HNU

MBA-Studiengang für Ärzte in Tansania

Neu-Ulm/Ulm | 23.03.2010

Prof. Dr. Rainer Burk und Dr. Andrew Cesari
Prof. Dr. Rainer Burk und Dr. Andrew Cesari

Speziell für Ärzte aus Ost- und Zentralafrika hat die Hochschule Neu-Ulm (HNU) einen MBA-Studiengang entwickelt, der ab 1. August erstmals an der Mzumbe University in Tansania durchgeführt wird. Ein aktuelles Forschungsprojekt zur Verbesserung der Medikamentenversorgung von Kliniken wird ebenfalls dieses Jahr in Tansania umgesetzt.

Mit dem neuen Studiengang und dem Forschungsprojekt verstärkt die HNU ihre Lehr- und Forschungsaktivitäten im afrikanischen Gesundheitsmanagement. Der englischsprachige Studiengang „Health Care Management“ baut auf dem Weiterbildungsprogramm „International Leadership Training“ (ILT) auf, das InWEnt (Internationale Weiterbildung und Entwicklung GmbH) im Auftrag des Bundesministeriums für Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ) seit fünf Jahren gemeinsam mit der HNU durchführt. Auch derzeit werden 21 afrikanische Ärzte und Verwaltungsmitarbeiter auf die effiziente Führung von Gesundheitseinrichtungen vorbereitet: Durch die Weiterbildung im Krankenhausmanagement an der HNU und ein anschließendes dreimonatiges Praktikum in deutschen Kliniken. Begleitend zu Theorie und Praxis erarbeiten die Teilnehmer individuelle Projekte, die sie in den Krankenhäusern ihrer Heimatländer umsetzen, um damit konkrete Veränderungsprozesse in Gang zu setzen.

Lieferung von Medikamenten

Eine schnelle und flächendeckende Entwicklung des Gesundheitswesens in Ost- und Zentralafrika soll auch durch das Forschungsprojekt am Kompetenzzentrum Gesundheitsmanagement umgesetzt werden. Konkret geht es um die Entwicklung und den Einsatz eines software-basierten Apotheken-Managementsystems. Es soll die Beschaffung, Lagerung und Verteilung von Medikamenten regeln und damit zur Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung beitragen. Mithilfe der Software kann der Medikamentenverbrauch dokumentiert, der Mindestbestand kontrolliert sowie der Bestellprozesses definiert werden, so dass damit die Voraussetzungen für eine rechtzeitige Lieferung der Medikamente in erforderlichem Umfang geschaffen werden. Auch ein Online-Shop ist geplant.

Bislang kein Medikamenten-Managementsystem

Bei der Implementierung vor Ort steht durch das „International Leadership Training“ ein breites Netzwerk an afrikanischen Fachkräften zur Verfügung, die auch in die Schulung der Mitarbeiter eingebunden werden können. „Verlässliche Partner und relevante Unterstützer vor Ort sind Grundvoraussetzungen für den Erfolg eines solchen Projekts“ berichtet Prof. Dr. Rainer Burk. Auch für das Pilotprojekt hat er bereits einen Partner gefunden: Dr. Andrew Cesari, der zur Zeit an der Hochschule Neu-Ulm im Krankenhausmanagement weitergebildet wird. Er leitet das Nyakahanga Designated District Hospital im Nordwesten Tansanias mit 200 Betten. 10 Ärzte, 16 Krankenschwestern und 41 Hebammen versorgten im Jahr 2008 rund 40 000 Patienten ambulant und rund 14 000 Patienten stationär – bislang ohne ein Medikamenten-Managementsystem. Das soll sich bald ändern: Das Pilotprojekt wird noch dieses Jahr starten. Für einen Fördermittelantrag laufen derzeit noch Gespräche mit potenziellen Projektpartnern aus den Bereichen „Internationale Medikamentenversorgung“ und „Softwareentwicklung“.
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