Handwerkskammer Ulm

Gemeinschaftsschule braucht Qualität und Attraktivität

Neu-Ulm/Ulm | 23.01.2012

Anton Gindele, Präsident der Handwerkskammer Ulm, Foto: Handwerkskammer Ulm
Anton Gindele, Präsident der Handwerkskammer Ulm, Foto: Handwerkskammer Ulm

Nach den Sommerferien gehen die ersten 34 Gesamtschulen in Baden-Württemberg an den Start. Die Gemeinschaftsschule müsse jetzt unter Beweis stellen, dass sie leiste, was die Hauptschule in vielen Bereichen in den letzten Jahren vermissen ließ.

34 Gesamtschulen gibt es nach den Sommerferien in Baden-Württemberg. „Darauf haben wir dringend gewartet“, begrüßte Anton Gindele, Präsident der Handwerkskammer Ulm, die Ankündigung von Kultusministerin Warminski-Leitheußer. „Wir bauen auf die Gemeinschaftsschule. Gerade im Handwerk steigen die Qualifikations-Anforderungen kontinuierlich. Die Betriebe sind auf leistungsstärkere Auszubildende angewiesen“, kommentierte Gindele von der Handwerkskammer Ulm die Einführung der neuen Schulart.

Verbesserung der Ausbildungsreife und durchgängige berufliche Orientierung

Das Handwerk zwischen Ellwangen und dem Bodensee verspreche sich von der Gemeinschaftsschule eine Verbesserung der Ausbildungsreife der Jugendlichen und eine durchgängige berufliche Orientierung. „Wir müssen aufpassen, dass sich die Gymnasien diesen Ideen nicht entziehen und damit der echten Berufsorientierung. Da muss dringend nachgebessert werden“, erklärte Gindele von der Handwerkskammer Ulm.

Transparentes Bewertungs-System für Betriebe notwendig

Auch fehle es leider noch an konkreten Inhalten. Unklar sei zum Beispiel, „woran ein Handwerksbetrieb erkennen kann, welchen Wissenstand ein Bewerber oder Praktikant aus der Gemeinschaftsschule mit sich bringt.“ Denn Bewerbungen erfolgten häufig schon im Jahr vor dem eigentlichen Schulabschluss. Die Betriebe bräuchten ein transparentes Bewertungs-System, das für jeden nachvollziehbar und verständlich sein müsse. „Dies sind Fragen, auf die nicht nur die Eltern, sondern auch die mittelständischen Unternehmen zügig Antworten verlangen“, sagte Gindele.

Gemeinschaftschule ist ein wichtiges Thema der Bildungspolitik

„Die neue Gemeinschaftschule muss über eine fest verankerte Berufsorientierung auf direktem Weg in die duale Ausbildung führen“, so Gindele von der Handwerkskammer Ulm. Sie dürfe auf keinen Fall Schlusslicht in der Bildungspolitik sein. Mit den ausgewählten Schulen sei die Entwicklung auf einem guten Weg, betonte Gindele. Er wünschte den Starterschulen viel Erfolg und hoffe, dass ihnen viele weitere Schulen auf ihrem Weg folgten.

Gindele: „Handwerk will nicht Nachhilfelehrer der Nation sein“

„Das Handwerk erwartet ausbildungsreife Jugendliche, die erfolgreich eine Lehre bestehen können“, erklärte Gindele unter Hinweis darauf, dass für gelungenes gemeinsames Lernen es auch die Leistungsträger und positiven Vorbilder braucht, die nicht auf andere Schularten und in Privatschulen ausweichen dürften. Handwerker könnten nicht auf Dauer die neuen Nachhilfelehrer der Nation spielen, um während der beruflichen Ausbildung nachzuholen, was in der Schule versäumt wurde. Gindele: „Die Landesregierung muss sich weiter konsequent für Qualität und Attraktivität der Gemeinschaftsschule einsetzen. Der Schlüssel zu einer erfolgreichen Bildungsreform sind klare Konzepte der Berufsorientierung einschließlich der Aus- und Weiterbildung der Lehrer.“

www.hk-ulm.de

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