Südwestmetall

Südwestmetall: Zeitarbeit ist ein Sprungbrett

Neu-Ulm/Ulm | 21.02.2011

Symbolbild Unternehmer Bild: Fotolia
Symbolbild Unternehmer Bild: Fotolia

Gewerkschaften übersehen die Chancen der Zeitarbeit. Südwestmetall sieht die Zeitarbeit als Sprungbrett in die Arbeitswelt.

Zeitarbeit ist ein Instrument, das vielen un- und angelernten Arbeitskräften die Brücke aus Hartz IV zurück ins Arbeitsleben schlägt. Gleichzeitig bietet Zeitarbeit den Unternehmen die Möglichkeit, flexibel auf Auftrags-Schwankungen zu reagieren. Die Zeitarbeit war ein unverzichtbares Werkzeug in der zurückliegenden Krise.

Zeitarbeit bedroht die Stammbelegschaft nicht

„In der Krise 2008/2009 hat die Zeitarbeit den Arbeitsplatz vieler Menschen aus der Stammbelegschaft gerettet“, hebt Götz A. Maier, Geschäftsführer von Südwestmetall in Ulm, dem Arbeitgeberverband der Metall- und Elektroindustrie, hervor. „Gleichzeitig wurden Zeitarbeitsplätze im Zuge des Aufschwungs in 2010 wieder aufgebaut“, so Maier weiter. So wurden im Jahr 2010 in den Mitglieds-Unternehmen von Südwestmetall im Ulmer Raum lediglich rund 350 Zeitarbeitnehmer mehr eingesetzt als im Jahr davor. In den Regionen Biberach und Ehingen hat sich die Anzahl der Zeitarbeitnehmer von 2009 auf 2010 sogar verringert. Die Gewerkschaften behaupten dagegen, die Firmen würden die Stammbelegschaften ausdünnen und dafür Zeitarbeitnehmer anheuern.

Quote der Zeitarbeitnehmer sogar unter Ausbildungsquote

Fakt sei vielmehr, so Maier, dass selbst im Aufschwung des vergangenen Jahres laut Statistik der Agentur für Arbeit Ulm die Anzahl der Zeitarbeit-Nehmer im Vergleich zur Stammbelegschaft bei nur 4,3 % lag. „Da liegt zum Beispiel unsere Ausbildungsquote mit 5,29 % noch deutlich höher“, unterstreicht Maier. „Letztendlich handelt es sich nach unserer Meinung also eher um ein Randphänomen, weniger um eine durchgreifende Strukturänderung der Betriebe", so Maier.

Zeitarbeiter meistens unter einem Jahr im selben Betrieb

Gegen die These, Zeitarbeit ersetze Stammkräfte, spricht auch die aktuelle Untersuchung des Instituts der Deutschen Wirtschaft Köln (IWD). Demnach arbeitet nur jede zehnte Zeitarbeitskraft ein Jahr oder länger im selben Betrieb. Nach einer Südwestmetall-Umfrage im Mai 2010 wurden 78% der Zeitarbeitnehmer weniger als ein Jahr bei einem Auftrags-Unternehmen eingesetzt, 63% blieben sogar nur bis zu einem halben Jahr.

Unterschied zwischen Zeitarbeiter und Stammbelegschaft muss bleiben

Die Forderung nach einem gesetzlich verordneten Equal Pay findet Maier ebenfalls nicht richtig: „Equal Pay würde Zeitarbeit massiv beschädigen“, sagt er. Besonders betroffen wären davon Geringqualifizierte, die es am Arbeitsmarkt ohnehin schwer hätten. Sie würden für die Unternehmen zu teuer werden, so Maier. Damit bleibt zu befürchten, dass diese Teile des Produktionsprozesses ins Ausland verlagert würde. „Mit Equal Pay wäre Zeitarbeit für an- und ungelernte Arbeitskräfte kein Sprungbrett mehr ins Arbeitsleben“, betont Maier. Außerdem würden die Gewerkschaften bei der Forderung nach Equal Pay nicht beachten, dass Zeitarbeitnehmer und Stammbelegschaften keineswegs das gleiche leisten. Während die Stammkräfte oft schon Jahre im Betrieb sind und viel Routine haben, blieben Zeitarbeitnehmer wie beschrieben häufig nur kurz im Kunden-Unternehmen.

Die Zeitarbeit ist eine große Chance

Die IG Metall übersehe laut Maier die großen Chancen, die die Zeitarbeit für Arbeitnehmer wie für Arbeitgeber bedeute, insgesamt gesehen und nicht an wenigen Einzelbeispielen ins Negative gezogen: Zeitarbeit sei ein Instrument auf dem Arbeitsmarkt, dass völlig ohne staatliche Subventionen auskomme und Menschen wieder in Lohn und Brot bringe. Die Tarifhöhe gelte es über die Tarifverträge der Zeitarbeits-Branche zu regeln. „Hier waren und sind die Gewerkschaften diejenigen, die die Tarife ausgehandelt haben, gegen die sie jetzt bei ihrer Equal Pay-Diskussion massiv vorgehen. Das macht die Sache für viele nicht nachvollziehbar“, fügt Maier hinzu.

Über Südwestmetall

Beim Arbeitgeberverband der Metall- und Elektroindustrie, Südwestmetall, sind in der Bezirksgruppe für die Stadt Ulm, den Kreisen Alb-Donau, Biberach und dem südlichen Teil des Kreises Sigmaringen 61 Betriebe mit 37.096 Mitarbeitern unter dem Gütesiegel des Tarifvertrags subsumiert. Zusammen mit dem Unternehmensverband Südwest (tariflich ungebunden, aber daran angegliedert) sind es 105 Unternehmen mit insgesamt 48.143 Mitarbeitern.

zurück drucken versenden verlinken

Mehr zum Thema

Ein Freizeitpark als Arbeitgeber: LEGOLAND® Deutschland Schüler inspizieren Legoland als Arbeitsgeber

Schüler aus Langenau und Jungingen lernten das LEGOLAND® Deutschland in Günzburg von einer für sie bisher unbekannten Seite kennen: als Arbeitgeber. [ zum Artikel » ]

Wechsel in der Geschäftsführung der Südwestmetall-Bezirksgruppe Ulm Südwestmetall-Bezirksgruppe Ulm: der neue Geschäftsführer Götz Anselm Maier und sein Vorgänger Dr. Tobais Mehlich

In der Geschäftsführung der Südwestmetall-Bezirksgruppe Ulm findet zum 1. April 2010 ein Wechsel statt. Dr. Tobias Mehlich  scheidet nach 10-jähriger Tätigkeit bei ... [ zum Artikel » ]

Mathe-Nachwuchs kämpft um den Sieg Tag der Mathematik 2010

Rund 150 Teilnehmer duellierten sich mit Zahlen, Gleichungen geometrischen Formen am Tag der Mathematik 2010 an der Uni Ulm. Universitäten hoffen auf die talentierten ... [ zum Artikel » ]

"Zeitarbeit öffnet Weg in den Arbeitsmarkt" Brossardt: Umfrage zum Thema Zeitarbeit

Die bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme und vbm führten unter ihren Mitgliedsbetrieben eine Umfrage zum Thema Zeitarbeit durch. [ zum Artikel » ]

Mathe-Nachwuchs kämpft um den Sieg Tag der Mathematik 2010

Rund 150 Teilnehmer duellierten sich mit Zahlen, Gleichungen geometrischen Formen am Tag der Mathematik 2010 an der Uni Ulm. Universitäten hoffen auf die talentierten ... [ zum Artikel » ]

"2010 das Jahr der Zeitarbeit" Fachmesse ZEITarbeit in der Ulmer Donauhalle

Die Plattform für gute Informationen rund um das Thema Zeitarbeit findet in diesem Jahr bereits zum vierten Mal in Ulm statt. Die Fachmesse ZEITarbeit wird am 11. [ zum Artikel » ]

Anzeige

Hidden Champions

Eduard Edel GmbH Bonbonfabrik

Die Helden des regionalen Mittelstandes – wir haben sie aufgespürt und lüften ihre Erfolgs-geheimnisse.

Aktuell: B4B SCHWABEN hat den Geschmacks-Test bei der Eduard Edel Bonbonfabrik gemacht.

IT und Computer

CMG IT WOLKE

Der betriebliche Alltag steckt voller Fragen und Herausforderungen in Sachen IT. Die Antworten finden Sie in unserem neuen B4B SCHWABEN CROSSMEDIA GUIDE.

Anzeige

101 Köpfe

Rüdiger R. Burchardi ist Vorstand bei der Dialog Lebensversicherungs-AG

Lernen Sie Persönlichkeiten aus Bayerisch-Schwaben kennen!

Aktuell: Teneriffa oder Augsburg? Warum es Rüdiger R. Burchardi in die Sonne zieht und wo man den besten Fisch in Augsburg genießen kann verrät er im 101 Köpfe Interview.

Top Firmen der Region

Top Firmen in Bayerisch-SChwaben

Firmenporträts erfolgreicher Unternehmen in Bayerisch-Schwaben, Reporte zu Zukunftsbranchen und Analysen zu Perspektiven der Region.

Neu-Ulm/Ulm

Wirtschaftskalender

Thema der Woche

M:access-Analystenkonferenz am 29. März 2012

Mittelstand und Börsengang

Gerade erfolgreiche mittelständische Unternehmen, die expandieren wollen oder ihre Forschung und Entwicklung intensivieren möchten, benötigen ausreichend Kapital. Der Königsweg ist die Finanzierung über ausreichend Eigenkapital.

IHK Magazine

Bayerisch-Schwäbische Wirtschaft 5|2012 bsw

Die aktuelle Ausgabe 
„Bayerisch-Schwäbische Wirtschaft“
jetzt online zum Blättern!

›› Ausgabe 05/2012

Anzeige

Bildergalerien Schwaben

Partner in der Region

Jetzt Fan werden