ranking – das braucht doch kein Mensch!

Wer will bitte schon bei Google in der Trefferliste bei gezielten Suchen ganz oben stehen? Das kann ich mir doch ganz einfach erkaufen und so locker auf eine gezielte Verzahnung meiner Website mit dem Facebook-Auftritt verzichten. Wer was von mir kaufen will, der wird schon zu mir finden. War ja immer so und wird auch immer so bleiben!

Nun wissen Sie, wie Sie vorgehen sollten, wenn Sie Ihren Facebook-Auftritt gegen die Wand fahren möchten. Das ist nicht der Fall? Dann sollten Sie am besten genau das Gegenteil von den hier genannten Tipps machen. Aber keine Angst: Aus meiner Berufserfahrung weiß ich, dass man im Social Media-Bereich nur einen wirklich großen Fehler machen kann: nämlich das Potenzial von Facebook und Co. in Zeiten der Digitalisierung zu unterschätzen. Daher sollten Sie sich auch nicht zu schade sein, Experten zu Rate zu ziehen, so dass Sie Ihren Facebook-Account garantiert NICHT gegen die Wand fahren.

Ihr Christoph von Külmer
SportBrain Entertainment GmbH

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