Neu-Ulm/Ulm | 23.01.2012

Schlecker will Planinsolvenz, © Bild: fotolia.com, Schlecker, B4B SCHWABEN
Am vergangenen Freitag wurde bekannt, dass Schlecker beim Amtsgericht eine Planinsolvenz beantragen will. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di fordert vom Eigentümer Anton Schlecker volles Engagement für die Rettung der Arbeitsplätze.
Planinsolvenz, das war das Wort des vergangenen Freitags. Schlecker will sich über ein sogenanntes Planinsolvenzverfahren restrukturieren, der entsprechende Antrag soll kurzfristig gestellt werden. Eine geplante Insolvenz bedeutet, dass Schlecker einen Antrag auf Insolvenz stellt und diesen direkt mit dem Vorschlag für die Sanierung verbindet. Wenn die Gläubiger dem Plan von Schlecker folgen, dann bleibt die alte Geschäftsführung im Amt und der bestellte Insolvenzverwalter wird begleitend tätig. Ziel der Planinsolvenz ist der Erhalt eines großen Teils des Filialnetzes und damit auch der Arbeitsplätze.
ver.di fordert Engagement
Für ver.di ist vor allem das Engagement von Anton Schlecker gegenüber seinen Mitarbeitern von großer Bedeutung. „Anton Schlecker trägt als Eigentümer persönlich die Verantwortung für seine Beschäftigten. Besonders in einem solchen Falle gilt: Eigentum verpflichtet“, betonte Stefanie Nutzenberger, ver.di-Vorstandsmitglied für den Handel.
Nun gilt es die Arbeitsplätze zu retten
Wichtig ist vor allem in einem eventuell bevorstehenden Insolvenzprozess einen gangbaren Weg zu finden, um die mehr als 30.000 Arbeitsplätze bei Schlecker zu retten. „Gemeinsam mit den Betriebsräten und den Betroffenen werden wir intensiv beraten, welche konkreten Schritte kurzfristig eingeleitet werden müssen“, so Stefanie Nutzenberger, und weiter: „Die Beschäftigten haben sich auch in den vergangenen schwierigen Jahren mit voller Kraft und großem Engagement für ihr Unternehmen eingesetzt und den Laden am Laufen gehalten. Auch deshalb haben sie einen Anspruch darauf, dass sich jetzt Schlecker im Gegenzug mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln für den Erhalt der Arbeitsplätze einsetzt.“
Restrukturierung von Schlecker wird fortgesetzt
Von Seiten des Unternehmens heißt es, dass der Geschäftsbetrieb unverändert weiter läuft und auch die Mitarbeiter sich keine Sorgen um ihr Gehalt machen müssen. Im Rahmen des Insolvenzausfall-Geldes sind die Gehälter der Mitarbeiter gesichert. Die Familie Schlecker und das Management haben sich für den schweren aber notwendigen Schritt gegangen um den eingeschlagenen Weg der Restrukturierung von Schlecker fortzusetzen und erfolgreich umzusetzen. Seit Mitte 2010 befindet sich Schlecker bereits in einer umfassenden Restrukturierung.
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